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Medizin-Aufnahmetest: Soziale Kompetenz nicht geprüft

16.08.2009 | 19:31 |  ERICH WITZMANN (Die Presse)

Christiane Spiel analysierte für das Wissenschaftsministerium, warum Frauen schlechter abschneiden. Die Ursachen liegen bei der Schule und beim Test selbst. Ein "Presse"-Interview.

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Die Presse: Große Aufregung nach den Aufnahmetests an den drei österreichischen Medizin-Unis: Die Frauen haben prozentuell signifikant schlechter abgeschnitten. Vor zwei Jahren wurde gerade deswegen vom Wissenschaftsministerium eine Arbeitsgruppe unter Ihrer Führung eingesetzt. Konnten die Ergebnisse nicht umgesetzt werden?

Christiane Spiel: Offensichtlich nicht. Es gibt zwei Linien, in denen wir argumentiert haben. Die eine war auf die Tests bezogen, die andere auf die Sozialisation in der Schule davor.

Maßnahmen in der Schule sind wohl längerfristig ausgelegt.

Spiel: Das ist völlig klar. Wir haben argumentiert, dass das Problem in die Lehreraus- und -fortbildung eingehen muss. Wir haben in unseren Empfehlungen einige Vorschläge dazu gemacht, ich weiß nicht, welche Maßnahmen gesetzt wurden. Es zeigt die Forschung, das Mädchen wenig bestärkt werden, sich für Mathematik und Naturwissenschaften zu interessieren. Die Unterschiede bemerkt man am Ende der Volksschule, bis dahin sind keine Unterschiede sichtbar. Das hat unter anderem damit zu tun, dass es bei vielen Lehrerinnen und Lehrern noch immer geschlechtsspezifische Stereotype gibt, die ihnen gar nicht bewusst sind. Das führt dazu, dass Knaben häufiger drangenommen werden, vor allem, wenn es um Experimente geht, dass bei der Benotung bei Mädchen eher Fleiß und Einsatz herangezogen werden, während es bei Knaben keine Verstärkung für Fleiß gibt. Wenn man Lehrer nach Berufen für Schüler fragt, kommt bei Knaben viel häufiger der Hinweis auf Technik, auf Naturwissenschaften; bei Mädchen werden viel öfter Sozialberufe genannt.


Dann haben Sie Änderungen bei den aktuellen Tests vorgeschlagen.

Spiel: Genau. Wir haben die Tests analysiert. Es gibt zwei Bereiche, die wir vor allem bezogen auf geschlechtsspezifische Unterschiede typisiert haben. Der eine ist: Was wird überhaupt alles abgeprüft? Wenn man sich das Anforderungsprofil für den Medizinberuf ansieht, so wurden ja ursprünglich im EMS (Schweizer Test für Wien und Innsbruck, Anm.), der ja auf dem deutschen Test für medizinische Studiengänge basiert, viel mehr Anforderungsprofile definiert, wozu unter anderem auch soziale Kompetenzen gehören.

Die gibt es bei uns nicht?

Spiel: Die sozialen Kompetenzen sind natürlich methodisch schwieriger abprüfbar. Mit mehr Aufwand ist das für einen zuverlässigen Test aber sicher möglich. Das führt jetzt dazu, dass möglicherweise bestimmte Gruppen benachteiligt sind. Es wird wohl jeder bestätigen, dass es für einen Arzt, für eine Ärztin sehr, sehr wichtig ist, dass diese gute soziale Kompetenzen haben. Diese Bereiche werden nicht entsprechend geprüft.

Das trifft auf beide Geschlechter zu.

Spiel: Ja, offensichtlich sind Frauen stärker benachteiligt, weil sie während der ganzen schulischen Sozialisation in sozialen Bereichen bestärkt werden. Wir haben eben im Kopf, dass Mädchen mehr sozial sind. Ein weiterer Bereich: Wir haben uns das Auswahlverfahren nicht nur als Gesamtes angeschaut, sondern auch die einzelnen Aufgaben. Und da zeigt sich, dass ein wichtiges Gütekriterium ist, wie gut eine Aufgabe in der Lage ist, zwischen Personen, die grundsätzlich in diesem Bereich gut sind, und den weniger guten zu differenzieren. Da hat sich eben herausgestellt, dass gerade beim EMS diese Trennschärfe nicht gut gegeben ist. Ein weiterer Mangel, der auch für den Grazer Test gilt, ist die Ratewahrscheinlichkeit. Die Aufgaben haben fünf Antwortalternativen, von denen eine richtig ist. Ich löse also durch Raten, durch Zufall, 20Prozent der Aufgaben.

