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Minister Hahn besteht auf Studiengebühren

05.07.2009 | 18:21 |  ERICH WITZMANN (Die Presse)

Wissenschaftsminister Johannes Hahn sagt im "Presse"-Interview, die SPÖ müsse über Studiengebühren sprechen. Die besten Universitäten der Welt seien jene, die Zugangsbedingungen haben.

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Die Presse: Ihre Kollegin Claudia Schmied konnte die erhöhte Lehrverpflichtung gegen den Widerstand der Lehrer nicht durchbringen, Sie wollen ihre Uni-Gesetzesnovelle gegen großen Widerstand umsetzen?
Johannes Hahn: Wir haben monatelang, seit Anfang März, mit allen Beteiligten immer wieder Gespräche geführt und vieles weiterentwickelt. Ich bin für den Abschluss vor dem Sommer zuversichtlich.

Es gibt aber keine universitäre Gruppe, die diese Reform begrüßt.
Hahn: Fast jede Gruppe begrüßt Teile davon; die Kritik, die geäußert wird, ist aber oft das, was in der Wahrnehmung übrig bleibt. Wir hatten Gespräche mit der Gewerkschaft, wir haben eine befriedigende Lösung für die Lektoren, die sowohl den Bedürfnissen der Universitäten als auch den Betroffenen selbst gerecht wird. Wir haben etwas für die Betriebsräte gemacht. In Summe muss man sagen: Die Autonomie wird fortgesetzt. Das heißt im Klartext: Noch mehr Verantwortung für die einzelnen Entscheidungsorgane an den Unis.


Es wird vielfach anders gesehen: Ministerin Elisabeth Gehrer hat den Unis eine neue Autonomie gebracht, ihr Nachfolger Hahn schränkt diese ein.
Hahn: Im Gegenteil. Ich schaue, dass sie auch gelebt werden kann. Aber ich verlange auch ein Mehr an Verantwortungsübernahme, notwendige Entscheidungen sollen vor Ort getroffen werden.

Wenn der Uni-Rat, dem Nichtangehörige der jeweiligen Uni angehören, mächtiger wird, ist das ja keine Stärkung der Autonomie.
Hahn: Doch, der Uni-Rat ist Teil der Universität, er gehört dazu ...

... er ist ein von der Regierung mitbestimmter Teil der Universität.
Hahn: Das ist Tradition. Die Universitäten sind Teil der Gesellschaft. Es fließen erhebliche Steuermittel in die Universitäten. Es ist daher naheliegend, dass wir gesamthaft ein Auge auf diese Entwicklung haben. Mit dem Konzept der Leistungsvereinbarungen, bei dem auf drei Jahre Budgets und Schwerpunkte definiert werden, haben wir eine gute Entwicklungslinie. Diese Novelle bringt eine stärkere Klarheit der Zuständigkeiten.

Der Senat, das einzige an der Uni gewählte Kollegialorgan, wird schwächer, der Rektor ebenfalls.
Hahn: Der Rektor ist nicht schwächer geworden.

Der Rektor bestimmt nicht mehr die Arbeitsverträge mit seinen Vizerektoren, er muss sein jährliches Budget vorab genehmigen lassen. Diese Agenden gehen an den Uni-Rat.
Hahn:
Wir entwickeln uns in eine Richtung, von wo aus wir eine Mischung haben aus akademischer Freiheit und der Notwendigkeit, Universitäten in ihrer Eigenschaft als Großorganisationen betriebswirtschaftlich ordentlich zu führen. Das halte ich für sinnvoll.

Gibt es einen Spielraum in den heute beginnenden parlamentarischen Verhandlungen für Veränderungen?
Hahn: Wir haben zwischen dem Ministerratsbeschluss und der ersten Ausschusssitzung noch eine Fülle von Gesprächen gehabt und einige Adaptierungen vorgenommen.

Zum Beispiel?
Hahn: Zum Beispiel eine präzise Regelung für die Lektoren. Wir haben nachjustiert, dass an den Medizin-Unis auch Ärzte in Ausbildung, also der Mittelbau, bei den Senatswahlen mitbestimmen dürfen. Wir haben etwas bei der Mitbestimmung der Betriebsräte im Uni-Rat gemacht.

