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Bachelor: Bestellt und nicht abgeholt

20.09.2009 | 18:37 |  JULIA KERN (Die Presse)

Bachelors sollten früher als Diplomabsolventen in den Job einsteigen. Doch geht der Plan auch auf? Die österreichische Realität sieht anders aus.

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WIEN. „Ich bin Bachelor, und kein Mensch weiß, was das ist!“ So, wie eine Studentin auf der Onlinestudentenplattform StudiVZ über ihren Studienabschluss schreibt, haben sich das die 29 europäischen Minister wohl nicht gedacht, als sie 1999 die Bologna-Erklärung unterzeichneten. Dem Papier zufolge sollten Bachelorabsolventen nach drei Jahren Studium an einer österreichischen Uni oder FH ein Jahr früher in den Job einsteigen können.

Die österreichische Realität sieht anders aus: Laut Personalberater Iventa nehmen Arbeitgeber den Bachelor noch nicht als Berufsausbildung wahr. Gerhard Riemer, Bereichsleiter für Bildung in der Industriellenvereinigung (IV), wird präziser: „Einzelne Bachelorabschlüsse sind an der Technischen Uni ein Zwischenabschluss, ein besserer erster Studienabschnitt.“ Doch auch von der Vorbildung hängt ab, wie gut die Chancen eines TU-Bachelor stehen, gleich in den Beruf einzusteigen. Bei Klaus Mörtl, Personalchef der Mobilkom Austria (A1), haben TU-Bachelors mit HTL-Matura gute Jobaussichten. Für solche mit AHS-Matura sehe die Sache schlechter aus. Jenny Dinich, Personalchefin von Microsoft Österreich, ist bei der Besetzung einer Stelle eine fachliche Grundlagenbildung wichtig und die nötige Leidenschaft für den Job. Ob jemand als Bachelor oder Master zu ihr komme, sei egal.

 

Überlastete Studienpläne

Ingeborg Kühling-Garfield ist Direktorin der Europa-Wirtschaftsschulen, einer Privatuni in Wien. Sie setzt noch eins drauf: „Uni-Studenten haben auch, wenn sie bis zum Doktorat studiert haben, schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt.“ Es sei denn, sie hätten sich Soft Skills wie EDV- und Englischkenntnisse oder die Fähigkeit, „auch in der deutschen Sprache ordentlich zu kommunizieren“, anderswo angeeignet. Die Unis müssten sich bei der Gestaltung der Studienpläne stärker fragen: „Welche Kompetenzen soll der Student haben?“ Im Moment wolle man möglichst viele Inhalte im Studienplan abarbeiten: „Keiner fragt, wozu die Studenten die brauchen“, so Kühling-Garfield. „So wie die Unis den Bachelor strukturieren, zeigen sie, dass sie ihn nicht wollen.“ Die Fachhochschulen seien mit ihrer Praxisorientierung jedoch ganz gut unterwegs.

87 Prozent der Studenten, die an einer österreichischen Uni oder FH mit Bachelor abschließen, hängen noch ein Masterstudium dran. Nicht einmal ein Viertel (13 Prozent) wagt sich damit gleich auf den Arbeitsmarkt. Selbst professionelle Personalchefs hätten keine Informationen darüber, „was der Bachelor ist, was er kann und wofür er gedacht ist“, sagt IV-Experte Riemer. Die Personalchefs sehen das nicht so eng: „Wir sind aktiv mit den Fachhochschulen in Verbindung und wissen Bescheid, woher wir die richtigen Mitarbeiter bekommen“, sagt etwa Birgit Payerl, Recruiting-Chefin der Erste Bank Österreich.