Durch das Ankreuzen einer der vorgegebenen Antworten.

Spiel: Ja, aber die Literatur zu Tests im Allgemeinen sagt, dass mehr Männer dazu neigen zu raten und das zu nützen, während die Frauen das weniger tun. Sie neigen eher dazu, nichts anzukreuzen. Es ist übrigens sehr einfach, Testverfahren auch mit Antwortalternativen zu entwickeln, bei denen es keine Ratewahrscheinlichkeit gibt. Wenn unter Umständen mehrere Antworten richtig sind, fällt die Ratewahrscheinlichkeit weg.

Wann haben Sie die Ergebnisse der Arbeitsgruppe vorgelegt?


Spiel:
Im Vorjahr knapp vor den Auswahlverfahren 2008.

Sind Sie jetzt über das Ergebnis 2009 überrascht?

Spiel:
Nein. Das, was wir damals beobachtet haben, ist ja kontinuierlich derselbe Befund, nur im Vorjahr war es etwas schwächer, was halt eine Zufallsschwankung war. Das Problem ist jedenfalls nicht gelöst, wenn nicht entsprechende Maßnahmen gesetzt werden. Meines Wissens nach wurde das Auswahlverfahren weder durch zusätzliche Subtests ergänzt, noch wurden Maßnahmen in der schulischen Sozialisation gesetzt.

Die Geschäftsführerin der SPÖ-Frauen, Andrea Mautz, die ja einmal Hochschülerschaftsvorsitzende war, fordert für Frauen eine Aufnahmequote von 50 Prozent unabhängig von der Testreihung. Ist diese Frauenquote zielführend?

Spiel: Nein, ich finde das nicht gut. Wir sollten eher hergehen, die Tests so anzupassen, dass sie wirklich das Anforderungsprofil für die Berufseignung erfassen, und dass auch sonstige Mängel des Testverfahrens beseitigt werden. Und in der Schule, in der Lehrerausbildung muss etwas geschehen.

Das diesjährige Ergebnis muss man also zur Kenntnis nehmen?

Spiel:
Das muss man zur Kenntnis nehmen, aber man sollte jetzt endlich wirklich etwas tun. Wir würden uns sonst davor drücken, uns mit dem Problem grundsätzlich auseinanderzusetzen.

(c) Die Presse / JV

ZUR PERSON – DIE EXPERTIN FÜR BILDUNGSFRAGEN

Bildungspsychologin Christiane Spiel (Uni Wien) ist in zahlreichen internationalen Gremien tätig, in Österreich war sie unter anderem Mitglied der Zukunftskommission des Bildungsministeriums, Mitglied der Arbeitsgruppe Eliteuniversität des Bildungsministeriums und Bereichsverantwortliche für den ersten Nationalen Bildungsbericht. Im Frühjahr 2008 legte sie den Bericht über die Ursachen für das unterschiedliche Abschneiden von Männern und Frauen bei den Aufnahmetests der Medizin-Unis Wien, Graz und Innsbruck vor. [Fabry]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2009)

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61 Kommentare
Gast: Gast
18.09.2009 13:57
0 0

Berücksichtigung einschlägiger Erfahrung

Ich finde, beim Aufnahmeverfahren sollten einschlägige Erfahrungen berücksichtigt werden, z.B. Sanitäterausbildung, Tätigkeit beim Roten Kreuz etc.

Das bringt den angehenden Studenten wahrscheinlich mehr, als sich den Vornamen des 3 Patienten richtig gemerkt zu haben...

Gast: conscientia
03.09.2009 21:25
0 0

Medizin Aufnahmetests

Wenn österreichische Med Unis mit einem vorbildlichen Beispiel vorangehen wollen, sollten sie das NICHTRAUCHEN zur Aufnehmevoraussetzung machen.

Die JURIDISCHEN FLKULTAETEN würden auch keine Gesetzesbrecher zum Studium zulassen.

Gast: conscientia
03.09.2009 21:25
0 0

Medizin Aufnahmetests

Wenn österreichische Med Unis mit einem vorbildlichen Beispiel vorangehen wollen, sollten sie das NICHTRAUCHEN zur Aufnehmevoraussetzung machen.