Laut Gesetz soll der Ersatzbetrag des Ministeriums für die Studiengebühren gedeckt sein. Rechnen Sie nicht mit einer weiteren Steigerung der Studierendenzahlen?
Hahn: Wir haben einen ersten Hinweis, dass das so sein wird, weil im Sommersemester hat die Zahl der Neuinskribierten um 26,5 Prozent im Vergleich zum Sommersemester des Vorjahres zugenommen.

Das ist die Folge der Streichung der Studiengebühren.
Hahn: Ja. Vor wenigen Tagen wurde der österreichische OECD-Länderbericht präsentiert. Er enthält eine klare Empfehlung der OECD, Studiengebühren einzuführen. Die OECD würde sogar für Zugangsbeschränkungen plädieren. Von der SPÖ hat es eine klare Absage gegeben – man hat quasi ein Diskussionsverbot über die OECD verhängt. Im Sekundarbereich setzt Ministerin Schmied auf eine Kombination aus Fördern und Fordern. Da fehlt mir in der Bildung wirklich eine gesamthafte, schlüssige Linie der SPÖ. Wenn Bildungspolitik faktenbasiert ablaufen soll, dann kann man sich ja der Diskussion um Studienbeiträge nicht entziehen.


Wenn es mehr Studierende gibt, der Beitrag des Ministeriums aber gedeckelt bleibt, heißt das zwangsläufig ein schlechteres Betreuungsverhältnis, weniger Forschung und als Folge ein weiteres Abrutschen in den internationalen Uni-Rankings.
Hahn: Schauen wir uns die Diskussion in den nächsten Jahren an. Mein oberstes Ziel ist es, die Qualität an den Universitäten zu sichern. Man kann dies aber sicher nicht, indem man die Universitäten vergattert, alles offen und alles gratis anzubieten. Die besten Universitäten der Welt sind jene, die Zugangsbedingungen und Studienbeiträge haben, aber auch ein gutes Stipendienwesen.


Minister Hahn und die ÖVP kämpfen also weiter für die Gebühren?
Hahn: Wofür ich kämpfe, ist Qualität in Forschung und Lehre. Dafür muss ich die Rahmenbedingungen schaffen. Ich kann da nur an die SPÖ appellieren, bei der Bildung nicht mit zweierlei Maß zu messen. Kollegin Schmied hat an den Pädagogischen Hochschulen die Eignungstests eingeführt – wenn das Vorgängerin Gehrer gemacht hätte, wäre die Debatte wohl anders verlaufen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.07.2009)

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103 Kommentare
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Gast: Herbert Dietrichstein
09.07.2009 10:56
0 0

Wenn schon Beschränkungen

dann nur über Leistung.

3 0

Warum und für was zahlen?

Die Qualität unserer Unis ist von Institut zu Institut verschieden von sehr gut bis absolut miserabel. Die ROT verseuchte POWI gehört endlicht entrümpelt, weg mit Talos und Kreisky, um nur zwei zu nennen, die eine absolute Zumutung sind! Der Standard unserer Unis hängt nicht nur von den Professoren ab, sondern auch von den Studierenden. Ich kenne die POWI und dort sind die Studenten keine Elite, sondern höchstens Durchschnitt. Sorry, jemand der sich mit Politik beschäftigt weiß mehr wie ein 6. Semester. Die Geisteswissenschaften sind in einem erbärmlichen zustand, ruiniert von Linken Professoren um ihre idiotischen Ideen zu verbreiten und dafür zahlen ist eine Frechheit, jeder Euro ist zuviel.

MFG

Gast: Staunton
07.07.2009 09:02
0 3

Den Politikern der SPÖ u. der Grünen gehört sowieso ein Hilflosenzuschuss gewährt oder eine ÖVP-Plakette angesteckt, weil sie die ÖVP mit ihren Märchen immer so gewähren lassen

Ausländerthema: Da tut die ÖVP so, als ob sie die Österreicher vor einer Ausländerflut schützen würde, obwohl es kaum einen schwarzen Gewerbe-, Handwerks- und Gastgewerbetrieb gibt, in dem nicht etliche Ausländer herumschwirren. Und bei der Industrie ist es dasselbe. Und die größten Heere an ausländischen Saisonarbeitern wurden auch durch ÖVP/FPÖ ins Land geholt.