 

Stellenwert nicht geklärt

Arthur Schneeberger, Experte vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, sieht sich eher auf der Seite Riemers: „Der Stellenwert des Bachelor im Bildungssystem ist nie diskutiert und bis heute nicht geklärt worden. Wir brauchen eine Strukturdiskussion über den tertiären Bildungssektor. Berufsbildende Höhere Schulen (BHS, Anm.), Bachelor, Master und zweijährige Kollegs müssen klar voneinander abgegrenzt werden.“

Im englischsprachigen Raum, in dem das Bachelor-Master-System als Erstes eingeführt worden ist, reiche ein Bachelorabschluss für den Einstieg in Toppositionen. Die österreichischen Abschlüsse seien jedoch, entgegen der Intention des Bologna-Prozesses, international nicht vergleichbar. Der englische oder amerikanische Bachelor entspräche in Österreich dem Abschluss einer Berufsbildenden Höheren Schule plus fünfjähriger Berufserfahrung. Dieses Berufssegment sei jedoch durch die BHS-Absolventen auch gut abgedeckt. „Der Bachelor in den USA ist ein achtsemestriger erster Studienabschluss, der eine gute Grundlagenausbildung bietet. Ich glaube nicht, dass wir Europäer uns anmaßen können, den amerikanischen Bachelor so abzuwerten“, kommentiert Kühling-Garfield, die ihren Bachelor selbst in den USA gemacht hat, Schneebergers Aussage.

Das Wissenschaftsministerium will die Zahl der Bachelors, die direkt in den Beruf einsteigen, deutlich erhöhen, so Nikola Donig, Sprecher von Minister Johannes Hahn (ÖVP). Verpflichtende Ziele müssten mit Hochschulen und Unternehmen zwar erst diskutiert werden, doch 50 Prozent sei eine Quote, über die man verhandeln könne. Nachsatz: „Dies ist jedoch ein ambitioniertes Ziel.“

Auf einen Blick

Die Absolventen eines Bachelorstudiums werden auf dem Arbeitsmarkt unterschiedlich beurteilt. Personalchefs finden die Absolventen gut, beanstanden aber die mangelnde Erfahrung. Bildungsexperten üben Kritik an überfrachteten Studienplänen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2009)

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21 Kommentare
Gast: abc
21.09.2009 08:10
0 0

die Vorteile die ich von Master und Bachelor kenne..

Für mich ist der vakante Vorteil eines Bachelor/Master organisisiertem Studium jener, dass ich nach 3 Jahren, mich um- oder neuorientieren kann. Ich hatte bspw. als Bacc. ein TEchnikstudium (Energietechnik) absolviert und danach mich auf Wirtschaftsingenieurwesen (Entwicklung) in einer anderen Hochschule im Master spezialisiert. Jetzt bin ich in der Entwicklung im Kraftwerkssektor tätig.

ad. Anerkennung des Bacc. am Arbeitsmarkt: obwohl ich nur eine AHS-Matura gemacht hatte, konnte ich bereits im 2. Semester des Bacc. als Konstrukteur in einem Unternehmen anfangen; danach Anlagenplaner (ab dem 4. Semester) und letztendlich Entwicklung. Die Möglichkeit eine interessante Tätigkeit zu finden besteht sehrwohl... allerdings: das Thema Bezahlung - und wie wird man im kollektivvertraglich zugeordnet ist jedesmal eine spannende Diskussion mit den Unternehmen gewesen

Antworten Gast: Gast72
24.09.2009 17:09
0 0

Re: die Vorteile die ich von Master und Bachelor kenne..

ad. Bezahlung: was die gehaltsmäßige Einstufung eines Bachelors angeht, gibt es ja schon in einigen Berufgruppen konkrete kollektivvertraggliche Festlegungen: aus Denen hervorgeht, dass ein Bachelor in die gleiche Verwendungsgruppe wie ein HTL/HAK/BHS-Absolvent eingestuft wird. Jedoch werden Bachelor meisst schon einem fortgeschrittenen Verwendungsgruppenjahr zugeteilt (5tes Verwendungsjahr).
Ein Master wird in die Gruppe der Mag. (Uni+FH) und Dipl.-Ing. (Uni+FH) entsprechend gleich eingereiht.

Antworten Gast: Gast
21.09.2009 16:57
0 0

Re: die Vorteile die ich von Master und Bachelor kenne..

Es bestreitet auch niemand an sich, dass man mit einen Bacc keinen Job findet allerdings sind das meist Jobs bzw. Tätigkeitsfelder die mit einen normalen HTL/HAK - Absolventen auch ausgefüllt werden können, daher ist der Bacc in der Arbeit nicht wirklich wertvoller als +1 jahr in der Schulde sitzen.

Antworten Gast: Grufti
21.09.2009 09:03
0 0

Re: die Vorteile die ich von Master und Bachelor kenne..