Die JURIDISCHEN FLKULTAETEN würden auch keine Gesetzesbrecher zum Studium zulassen.

thomas.s.
22.08.2009 16:15
0 0

Für eine rückwirkend bessere Ausbildung

"Wir haben eben im Kopf, dass Mädchen mehr sozial sind."

Antworten Gast: Zynicus
22.08.2009 18:31
0 0

Re: Für eine rückwirkend bessere Ausbildung

"Und daß sie gescheiter sind, besser studieren, fleißiger sind, ist uns auch immer eingehämmert worden!"

Gast: Schweigi
22.08.2009 12:35
0 0

Nur weil eine Person....

weiblich ist bedeutet das nicht unbedingt, dass sie bessere Sozialkompetenzen besitzt.
Ich möchte für meine Behandlung den besten Arzt,....egal ob männlich oder weiblich,.....dumme Quotenregelung!

Gast: Dr.Gernot Stöckl
21.08.2009 15:56
0 0

Warum verbietet die political correctness die Feststellung,

daß Männer eben schneller laufen können, als Frauen!

Das ist doch eine Tatsache!

Offensichtlich bestehen doch Unterschiede zwischen Mann und Frau!

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SPOe Mautz

unglaublich in welcher Denkweise die Sozialisten verharren, Quotenregelungen selektiv angewendet entbehren jeder demokratischen Grundlage, wo soll der Unsinn denn aufhoeren, will man in jedem Beruf genau 50% fuer beide Geschlechter? warum nicht dasselbe fuer die Augenfarbe, Koerpergroesse usw. Bezeichnend, dass sie nicht aus der Partei rausgeschmissen wird und die (Staats)Medien nicht mehr zu sagen haben

Beharrliche Verletzung ethischer Grundsaetze

Der Rektor der MUW ist ein Wiederholungstaeter: Obwohl Diskriminierung von Frauen Verboten ist,
Obwohl er seit drei Jahren weis, das der EMS Frauen diskriminiert, laesst er ihn immer wieder unverbessert zur Selektion kuenftiger MedizinerInnen anwenden . Dieses Beharren auf einem fehlerhaften Prozedere wirft auch ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Qualitaetsverbesserung der Medizin in Oesterreich.

Antworten Gast: Erstaunt
19.08.2009 10:03
0 0

Re: Beharrliche Verletzung ethischer Grundsaetze

Was hat eine eventl. fixierte Frauen/Männerquote mit der Qualtität der Medizin zu tun?

Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
18.08.2009 21:05
0 0

Re: Beharrliche Verletzung ethischer Grundsaetze

Aha, es ist eine Diskriminierung von Frauen, wenn man ihre Eignung für das Medizinstudium feststellen will! Sehr interessant welche Auswüchse das Gutmenschentum mit seiner feministischen Schlagseite schon treibt!

Gast: pigi
17.08.2009 15:36
0 0

KOKO: kOMUNIKATION UND KONTAKT

Das passiert ,wenn Mensch statt Mensch kontakt nur Computer sucht.Es fehlt heute zu Tag mehr mensch Komunikation.

roger
17.08.2009 14:54
0 0

Der ganze Test ist ein Witz

Früher gab es in Österreich ca. 3000 Studienanfänger in Medizin pro Jahr. Seit der Umsetzung des EuGH-Urteils und Einführung dieses komischen Aufnahmetests gibt es plötzlich nur mehr 1500 Studienplätze.

Ist Österreich mit Ärzten überversorgt? Warten wir nicht alle bis zu 3 Monate auf einen Facharzttermin? Wer profitiert dann von dieser seltsamen Beschränkung?

Ich vermute, die Ärztekammer lacht sich "ob der bösen EU" heimlich ins Fäustchen, scheinen doch mit dieser Regelung die Pfründe für die eigene Klientel auf Jahrzehnte hinaus gesichert.

Beim derzeitigen Aufnahmetest liegen "Sieg und Niederlage" wahnsinnig eng beisammen. 3 richtige Antworten mehr (von 200 Fragen), und man liegt 250 Plätze weiter vorne.

Beim derzeitigen Test kommen meiner Meinung nach vor allem die größten Streber und Auswendiglerner weiter. Insofern gebe ich Frau Spiel recht, dass der Test überarbeitet werden müsste.