Kriminalität: Wer hat die Polizei, die Gerichte und die Gefangenenhäuser an den Rand des Kollabierens gebracht? Und wer soll die Einbrecher- und Taschelzieherbanden aus dem Osten bei ihrer bequemen Reise zum Tatort stoppen? Die ÖVP? Und wenn die Fekter nicht weiß, dass solche Banden vor allem die Anonymität und das umfangreiche Angebot der Städte suchen (und da natürlich von Städten, die man am schnellsten erreichen kann), sollte sie ihren Posten einem anderen überlassen.

Und bei den Studiengebühren ist es dasselbe: Es lässt sich wohl kaum überbieten, wie schwach SPÖ und Grüne argumentieren. Dass zusätzlich zu den vielen Kosten für Studenten (teure Studienmittel, Essen auswärts, Kleider, Taschengeld, Verkehrsmittel, ev. Miete für eine Wohnung usw.) noch dazukommt, dass 6-8 Jahre Pensionszeit verloren gehen (im Gegensatz zu Berufstätigen) und für weniger Bemittelte nach dem Studienabschluss nicht aufbringbare zusätzlich riesige Mittel für das Selbständigwerden (Büro, -ausstattung u. dgl.) erforderlich wären, scheint den Hilflosen von SPÖ und Grünen unbekannt zu sein. Oder sie wollen "ihrer" ÖVP nichts antun.

Gast: rae turdz
07.07.2009 08:23
0 2

klar besteht Hahn auf Studiengebühren

denn es ist die Aufgabe der ÖVP den Stand der herrschenden abzusichern. Dazu gehört auch, dass ja keiner von dem Pöbel da unten in die Bussi-Bussi-Schampusgesellschaft rund um dieses feine Herren durchrutscht. Die sollen alle brav von einem hungerlohn arbeitende Kirchgänger bleiben. Aber die MÜSSEN ja auch Recht haben, die haben doch auch GOTT auf ihrer SEite...

Antworten Gast: ernst
07.07.2009 15:30
0 1

Re: klar besteht Hahn auf Studiengebühren

gut erkannt, rae turdz!

dass eine partei wie die övp überhaupt groß den mund aufmacht bei einer wählerschaft, die zu 90% aus bauern besteht, die einfach aus tradition immer schwarz wählen, weil sie die herrgottpartei ist/war und nicht aus politischen gründen, ist einfach nur lachhaft.

Antworten Gast: johannes
07.07.2009 10:46
0 0

Re: klar besteht Hahn auf Studiengebühren

angehörige der bussi-bussi-champus gesellschaft haben selten eine universiät von innen gesehen. die haben höchstens - wie fendrich singt - auf dem standesamt promoviert.

Gast: plebs potus
07.07.2009 08:16
0 0

die besten Universitäten der WElt

sind für einen Durchschnittsverdiener UNLEISTBAR. Sie sind elitär und kosten ein Vermögen an Spenden. Das die Besten Universitäten in einem Land stehen, in dem anscheinend die Dummheit eine Absolute Mehrheit von 90% ausmacht ist auch merkwürdig.

heri3
07.07.2009 00:55
0 0

wie der goggel richtig sagt:

die weltbesten unis haben studiengebühren. unis mit welchen sich unsere messen können, sind überall frei zugängig!

Antworten Gast: Staunton
07.07.2009 08:25
0 0

Auch schlechtere und viel, viel schlechtere Unis als unsere verlangen ein Vielfaches unserer "Studiengebühren". Und diese Unis gibt es in wesentlich größerer Anzahl auf der Welt als gute und beste Unis.

Es gibt zum Beispiel Doktordiplome von Unis, insbesondere von Unis in den USA(!), die in Österreich bei den Behörden und Stellen, wo sie vorgelegt werden, außer einem herzlichen oder mitleidigen Gelächter kaum etwas auslösen.

