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Studentenpolitik: Unsichere ÖH-Exekutive unter grüner Führung

29.06.2009 | 18:20 |  CHRISTOPH SCHWARZ (Die Presse)

Sigrid Maurer (Gras) wurde in einer Marathonsitzung zur neuen Studentenchefin gewählt. Mit 38 zu 31 Stimmen konnte sich Maurer schließlich durchsetzen. Was das für die kommende Legislaturperiode bedeutet, war am Tag der Wahl noch unklar.

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Wien. Die Mandatare im ÖH-Studentenparlament waren gut vorbereitet. Ohne Jause und Laptop erschien am Montag fast keiner zur Wahl des neues ÖH-Bundesvorsitzenden. Denn klar war vorerst nur eines: Die Studentenvertreter würden sich auf eine Marathonsitzung einstellen müssen. 


Zuverlässige Koalitionen hatten sich aus den Gesprächen der zerstrittenen Fraktionen in den vergangenen Wochen nicht ergeben. Dass einer der Kandidaten im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erhalten würde, schien somit unwahrscheinlich.


Der Sieger der ÖH-Wahl im Mai, die ÖVP-nahe AG, wird von den meisten Fraktionen als Partner ausgeschlossen. Aber auch eine linke Mehrheit stand nach den Verlusten der SPÖ-Studenten vom VSStÖ und jenen der Gras (grüne Studenten) auf wackeligen Beinen: Die neu gegründete Fraktion der Fachhochschulen (Fest) hatte zwar im Vorfeld in einer geheimen Abmachung die benötigte Unterstützung zugesichert – brach aber schon im ersten Wahlgang ihr Wort.


Vier Wahlgänge nötig


Weder für Sigrid Maurer, Kandidatin der Gras, noch für den amtierenden ÖH-Chef und AG-Kandidaten Samir Al-Mobayyed gab es damit während der ersten drei Wahlgänge die erforderliche Anzahl an Stimmen. In einem Krisengespräch wurden die Fest-Mandatare schließlich auf Linie gebracht („Wenn wir jetzt schon umfallen, nimmt uns keiner mehr ernst“). Womit das Kopf-an-Kopf-Rennen für Maurer im vierten Wahlgang, bei dem die relative Stimmenmehrheit entscheidet, doch ein gütliches Ende nahm: Sie setzte sich mit 38 zu 31 Stimmen durch.


Zumindest eine linke Koalition konnten die AG und die Unabhängigen Fachschaftslisten dann aber doch verhindern: Sie machten mit ihren Stimmen zwei FH-Vertreter – quasi gegen deren Willen – zu Maurers Stellvertretern. Der VSStÖ ging damit überraschend leer aus.


Was das für die kommende Legislaturperiode bedeutet, war vorerst unklar: Gelingt es der neuen ÖH-Chefin nicht, den VSStÖ ins Boot zu holen, steht sie einer weitgehend handlungsunfähigen Minderheitsexekutive vor. Schuld daran ist für sie „das destruktive Verhalten von FLÖ und AG“. Al-Mobayyed übte sich in der Oppositionsrolle: „Die FH haben sich an die Linken verkauft. Die ÖH wird in Chaos gestürzt.“


Chaos herrschte auch gegen Ende der Sitzung: Nicht nur der Vorsitzende der Wahlkommission, Bernhard Varga („Schauen wir, dass der Zirkus ein Ende findet“), auch die Mandatare verloren die Geduld. Der treffende Kommentar auf einem Stimmzettel im zwölften Wahlgang: „Wir machen uns hier selbst lächerlich.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.06.2009)

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14 Kommentare
Gast: Beobacher
30.06.2009 16:55
0 0

Drabanoschs Schwester

Mit dem Ohrfeigengesicht.

Antworten Gast: gast
30.06.2009 18:07
0 0

"Beobachter" schlägt also gerne Frauen, soso.

Es gab auch schon mal Überraschenderes.

Antworten Antworten Gast: Beobacher
01.07.2009 07:59
0 0

Der Sprache nicht maechtig

Sie moegen zwar top in ML sein, in Deutsch haben sie aber nicht aufgepasst: Laut der Definition in wissen.spiegel.de (zwar etwas rechts von ihnen, aber doch nahestehend) gilt Folgendes:
Ohrfeigengesicht
Ohr|fei|gen|ge|sicht [n. 3 ; ugs.] freches Gesicht
© Wissen Media Verlag
Auf English nennt man das ein fish face, was ebenfalls passive-agressive (also frech) bedeutet. Bin ich deshalb ein Fischer, oder gar ein Nordkoreaner?
Viel Spass beim Deutsch lernen!
P.S. Fuer die Uneingeweihten: ML ist Marxisssmus Leninisssmus, Pflichtfach in der DDR von Schule bis Universitaet.