Antworten Gast: Dr. Hystero
18.08.2009 09:45
0 0

Re: Der ganze Test ist ein Witz

1. Strebern ist beim Med Studium nicht unwesentlich. 2. Warum schaffen dann eigntlich weniger Frauen den Test?

roger
18.08.2009 12:57
0 0

Re: Re: Der ganze Test ist ein Witz

Beide Einwände sind sicherlich richtig. Woran es wirklich liegt, erkläre ich mir so: die Männer gewinnen durch BH/Zivildienst ein wichtiges Jahr an Reife und Abgeklärtheit. Und das scheint bei diesem Test, wo es oft um eine richtige Antwort mehr oder weniger geht, wichtig zu sein.

Gast: Gast
17.08.2009 12:58
1 0

Wahnsinn

Ein faschistoider Wahnsinn, der hier zu Tage tritt.

Da eine kleine Gruppe von Überfrauen nun klar erkennen muss, dass ihre Ideologie nichts taugt, wird nun mit aller Gewalt, wider jede Vernunft, vorgegangen. Dass hier wiedereinmal alle (=Männlein und Weiblein) draufzahlen werden, ist sekundär und wird billigend in Kauf genommen.

Liebe Emanzen, hört auf die Menschen auseinander zu dividieren und fördert lieber das Zusammenleben. Eine gescheite Hausfrau mit Kindern hat für die Gesellschaft einen grösseren Wert als eine kinderlose, egoistische Super-Emanze (Pension, Kindeserziehung, ...).

Glauben Sie mir, ich kenne so viele gescheite und erfolgreiche Frauen, die ihre Gene niemals mehr weitergeben werden können - es ist die reinste Verschwendung!

Gast: sepplhuaba
17.08.2009 10:22
1 1

....

das interview möcht ich mir nicht mal durchlesen, denn solange immer irgendwer oder irgendetwas schuld ist, nur nicht die person selbst, wobei jungs und mädls ja die gleichen pflichtschulen besuchen, verlier ich immer mehr den respekt vor diesen dummen kampfemanzen. dieses ganze verblödete, pseudointelektuelle getue bringt uns eher mehr auseinander als zusammen!!!

Gast: Dr. Hystero
17.08.2009 09:33
1 0

Laß das Baucherl ans Messserl

Ja genau schnell die soziale Kompetenz prüfen. Also mit hearing. Mit "gut" durchsetzter Kommission, also so richtig "objektiv" eben. Aber wenn auch der soziale Teil bestanden sein sollte, den nicht bestandenen Faktenteil wird er doch nicht ersetzen können? Oder ? Oder will man hier Logik durch Baucherl ersetzen um seine Kandidatinnen durchzudrücken? Eine Sauerei ist es ohnedies den Durchgekommen die soziale Kompetenz a priori abzusprechen.

Kelte
17.08.2009 09:26
2 0

Gegenderte Intellektuelle

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass eine solche Ungleichverteilung nur dann skandalisiert wird, wenn Männer besser abschneiden als die neunmal klugen Damen.
Den Schluss zu ziehen, dass Männer und Frauen eben geschlechterspezifisch unterschiedliche Neigungen und/oder Begabungen zeigen und die Ergebnisse der genannten Tests diese eben widerspiegeln, verbietet sich von selbst.
Folglich muss also der schlimmste Feind jedes Gleichheitsbewegten, nämlich „Diskriminierung“ im Spiel sein.
Österreich verfügt doch bereits jetzt über Legionen von jungen Geisteswissenschaftlern, jedoch kaum über Nachwuchs an Facharbeitern, die imstande wären, einen Nagel einigermaßen gerade in die Wand zu schlagen.
Eine gendergesteuerte Politik tut dem Land nichts Gutes.

Gast: Wiener
17.08.2009 06:45
3 2

Schöner Mist für die EmanzInnen....

Da wird uns immer gesagt die "Innen" seien besser als der männliche Abschaum und dann tut sich furchtbarereweise ein Unterschied auf der trotz Anpassungen(!) nicht wegzubekommen ist!
Tragisch für die "Innen"......