Zunaechst meinem Alzheimer entschuligend, verwende ich nun nur noch Grufti als Gastname. Mich wuerde interessieren, wie Sie das Bachelor Studium empfunden haben, anstrengend, zu viel in den Lehrgang gestopft oder gerade richtig. Haben Sie den Eindruck einen einigermassen vollstaendige Ueberblick ueber das Fachgebiet bekommen zu haben oder haben Sie irgendwelche Luecken, die Ihnen Kummer bereiten? Bitte seien Sie nicht zu bescheidenund sprechen Sie nicht von"nurAHS-Matura".
Bei der Arbeitssuche muessen Sie unter den heutigen Verhaeltnissen sehr grosses Glueck gehabt haben. Ich wuensche Ihnen weiterhin viel Glueck, Gruss Grufti.

Gast: Grufti-2
21.09.2009 07:02
2 0

Bologna System

Die chinesische Variante des Bologna Systems hat mir gezeigt, dass die ausserst lernwilligen Studenten am Rande der Erschoepfung sind. In der Zentralbibliothek konnte ich sie an den Tischen einfach schlafen sehen. Das unselige System, dass gleich nach Semesterschluss der Pruefungsstoff gekonnt werden soll, fuehrt zu einem Credit-point Tourismus von einem Professor zum anderen. Das hat mit einem akademischen Studium wenig zu tun. Wir sollten es in Europa lassen, jeden Unsinn aus USA ohne zu hinterfragen, zu uebernehmen.

Gast: Uni-Grufti
21.09.2009 06:52
1 0

Bologna-System

Ich hatte das Glueck in Oesterreich, noch vor der fast vollkommenen Zerstoerung eines durchaus gut funktionierenden Bildungssystems, studieren zu koennen. Dabei habe ich viele, der heute mit Nasenruempfen betrachteten Schulen(Hauptschule, HTL) absolviert. Ich konnte in voelliger akademischer Freiheit an einer TH studieren und habilitieren. Anschliessend gab es 40 Jahre Erfahrung in einer dem ETH-Bereich zugehoerigen Forschungsanstalt. Dabei lernte ich das viel mehr verschulte ETH-System vor und nach der Einfuehrung des Bologna Systems kennen. Schliesslich hatte ich noch fuer kurze Zeit Gelegenheit dieses System an der Peking University kennezulernen. Mein Eindruck deckt sich mit dem eines ETH professors; der Bachelor Lehrgang ist trotz einer Aufpaeppelung nicht viel mehr als der Abfallkorb fuer Studienabbrecher. Das angelsaechsische Bildungssystem halte fuer nicht besonders gut, wie ich aus eigener Erfahrung mit einem Bachelorabgaenger (aus GB) kenne, dem ich in seiner Sommerpraxis all das, was zu einem allgemeinen Vertsaendnis in einem Fachgebiet gehoert, in Form einer Privatvorlesung beibrachte. In der Folge nahm er ein Master und PhD Studium auf.

0 0

die öst Werdegangzerstückelung ist absurd

hauptschle oder unterstufe gym
fachschule (ohne matura 4 jahre)
htl 5 jahre
MATURA
fh - allein schon der amputierte titel danach
bachelor
master


Gast: bacc.
21.09.2009 01:47
0 0

^^

na da lach ich doch wenn ich diese credit punkte sehe ! als ob die irgendwas heissen würden.

das können sie den anderen studenten die im 1. semester sind aufs aug drücken aber nicht nem fertigen bakk.

Antworten Gast: ECTS
21.09.2009 18:18
0 0

Re: ^^

...führen sich selbst ad Absurdum, wenn man sie dann in andern europäischen Ländern nicht anerkannt. Mir heuer leider passiert, obwohl die Lehrveranstaltung im Ausland mehr ECTS wert war als die vergleichbare an der Uni Wien...

nobody
20.09.2009 23:39
1 0

das Problem ist hausgemacht

Im Moment betreibe ich das Studium Wirtschaftsrecht an der WU Wien;
Wie alle anderen auch ist es ein Bachelorstudium, was ja an und für sich kein Problem ist.
Die geplate Studienzeit dafür sind drei Jahre, auch ok;
Allerdings wird zur Ausübung juristischer Berufe von der Kammer ein Rechtswissenschaftlichesstudium von mind 4 Jahren verlangt;
Was kann ich also mit einem Abschluss meines Studiums machen, es mir auf den Bauch hauen
=> gibt es gar keine andere Möglichkeit als das Masterstudium daranzuhängen wenn ich einmal in dem Bereich arbeiten will den ich studiere, es sei den ich wäre mit einer Stelle als Sekretär zufrieden und die hätte ich auch ganz sicher billiger haben können.