Vielleicht könnte die Presse überhaupt einmal den unzähligen(!) No-Name-Unis in den USA nachgehen und das Zustandekommen der Doktorwürden aufzeigen. Wäre zumindest teilweise sehr lustig. So einen "Witzabschluß" aus den USA habe ich übrigens selbst auch schon gesehen.

Die wirklich guten Unis in kapitalistischen Ländern, deren Abschluss in der Wirtschaft, im Finanz- und im Rechtswesen einen Wert haben, kann man doch fast an einer Hand abzählen.

Und abgesehen davon, dass vom Studieren ohne Studiengebühr ÖVP-Akademiker am meisten profitiert haben, darf man zu den Vergleichen, die hier immer angestellt werden, folgendes sagen: Jene Leute, die immer kritisieren, das sie selbst so viel beim WIFI oder für andere Kurse zahlen müssten, vergessen immer, ihr Einkommen dem Null-Einkommen der Studenten gegenüber zu stellen, die mit allen ihren Kosten (Studienmittel, Verkehrsmittel, Kleidung, Taschengeld /für Erwachsene!, Essen auswärts, Miete, falls auswärts studiert werden muss usw.) einem anderen, nämlich ihren Eltern, jahrelang auf der Tasche liegen. Aber ist eh klar: De Gfraster solln wos hackeln UND in kürzester Zeit den Studienabschluß machen. So wie das die Kinder aus wohlhabenden Gesellschaftsschichten das immer machen. Oder doch nicht?

Gast: tern
06.07.2009 22:29
0 1

Studiengebühren einführen im sinne der sozialen gerechtigkeit

Studiengebühren sin din den meisten Ländern verpflichtend

In Österreich gibt es eine verpflichtende Hochschülerschaft, die leidergottes sprichwörtlich außer heißem dampf nix auf die reihe bekommt

in Österreich sind Uni Studenten von Studiengebühren befreit, wofür sich die ÖH auch stark einsetzte, jedoch FH Studenten können Länge mal Breite zahlen - da haben sie nichts erreicht ... die meisten sind ja auf der Uni - is ja nicht ihr Geld!

Soziale Gerechtigkeit: Alle oder keiner
und am Besten EU weit!

mausespeck
06.07.2009 19:24
0 1

Hahn hat recht

Was nichts kostet, ist nichts wert in unserer Gesellschaft!

Die Uni darf ruhig etwas kosten. Wo wirklich wenig Kosten anfallen sollten, ist im Vorschul, Primar und Sekundarbereich.


Antworten Gast: Steuerzahler
06.07.2009 20:20
0 0

Daher: Saftige Gehalterhöhung für Hendl Hahn!


Gast: IceAge
06.07.2009 17:56
0 0

am besten wäre,

man würde puncto Studiengebühren wieder zu der Regelung zurückkehren, wie sie vor der letzten Nationalratswahl (also vor dem Herbst 2008) war.
Zur Erinnerung: die "Abschaffung" der Studiengebühren wurde damals (als "Wahlzuckerl" ) beschlossen.
Andere (blödsinnige) "Wahlzuckerl" wie ein verringerter MWSt-Satz auf (manche) Lebensmittel wurden zum Glück nie umgesetzt.

Faktum ist jedenfalls, daß dem Staat das Geld "hinten und vorne" fehlt - also müssen sowieso neue Einnahmequellen erschlossen werden.
Vielleicht gibts auch bald wieder ein paar notleidende Banken, denen man ein paar Mrd € "borgen" muss...
Und woher soll der Staat das Geld denn nehmen, wenn nicht indem er es aus seinen (steuerzahlenden) Bürgern 'rausquetscht?
In Deutschland wird übrigens schon eine einer Belastungs-"lawine" für die Bürger (NACH der Wahl, natürlich) gebastelt, Ö wird dem schlechten Beispiel sicher auch bald folgen (müssen) - um den Staatsbankrott hinauszuzögern.