Antworten Antworten Antworten Gast: gast
01.07.2009 08:49
0 0

...und jetzt windet er sich raus.

Ebenfalls nicht überraschend.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Beobachter
01.07.2009 10:21
0 0

Re: ...und jetzt windet er sich raus.

Fuehlen SIE sich geohrfeigt!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast
01.07.2009 17:50
0 0

Von einem kleinen Rotzer geohrfeigt. Träum' weiter, Bürschchen.


Gast: Gregor
30.06.2009 08:14
0 0

Journalismus 2.0?

1. "Was das für die kommende Legislaturperiode bedeutet [...]" - seit wann erlässt die ÖH Gesetze? Die ÖH ist eine Studierendenvertetung und nicht, wie von "Legislaturperiode" suggeriert, ein Teil der drei Gewalten in einer Demokratie. Vielleicht sollte man die Bedeutung der Worte, die man verwendet, auch kennen.

2. Wenn die Fachschaftslisten die armen FH Vertreter wirklich gegen deren Willen gewählt hätten, wäre deren korrekte Antwort bei der Frage, ob diese die Wahl annehmen, "nein" gewesen. Diese haben aber "ja" gesagt. Sie hätten sogar, als sie als Kandidaten aufgestellt wurden, zurückziehen können- dann hätte sich die Bundesvertretung 4 Wahlgänge erspart. Auch das haben sie nicht getan. Also, wo genau da "gegen den Willen" hineininterpretiert werden könnte, ist mir schleierhaft.

Ich kann nachvollziehen, dass Redakteure aufgrund des Zeitdrucks und der geringen Personalressourcen nicht jedes Detail recherchieren können, allerdings ist es ein Unterschied, ob etwas schlecht recherchiert, oder einfach nur Blödsinn ist. Speziell der 1. angesprochene Punkt ist besonders schmerzhaft, zeigt er doch ein fehlendes Demokratieverständnis.

Gast: supradyn forte
30.06.2009 01:54
0 0

wie kommt man darauf...

dass die FHler gegen ihren willen gewählt wurden. jeder der gewählt wird muss die wahl explizit annehmen und beide FHler haben das getan. ausserdem haben fest + GRAS + vsstö gemeinsam eine stimmenmehrheit. wären sich deren mandatare einig gewesen, dann hätte alles geklappt. dass nicht alle mandatare der "koalition" gehalten haben ist wohl eher NICHT die schuld der flö und dass die flö den vsstö, der der grund war, warum sie die koalition vor 1 jahr beendet haben nicht geählt hat, ist nur allzuverständlich. im übrigen war auch im 4. wahlgang die fest nicht geschlossen, auch wenn es den eindruck macht. es hat wohl eher leute gegeben, die keinesfalls mobayad als vorsitzenden wollten.

aber für gras, vsstö und ag ist wohl immer die flö schuld. langsam machen sich diese parteiheinis lächerlich!

Gast: luke
29.06.2009 17:20
0 0

diese öh

gehört abgeschafft - warum muss ich jahr für jahr soviel geld bezahlen?

Antworten Gast: Von ÖG genervter Student
30.06.2009 01:49
0 0

Re: diese öh

Bin auch der Meinung die ÖH gehört abgeschafft. Die sind keine Interessensvertretung, die nimmt eh kein Minister ernst. Der Wählerwille wird zudem wieder ignoriert - immerhin hat die AG klar gewonnen und die Linken packeln sich halt wieder zusammen. So können sie wieder jahrelang auf unsere Kosten gegen Burschenschafter und alles möglich demonstrieren und Genderseminare machen. Von Studentenpolitik haben die aber keinen Tau. Vermutlich sind sie aber auch nicht daran interessiert....

Antworten Antworten CC
30.06.2009 14:54
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Re: Re: diese öh

Stimmt vollkommen! Ich frage mich immer wieder, in welch grandiosem Zustand sich unser Hochschulsystem befinden muss, dass man als (Zwangs-)Interessensvertretung der Studenten Zeit findet, um solchen Schwachsinn zu veranstalten.

Antworten Gast: pit
29.06.2009 18:29
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keine Ahnung

aber M..l weit offen

Gehreropfer?

Antworten Gast: oetzi
29.06.2009 17:57
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Re: diese öh

"soviel geld" ist es gar nicht: etwas mehr als 1 € pro Monat!

Gast: LX_T
29.06.2009 16:46
0 0

live-blog von den wahlgängen

siehe: http://is.gd/1i6o9

Schlagzeilen Bildung