So gesehen sind dich Bachelor unnötig wenn keine weitere Möglichkeit für das Masterstudium besteht oder der Arbeitsmarkt und Kammern sich endlich auf den Bachelor einstellen


Antworten Gast: Gast
21.09.2009 17:03
0 0

Re: das Problem ist hausgemacht

Vergleichen sie Wire (WU) und Juridicum und sie werden sehen das was dort in 8 Semestern gefordert wird, ist auf der WU nur zu einen größeren Bruchteil abgehandelt (Zivigerichtliches Verfahren gibt es im Master nur als Wahlfach und im Bacc gar nicht!!).

nobody
21.09.2009 18:28
0 0

Re: Re: das Problem ist hausgemacht

Dann sprechen sie doch mal bitte mit Anwälten und der Rechtsanwaltskammer, beide werden Ihnen bestätigen das sich die Studienlehrgänge in den elementaren Bereichen nicht unterscheiden und das notwendige Rüstzeug zur Ausübung des Berufes mitgegeben wird, das Problem ist lediglich das das Bachstudium lediglich drei Jahre dauert

P.S.: es unterrichten sogar die selben Professoren auf dem Juridicum und der WU

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast
22.09.2009 16:19
0 0

Re: Re: Re: das Problem ist hausgemacht

Welche Profs sollten das sein, soweit ich die Meinung am Juridicum kenne lehnt jeder das Studium dort ab.
Die Rechtsanwaltskammer ist quasi dazu gezwungen worden, weil auch anderer frühere Mag. Rechtswissenschaftlehrgänge auf anderen Unis (z.B. Salzburg) umgestellt wurden und somit nach alter Gesetzeslage nur Wien und ich 1 bis 2 andere Unis Anwälte etc. ausbilden könnte.
Die Meinung von Rechtsanwälten ist soweit sie mir bekannt ist (und auch von Richtern am Landl bzw. auf BGs) eher skeptisch und ablehnend, ich sag nicht dass man mit einen Master auf der WU keine juristische Kompetenz hat, aber ein Jus.Studium ohne wirkliches Verfahrensrecht und als Wahlfach im Masterstudium die EO, KO etc. kann nicht wirklich der Sinn sein (nebenbei als Prüfungsliteratur für die große Prüfung einen Perner / Spitzer zu nehmen ist gerade einmal für die PÜ am Juridicum genug).

nobody
22.09.2009 18:50
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Re: Re: Re: Re: das Problem ist hausgemacht

Was für Literatur am Juridicum gebraucht wird kann ich Ihnen leider nicht sagen, aber ich habe eine kleine Liste mit Professoren für Sie:

Univ.Prof. Dr.Dr. Christoph Grabenwarter
Univ.Prof. Dr. Wolfgang Brandstetter
Univ. Prof. Dr. Stefan Griller
Univ.-Prof. Dr. Michael Lang Univ.-Prof Dr. Claus Staringer Univ.-Prof. Mag. Dr. Josef Schuch
Univ. Prof. Dr. Susanne Kalss
Univ.-Prof. Dr. Raimund Bollenberger
Univ.-Prof. Dr. Georg Kodek, LL.M. (Northwestern University)
o. Univ.-Prof. Dr. Christian Nowotny

Lebensläufe finden Sie auf der WU homepage, viel Vergnügen beim lesen : )

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Gast
23.09.2009 14:18
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: das Problem ist hausgemacht

Ich glaub Ihnen schon, dass auch renomierte Professoren auf der WU lehren und wie gesagt ich streite dem WU Master auf keine jursitische Kompetenz an sich ab, aber es ist halt Inhaltlich noch etwas zu wenig, z.B. war bis zum Studienplan 09 noch Strafrecht als Wahlfach geführt im Bacc und im Master ist es jetzt nur im wesentlichen auf die Wirtschaftsdelikte beschränkt und nicht die allgm Lehre mit ihren Kontroversen.