Gast: Yossarian
06.07.2009 16:56
0 0

gibt's ja eh

Sogar in Österreich gibt es ja Studien mit Zugangs beschränkungen, Auswahlverfahren, ja man könnte auch sagen: Knockoutprüfung (uuh bös). In künstlerischen Studien ist das üblich, da schreit kein Mensch. Aber Jus, Gewi, Nawi... da soll der Ungeeignetste Studieren, ist ja sozial gerecht.

Gast: ernst
06.07.2009 16:50
0 1

kann mir das jemand erklären??

1. es ist gar nicht so lange her, da hat die övp gejammert, österreich habe die niedrigste akademiker-quote nach der türkei, wir brauchen mehr studenten!
WARUM BESCHRÄNKEN SIE DANN DEN ZUGANG?

2. die qualität an meiner universität war trotz studiengebühren schon mangelhaft. ich weiß nicht wo unser geld hinkam - vielleicht war es ja für die anschaffung der teurofighter?!

Antworten Gast: johannes
07.07.2009 10:53
1 0

Re: kann mir das jemand erklären??

bitte tun sie sich den gefallen und schreiben sie nicht teurofighter. das wirkt einfach nur primitiv! so richtig kronenzeitungs-niveau. sie schreiben doch, dass sie an einer uni waren oder sind! vielleicht sind sie aber nur ein bachelor - das würde alles erklären.

Antworten Antworten Gast: ernst
07.07.2009 15:22
0 1

Re: Re: kann mir das jemand erklären??

man erkennt sowohl mit, als auch ohne titel, dass die eurofighterbeschaffung eine unnötige und teure (=teuro) ausgabe war mit dubiosen hintergrundgeschichten.
sie sind wohl ein ganz ein wiffer, erklären sie doch der bevölkerung, warum das neutrale(!) österreich zur luftraumüberwachung(!) das neueste, teuerste mehrzweckkampf(!)flugzeug benötigt, mit dem sie jetzt nicht einmal eine flächendeckende 24 stunden überwachung garantieren können und das bei kälte auch schon mal gar nicht funktionieren will.
achja stimmt, das ganze schafft ein paar arbeitsplätze in österreich! na das is natürlich ein gewichtiger grund.

aber schön polemisiert, johannes, ihre spövp-basis ist sicher ganz stolz auf sie!

Antworten Gast: derleser
06.07.2009 17:32
0 0

Re: kann mir das jemand erklären??

1) sie beschränken den zugang, wo kein platz mehr ist. erst müssen die unis ausgebaut werden, plätze geschaffen und professoren angeworben.
2) die unter pkt 1) genannten dinge sind alle nicht gratis
3) die studiengebühren sind so niedrig, dass sie von der eigenen verwaltung wieder aufgefressen werden. für die eurofighter tätest da nicht mal ein treppchen zum reinklettern bekommen. in der jetzigen form eine reine alibi-aktion, um es überhaupt was kosten zu lassen denn zu viele studenten glauben (wie übrigens auch die meisten anderen) was nix kost is auch nix wert.

es ist das bildungssystem was im argen liegt. die unis sind nur ein teil dessen. und kosten darf es natürlich nix - oder wer möchte schon mal die geldtasche aufmachen? nicht vergessen - wenn der staat zahlt zahlen wir alle.
wieviel ist uns, jedem einzelnen, bildung wert?
bitte mal ganz ehrlich sein...

Antworten Antworten Gast: ernst
06.07.2009 19:24
0 0

Re: Re: kann mir das jemand erklären??

nein es wird darauf hinauslaufen, dass alles beschränkt wird.
und ausbau und platzschaffung wird es wohl nur mehr für eliteunis geben, denn der ausbau ist schon längst überfällig.

bildung muss immer gratis sein!
da gibt es viel mehr einsparungsmöglichkeiten an anderen stellen zum ausgleich.

