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Innsbruck und Graz: Demo und Hörsaal-Besetzung

30.10.2009 | 10:17 |   (DiePresse.com)

Etwa 900 Studenten stürmten die Aula der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Innsbruck. In Graz gingen etwa 2500 Studenten auf die Staße.

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Mit der Besetzung der Aula, des größten Hörsaals an der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (SOWI) der Universität Innsbruck, hat am Donnerstag der Protestzug der Plattform "Unbeschränkt Studieren" geendet. Etwa 900 Studierende nahmen den Hörsaal kurz vor 15 Uhr in Beschlag. Während Mitglieder der Plattform am Podium Protestreden abhielten, fragten einige unbeteiligte Studenten offenbar verwirrt, ob die Vorlesung jetzt ausfalle.

Das Rektorat der Universität Innsbruck zeigte in einer Aussendung "grundsätzliches Verständnis" für die Forderungen der Studierenden. "Wir sitzen letztlich im gleichen Boot. Auch wir als Universitätslehrer wollen unsere Studierenden bestmöglich ausbilden. Hier stoßen wir bereits jetzt an die Grenzen der Finanzierbarkeit", erklärt der Rektor Karlheinz Töchterle. Es brauche einen österreichweiten Dialog über die Zukunft der Hochschulen, jetzt sei die Politik gefragt.

Wie wohl derzeit alle österreichischen Universitäten leide auch die Uni Innsbruck unter einem Missverhältnis zwischen den Aufgaben, die eine Universität im Bereich der Lehre und Forschung zu erbringen habe, und den dafür von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln. Die steigenden Studierendenzahlen, verschärfe die Lage weiter. "Ich verstehe, wenn Studierende ein Zeichen setzen wollen", sagte der Rektor und warnte gleichzeitig vor einer längerfristigen Blockade.

Demo in Graz mit 2500 Teilnehmern

2000 bis 2500 Demonstranten haben nach Schätzung der Polizei am Donnerstagabend in Graz gegen die Bildungspolitik der Regierung und die Bedingungen an den Universitäten protestiert. Der Demozug startete um 16.00 Uhr von der Uni Graz. Zuvor waren bereits Studierende von der TU Graz zur Uni Graz gewandert. Während der Demonstration kam es laut Exekutive zu keinen Zwischenfällen. Ihr Ende fand die Demonstration in einer Schlusskundgebung am Grazer Hauptplatz ab 18.30 Uhr.

An der Uni Graz bleibt laut Vertretern der protestierenden Studenten der Hörsaal A der sogenannten Vorklinik zumindest noch am Freitag besetzt. An der TU Graz haben die protestierenden Studierenden vom Rektorat einen Hörsaal zur Verfügung gestellt bekommen. Dort will man die Arbeit in den unterschiedlichen Arbeitsgruppen auch über das Wochenende und die nächste Woche fortzuführen. "Es geht uns darum, Lösungsvorschläge auszuarbeiten, die realistisch sind, und da wollen wir uns nicht selbst unter Druck setzten. Wir arbeiten produktiv und streiken nicht einfach nur um uns auszusitzen."

(APA)

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8 Kommentare

Eine seltsame Begegnung mit Studentinnen der anderen Art

Die öffentlichen Verkehrsmittel ( In Innsbruck IVB ) hatten rasch reagiert. Riesige Studentinnenmassen stürmten in der Stoßzeit eine eher schwach frequentierte Buslinie J und ich musste mich zusammen mit meinem Fahrrad insofern solidarisieren - da die vermutlich "ungemein wichtige " Vorlesung " in der "Olympic-Horror-Vision-World", also der Konkursarena von Innsbruck angesagt war. 18 Uhr c.t. Obwohl die Busse im Zwei-Minutentakt verdichtet wurden -man musste dort aussteigen - wo die aussteigen - die gleichzeitig Hörsäle besetzen - gleichzeitig Vorlesungen besuchen um jeden Preis - also die Platzangst - bzw. das Tunnelsyndrom eingefleischt bekommen haben - man kann auch sagen "inkarniert haben", also - was hat diese Regierung gegen die Studierwütigen ?

Ich meine ein Dialog wäre besser - aber die Stimmung im Bus war gut : Die gesamte dort anwesende Bevölkerung, also die normale Belegschaft, hat sich solidarisiert und was macht eine Regierung gegen ein Volk das behauptet : "Wir sind das Volk ! "

Franz Beckenbauer würde taktisch richtig gesagt haben : "Schaugn mir mal !"

Nur - irgenwann kann man weder hinschauen angesichts der Tatsachen - und wegschaun schon gar nicht können. Man sollte vielleicht den Regierenden auf die Finger klopfen - aber das ist ja als Erziehungsmethode zu Recht verpönt und deshalb könnte man Ihnen den Marsch blasen - denn Blasmusik ist öffentlich gefördert !
Wenn die Regierenden schon nicht vordenken können - ist Nachdenken angesagt.

Gast: Sowistudent
30.10.2009 09:03
0 0

Natürlich auch Sowistudenten

natürlich sind unter den Besetzern viele Sowi-Studenten (z.B. Ich) wie auch Studenten von anderen Fakultäten.

Unter den Besetzern befinden sich Sudierende der Technischen-, Geisteswissenschaftlichen- und Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

also nicht gleich irgenwelche Behauptungen aufstellen....

Gast: def
29.10.2009 21:00
0 0

...

und darüber, dass keine einziger von den "Besetzern" eigentlich auf dieser Fakultät studiert sondern alle von der GeiWi kommen...

Antworten Gast: weil
29.10.2009 22:52
0 0

Re: ...

"sondern alle von der GeiWi kommen..." - was definitiv nicht stimmt!

sehr viele der studierenden besetzer und -innen haben ihr studium an der sowi. diese aktion ist also eine fakultätsübergreifende, welche sich für explizit gegen die defizite im universitätssektor zu wehren beginnt!

Es wird zeit für veränderung, denn unter derartig mieserablen bedingungen kann nicht mehr studiert werden!!!! Bildung ist KEINE Ware!!!

Antworten Antworten Gast: def
29.10.2009 23:14
0 0

Re: Re: ...

ich habe geschrieben "studiert" und nicht "Studium haben" oder "inskribiert sein" - einschreiben kost' ja in diesem land nix - weder geld noch leistung

Antworten Gast: 456
29.10.2009 22:45
0 0

Re: ...

und du kennst jeden einzelnen oder wie?

Gast: abc
29.10.2009 19:23
0 0

...

hmm warum steht hier nichts über die sowjetflagge die aufgehängt wurde?

Antworten Gast: 123
29.10.2009 22:44
0 0

Re: ...

Vielleicht weil sie dort nicht mehr hängt?

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