schurl_d
24.09.2009 19:08
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: das Problem ist hausgemacht

ich studiere ebenfalls WiRe auf er WU und hab mir bereits einige gedanken in bezug auf die qualität und die inhalte dieses studiums gemacht! dass diese teils sehr angesehenen professoren auf der WU lehren ist grundsätzlich ein positiver aspekt, aber alleine der aufbau des studiums ist meiner meinung nach im vergleich zu den rechtswissenschaften am juridicum sehr mangelhaft! dass es dabei kein latein gibt, ist weniger das problem, als das ein gewisses grundverständnis einfach nicht thematisiert wird (römisches recht, verfassungsgeschichte,...)! nat. könnte sich jeder selber damit beschäftigen, aber ich glaube, dass es für angehende juristen doch zur basis einer vernünftigen ausbildung gehört, über die grundlegensten dinge zu lernen! das programm neu 2009 ist eindeutig besser als das alte, aber trotzdem gibt es noch einige mängel (eben zB zivilgerichtliche verfahren,...). und an ende kommt man zu dem schluss, ob nicht ein schneller wechsel sinnvoll wäre!

Gast: doesitmatter
20.09.2009 19:47
5 0

Ein Universitätsstudium ist keine Berufsausbildung!

Garfield, angeblich (Dir?)Rektorin einer Privatuni, hat für diesen Umstand deutlich wenig Ahnung, was eine Universität überhaupt darstellt. Eine Universität muss den Studenten die fachliche Qualifikation vermitteln, um selbstständig wissenschaftlich arbeiten zu können. Ein Universitätsstudium ist keine Berufsausbildung! (Die Studienrichtungen nennen sich ja auch Jus, und nicht "Rechtsanwalt"; BWL, und nicht "Manager"; Medizin, und nicht "Arzt") Wer nach der Matura eine Berufsausbildung nach Schulmanier sucht, der muss sich an eine FH wenden. Dort wird dann aber auch wirklich nur das gelehrt, was im angestrebten Beruf von Bedeutung ist und kein Deut mehr.

Antworten Gast: gast
20.09.2009 23:33
0 1

Re: Ein Universitätsstudium ist keine Berufsausbildung!

Das bestreitet ja auch niemand.
Die Frage ist nur, ist das heute noch richtig so oder sollte das ändern? Die wenigsten der 600 jährlichen (oder wieviele sind es?) Absolventen des Wr Juridicums zB laufen nachher als Wissenschaflter durch die Welt sondern üben einen praktischen Beruf aus. Würde es Ihnen schaden am Ende der Uniausbildung zu wissen, wie man ein Memo schreibt oder grundsätzliches Rechtsenglisch zu beherrschen statt römisches Recht pauken zu müssen?
Klar, man kritisiert an den FHs, dass man dort nur das Notwendigste lernt und man nicht selbst "denken" muss. Ob das richtig ist, weiß ich nicht. Aber dieses ewige Bestehen darauf, dass eine Uni theoretisch zu sein hat, nicht praxisnah sein soll, weil wir ja was "besseres sind" als eine FH und "mitdenken" bei dem was wir tun, wie wird das eigentlich begründet? "Tradition" oder was is das?
Aber

0 1

Re: Ein Universitätsstudium ist keine Berufsausbildung!

da muß ich heftigst widersprechen. die fh, die ich besucht habe, war stark wissenschaftlich ausgerichtet. ich bekam einen umfangreichen einblick in die technik und lernte dort, wissenschaftlich zu arbeiten, und nicht irgendwelche rezepte oder handgriffe für irgendeinen beruf.

Allah
20.09.2009 20:46
1 0

Re: Ein Universitätsstudium ist keine Berufsausbildung!

jupp, that matters, seh ich auch so

0 0

credit system

Es gibt doch eh ein credit system - da kann man an den points genau vergleichen, was das Studium wert ist. Ein Lehrerbachelor in USA hat 180 und ein Lehrerbach in Ö hat 180. Wird doch wohl bei den anderen auch so sein.

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