Antworten Antworten Antworten Gast: derleser
06.07.2009 21:02
0 0

einsparungspotenzial

natürlich gibt es an anderen stellen auch einsparungspotenzial. aber dieses: gespart werden muss woanders, aber xy darf nicht betroffen sein - das kann nicht funktionieren.

bildung kann gar nicht gratis sein - sie muss noch viel mehr kosten, damit wir endlich beste fachkräfte in besten einrichtungen auf unseren nachwuchs loslassen können.
nur bezahlen will es keiner!

grundbildung muss ohne zusatzkosten angeboten werden. komischerweise kostet manches semester hauptschule mehr an zusatzkosten als manches semester studium!
aber höhere bildung darf und muss auch persönliche beiträge kosten.
und wenn mir als vater einer gymnasiastin deren direktor ins gesicht sagt: das schuljahr kostet bei uns locker 1500 euro extra, wenn ihnen ihr kind das nicht wert ist schicken sie es auf die hs - dann kann ein studienjahr sogar das doppelte kosten und ich finde das in ordnung!

stipendiensysteme sind in ordnung, aber dieses unsägliche mit-der-gießkanne-geld-verschütten kann es ebensowenig sein wie das ewige zahlen-sollen-alle-andern.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Herbert Dietrichstein
09.07.2009 11:02
0 0

Re: einsparungspotenzial

Bildung ist nicht gratis. Wir alle bezahlen die Schulen und Universitäten über die Steuern, die wir Jahr für Jahr abführen.

Studiengebühren, die so hoch sind, wie Sie es fordern, sind in höchstem Maße unfair. Wenn schon Beschränkungen, dann über Leistung - die klügsten Köpfe sollen studieren und nicht die, deren Eltern das dickste Geldbörsel haben.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ernst
07.07.2009 10:09
0 0

Re: einsparungspotenzial

mit ihrer meinung, dass ein studienjahr 3000 kosten soll, wird nur wieder ein keil in die gesellschaft getrieben, der es kindern von reichen eltern erlaubt zu studieren, während weniger verdienende auf der strecke bleiben und sich nach anderen berufen umsehen müssen.
wie kann bitte die finanzielle lage ausschlaggebend sein, ob jemand studieren darf oder nicht?
ich glaube nicht, dass es eine einzige studie gibt, die besagt reich = intelligent.
zweiter punkt: wenn österreich zu wenig akademiker hat und dann gebühren von 1500 pro semester eingefordert werden, ist das ähnlich zielführend wie "hungern gegen abnehmen".
sie scheinen mir ganz gut zu verdienen, wie wärs wenn sie bei sich selbst anfangen und monatlich dem staat noch 30% ihres gehalts spenden würden?
was? das wollen sie nicht? zahlen sollen also doch die anderen?
es lässt sich eben leicht sagen der und der soll zahlen, wenn man selber nicht betroffen ist.
damit werden sie genau zu so einem "xy", das sie aufgezeigt haben!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: derleser
07.07.2009 17:43
0 0

xy?

wenn sie meine kommentare gelesen hätten, hätten sie bemerkt dass ich für stipendiensysteme bin, die es auch finanziell schlecht gestellten ermöglichen, fähige jugendliche an die unis zu schicken. eine aufnahmeprüfung sorgt dafür, dass die intelligenten studieren und eben nicht wie jetzt jeder depp seine semester abfeiert. und dafür zahlen die dazu, die können, und die die nichts haben, werden gestützt bzw. mit zinsfreien ausbildungskrediten gefördert.

ich verdiene als epu einen mittleren angestelltenstundensatz, arbeite allerdings rund um die uhr und zahle z.b die REALEN 1500 euro im jahr für das gymnasium meiner tochter zusätzlich zu meinen deftigen steuern. und ich werde ihr noch mehr zum studium zuzahlen. also ich gehöre bereits zu denen, die ohne jammern einen höheren teil leisten, eben weil es mir die bildung meines kindes wert ist. ich bin kein xy, deswegen wage ich es ja auch, bei der verteilung meiner steuergelder meine gedanken und meinungen einzubringen.

zahlen sollen eben nicht die anderen, sondern die eltern von studenten oder die studenten selbst. und für ein stipendiat- und kreditsystem bleibt dann auch noch was übrig.
aber das wäre ja dann an leistung gekoppelt, und das geht hier in österreich schon mal gar nicht.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ernst
07.07.2009 22:50
0 0