Gast: Freiheit
17.08.2009 05:58
3 0

Leistung ist nicht mehr wichtig

Leider ist das wieder ein Schnellzug in die falsche Richtung. Statt hier unqualifiezierte Frauen aufzunehmen sollten man eher schauen dass diese besser qualifiziert zum Test kommen. Diese political correctness wird langfristig den Politikern explodieren. Die Mehrheit wird es sich nicht gefallen lassen, dass sie staendig in die 2. Reihe gestellt werden nur weil sie dem Profil nicht entsprechen, Gerichtsverfahren verlieren die umgekehrt nie stattgefunden haetten. Mehr Steuern zahlen, etc. Siehe Exfreund verklagt. Ihre Rechte beschraenken nur um einer Gruppierung mehr Rechte zu geben. Man kann nicht Nachteile gewisser Teile der Bevoelkerung aufheben indem man andere diskriminiert. Langsam aber sicher steigt die Frustration der Bevoelkerung irgendwohin wird sich dieser Zorn richten. Ich nehme mal an gegen gerade eine dieser Gruppen.

Lexington
17.08.2009 01:19
5 0

Ist das Gesundheitswesen noch gesund?

2015 in Österreich: Informationsschild einer Ärztepraxis:

"Mein ärztliches Können ist nicht hervorragend, aber dafür bin ich so sozial, dass ich Ihnen nach meiner Behandlung das eventuell nötige Begräbnis organisiere.
Außerdem haben sie den Kampf der Frauen auf Gleichberechtigung tatkräftigst unterstützt, da sie mich als Ärztin ausgewählt haben. Für Ihren Mut, mich als Ärztin zu wählen und fachlich kompetentere aber sozial wenig geprägte Männer mit Verachtung zu strafen, gebührt Ihnen ein Orden der Frauenministerin."

Gast: qed
17.08.2009 00:22
3 0

"Sie neigen eher dazu, nichts anzukreuzen."

Wenn es keine Negativpunkte für falsche Antworten gibt, dann disqualifiziert dieses Verhalten ja schonmal die jeweilige Teilnehmerin bzw. den jeweiligen Teilnehmer.

"Wir sollten eher hergehen, die Tests so anzupassen, dass sie wirklich das Anforderungsprofil für die Berufseignung erfassen"
soll heißen: Die Tests werden so lange modifiziert, bis Frauen mindestens 50% stellen.

Frauendiskriminierendere Aussagen als in diesem und ähnlichen Interviews findet man selten.

Gast: Ace
16.08.2009 23:33
0 0

Ausbildungsqualität

Jeder will den "besten" Arzt und glaubt dass die "intelligentesten" auch die "besten" sind...
interessant nur, dass gerade die oft hochmotivierten, karrieremachenden, intelligenten Personen oft die von sich am überzeugtesten sind....
und schon passiert ein Fehlerchen.....der durch die einfachste, langweilige, angstmindernde, von mir aus händchenhaltend durchgeführte Anamnese vermeidbar gewesen wäre.
Aber das bringt leider keinen Nobelpreis.
-Sage ich als Absolventin der MUW (mit Prüfungsresultaten >90%) gerichtet an all jene, die über Softskills im Medizinischen Bereich lächeln.

1 0

Testverfahren

Es besteht auch die Möglichkeit für falsche Antworten "Negativpunkte" zu vergeben. Das fürt dazu, daß nur gesichertes Wissen verwendet wird. Dies hätte auch Vorteile für das weitere Berufsleben oder wollen sie einem Mediziner gegenübersitzen, der sagt "schau mir mal"? Neben Multiple choice Tests gibt es auch die Möglichkeit ein Mehrstufenverfahren anzuwenden. Erst Auswahl durch ein Testverfahren, weiter mit einem persönlichen (kommissionellen) Gespräch, das Problem mit der sozialen Kompetenz wäre sehr schnell gelöst. Die Ekekutive führt persönliche Gespräche. Man könnte den Eindruck gewinnen, die Medizin-Unis betreiben weniger Aufwand, ihren Nachwuchs auszuwählen, als die österreichische Exekutive. Das wäre wohl ein Armutszeugnis.

Gast: Hans-Joachim Fuchs
16.08.2009 21:23
0 2

Der EMS Test diskriminiert Frauen

Der EMS Studieneingangstest bestraft Umsicht, Reflexivitaet,Gruendlichkeit, das ist Effizienz, also sehr wertvolle Einstellungen und Faehigkeiten, die fuer den Arztberuf besonders wichtig sind.
Eben deswegen sind naemlich Frauen in der Patientenbetreuung besser. Z.B. haben von Aerztinnen behandelte DiabetikerInnen nach einer Studie der Universitaet Köln bessere Behandlungsergebnisse.
Ein Studieneingangstest zur Berufsausbildung von AerztInnen sollte schon die Anforderung erfuellen, dieser Realitaet zu entsprechen.

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