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Proteste: ÖH bisher als Zuschauer

29.10.2009 | 12:40 |   (DiePresse.com)

Der größte Studentenproteste seit Jahren liefen bisher an den gewählten Vertretern vorbei.

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Wenn Studenten protestieren, war die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) bisher immer federführend und an vorderster Front dabei. Die Besetzung des Audimax der Universität Wien sowie die darauffolgenden Proteste sind an den gewählten Studentenvertretern - zumindest der höheren Ebenen - aber bisher vorbeigelaufen. Die ÖH zeigt sich zwar solidarisch und unterstützt die Besetzer auch logistisch - an die Spitze der Bewegung stellt sie sich aber nicht.

Dies zeigte sich etwa bei der Demonstration am Mittwoch in Wien. ÖH-Chefin Sigrid Maurer (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS) marschierte zwar mit, hielt sich aber in der Mitte des Protestzugs. Das heute, Donnerstag, stattfindende Gespräch mit Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) will die ÖH auch nicht als "Verhandlung" sehen.

Das findet etwa der ehemalige ÖH-Chef Martin Faißt von der VP-nahen AktionsGemeinschaft (AG) "grundfalsch". Er stand 2000 an der Spitze der ÖH-Demo gegen die Studiengebühren, die zwischen 30.000 (Polizei) und 50.000 (ÖH) Personen auf die Straße brachte. Seither hat es keine so große Studenten-Demo mehr gegeben. "Die ÖH verhält sich zu passiv", so Faißt zur APA. "Das ist, wie wenn eine Gewerkschaft zu streikenden Betriebsräten sagt, wir unterstützen euch eh, aber schauen nur zu." Als ÖH "muss ich vorne mit dabei sein", meinte Faißt.

Einige Forderungen der Audimax-Besetzer bezeichnete Faißt als "absolut legitim". Bisher habe es die ÖH aber "immer abgelehnt, diese Forderungen für sich zu übernehmen. Stattdessen lehnen sie sich zurück. Wenn ich das ernst nehme, muss ich die Themen aber an vorderster Front breittreten." Dazu gehöre auch, einzelne Forderungen zu definieren, die durchgebracht werden müssten, während man bei anderen Kompromisse schließen könne.

Eine der Streikorganisatorinnen an der Akademie der bildenden Künste, Martina Pfingstl, meinte vor einigen Tagen etwa, die aktuellen Proteste seien nur deshalb zustande gekommen, weil sich verschiedene Kleingruppen verschiedener Unis zusammengetan hätten. "Es funktioniert, weil es nicht über die ÖH-Ebene läuft." Sehr wohl mit dabei sind aber ÖH-Vertreter unterhalb der Bundes- und Universitätsvertretung: Die sogenannten Studienrichtungsvertreter (sie werden namentlich gewählt und nicht per Listenwahl) halten den Kontakt zwischen Besetzern und ÖH.

Die Studentenvertreter haben es allerdings auch schwieriger als in vergangenen Jahren. Einerseits müssen sie sich ständig die niedrige Beteiligung an ÖH-Wahlen - sie hat mit knapp 26 Prozent zuletzt einen neuen Tiefstwert erreicht - vorhalten lassen, andererseits ist eine einheitliche Führung schwieriger geworden. Mittlerweile gibt es in der Bundesvertretung, dem österreichweiten Studentenparlament, 85 Mandate - um Beschlüsse zu fassen, müssen mindestens drei Fraktionen gemeinsam stimmen.

(APA)

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5 Kommentare
Gast: SiSe
30.10.2009 01:32
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Die ÖH darf nicht an de Spitze...

Finde es sehr gut, dass sich die ÖH raushält, da so die üblichen politischen Spielereien nicht vorkommen können...

Herr Hahn scheut sich ja nur weltweit in den Medien zu sein und sich als unser Vertreter in der Regierung zu sagen, dass unsere Bildungssystem gut ist. Hätte er den Mut dazu, würde er ins Audimax, FS HS1 oder sonstwo kommen...

Gast: Gast
29.10.2009 16:20
0 0

affentheater

setzt die sigrid maurer als vorsitz in die ÖH und seht was für ein einziges affentheater herauskommt!
bitte, wenn schon die abschaffung der studiengebühren gefordert wird, dann fordere ich, dass der öh-beitrag ein beitrag ist und keine pflicht zur Zahlung!

Luzius
29.10.2009 15:34
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diese ÖH

will nicht anderes, als sich nach den Demos als Retter aufspielen, um mehr solch ähnliche Nichtsnutze Rudas in den Parteien installieren zu können.

Was sonst bedeutet es denn wenn man soldarisch ist, jedoch nicht das Sprachrohr samt Verantwortung übernehmen will ?

Vergleiche zu einen grottenschlechten Sänger, dennoch aber singender Moderator Silbereisen tun sich da auf.

Gast: bwc
29.10.2009 14:12
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Die ÖH tut genau das Richtige,

sie verzichtet darauf das ganze zu vereinnahmen.
Ich wünschte die AG würde sich endlich ein Herz fassen und sich den Protesten anschließen.

Antworten Gast: aha
29.10.2009 23:16
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Re: Die ÖH tut genau das Richtige,

Damit was erreicht werden kann, braucht es konkrete Ansprechpersonen/Verhandler und das ist in diesem Fall die ÖH. Genau dafür gibt es ja die ÖH!!!

Was für einen Sinn hat der Protest in der derzeitigen Form? Nach aussen wirkt das Ganze komplett chaotisch und idiotisch, weil handlungsunfähig.

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