Re: xy

sie haben offensichtlich keine ahnung, wie es in der universität aussieht.
ich kann sie beruhigen: die deppen, vor denen sie so viel angst(/eifersucht?) haben, schaffen noch nicht einmal die hälfte des studiums, da braucht es wirklich kein zusätzliches aussiebeverfahren!
ich kann sie auch ein weiteres mal beruhigen: es feiert keiner seine semester ab - ab einer gewissen anzahl muss man wieder zahlen - es gibt keine sogenannten "bummelstudenten".

ich würde sie auch sehr gerne sehen, wenn ihre eigene tochter die von ihnen selbst gewünschte eingangsphase nicht schafft und sich ihren studientraum daher nicht erfüllen kann!
meiner meinung nach soll sie eine schöne studienzeit haben - umsonst und ohne schikanen - genau so wie die ganzen politiker es hatten, die sich für studiengebühren einsetzen.
wer eifersüchtig ist auf das studentenleben, kann gerne selbst inskribieren und zeigen, was er drauf hat!

övp-einstellung = schikanen
schikanen = weniger studierende
weniger studierende = weniger akademiker als konsequenz. und schon stünden wir in österreich vor einem (nicht nur finanziellen) problem, das die jetzige diskussion "studiengebühren ja oder nein" in den schatten stellt.
daher noch mal meine position: bildung bleibt frei, eingespart werden soll in offensichtlichen problembereich. ich sehe zb. nicht ein, dass unsere eu-beiträge regelmäßig in den sumpf gesetzt werden - DA ist es wirklich verloren, aber doch nicht bei unserer jugend!

Gast: de rossi
06.07.2009 16:47
0 0

hahn hat recht

warum für bildung nicht etwas beisteuern? warum muss ich für den führerschein blechen, warum muss ich für die berufsreifeprüfung blechen, diese "ausbildungen" stellen die basis für ein "normales" leben dar - für die habe ich zu bezahlen aber für ein studium nicht, wie das?

ich musste für jede prüfung € 70,- in der maturaschule hinblättern, das studium zahlt aber die allgemeinheit - wo ist denn da die soziale gerechtigkeit, fairness und freie (gratis) bildung für alle - ich sehe nur, dass (a)soziale sich wieder alles zahlen lassen.

Die Leute, die gratis bildung (studium) genießen sollen, sollen auch dementsprechend viel lernen - die leute die nur daran interessiert sind "owe zu zahn" und party zu machen, und dann mal in paar vorlesungen gehen und sich über die ach so teuren studiengebühren aufregen, die haben so wie so nichts dort verloren, waschlappen.


Gast: derleser
06.07.2009 16:36
1 0

alles gratis für alle?

wenn aus studenten akademiker geworden sind, liegt ihr einkommen meist auf einem sehr viel höheren level als das des durchschnittsverdieners.

warum nicht ein system der bildungskredite? jeder scheiß wird im voraus gekauft, kredite für auto, fernseher und sessel sind die norm, aber für bildung...

einfaches system: studenten finanzieren einen teil des studiums über zinsbegünstigte (bzw. zinsfreie) bildungskredite, die folgend zurückgezahlt werden:
1) nach einer aufnahme einer arbeit im inland 50% des kredites in dem einkommen angemessenen raten
2) nach einer aufnahme einer arbeit im ausland 100% des kredites in dem einkommen angemessenen raten.
3) bei hinschmeißen des studiums ohne ausreichende begründung (z.b. unfall - invalidität etc) 100% sofort fällig.

in vielen ländern ist es normal, für eine hohe oder gar elitäre ausbildung auch einen finanziellen teil zu leisten.

außerdem, um das argument der hochbegabten aus armen schichten zu berücksichtigen - natürlich kann ein stipendiensystem menschen mit hoher leistung und schwachem finanziellen background unterstützen.

staat und universitäten sind dafür den studenten gegenüber in der pflicht, d.h. die studenten können endlich als zahlende kunden vertragliche leistungen einfordern und zur not einklagen.

forschungen der universtitäten in zusammenarbeit mit unternehmen, sponsoring bei mitteln - warum nicht?

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