Aus für Kulanz: Studentenkritik an Deutschnachweis

Nach einem Urteil des VwGH akzeptiert die Uni Wien nur noch Deutschprüfungen, die im Vorstudienlehrgang absolviert wurden.

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(c) Michaela Bruckberger

Die Uni Wien akzeptiert künftig nur noch Deutschnachweise, die im Vorstudienlehrgang absolviert wurden – und nicht mehr, wie bisher, auch externe Zertifikate des Österreichischen Sprachdiploms. Den Nachweis müssen außerordentliche Studierende bringen, die sich um eine ordentliche Zulassung bemühen. Die Hochschülerschaft kritisiert, dass außerordentlichen Studierenden damit noch mehr Hürden in den Weg gestellt würden. Die Uni argumentiert, dass das bisherige kulantere Vorgehen den Nachteil gehabt habe, dass es für Studenten keine Prozesssicherheit gab und man daher auf die Vorgehensweise umschwenke, die auch an den anderen Unis üblich sei.

Hintergrund ist ein Urteil des Verwaltungsgerichtshof aus dem April: Eine kosovarische Studentin, die von Oktober 2014 bis August 2016 in einem Vorstudienlehrgang inskribiert war, hatte die Deutschprüfung nicht im Rahmen des Lehrgangs, sondern extern absolviert. Die Uni Wien ließ die Studentin daraufhin zum Masterstudium zu. Der VwGH argumentierte aber, dass der für die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung notwendige Studienerfolg nicht nachweisbar sei, weil die Studentin das Deutschzertifikat eben nicht im Lehrgang erworben hatte.

„Plötzlich werden bereits absolvierte Prüfungen nicht mehr anerkannt und die betroffenen Studierenden stehen vor immenser Unsicherheit“, kritisiert Lena Köhler (Gras) von der ÖH an der Uni Wien. „Ohne diese zusätzliche Prüfung bekommen die Studierenden keine ordentliche Zulassung zum Studium, was zum Verlust ihres Aufenthaltstitels und damit zur Abschiebung führen kann“, heißt es. Die Ergänzungsprüfung Deutsch am Vorstudienlehrgang könne nur an einem einzigen Termin im September abgelegt werden. Die ÖH fordert eine Übergangslösung.

„Ziehen gleich mit anderen Unis“

Im Büro von Uni-Wien-Rektor Heinz Engl argumentiert man, dass man mit der Neuerung mit den anderen Universitäten gleichziehe. Dass die Ergänzungsprüfung Deutsch innerhalb des Vorstudienlehrgangs gemacht werden müsse, sei an allen anderen Unis gängige Praxis. „Jeder kann diesen Prüfungsnachweis vor dem Wintersemester noch einmal bringen.“ Zum Vorwurf der Hochschülerschaft, dass es dafür nur einen einzigen Termin gebe, heißt es: Bisher biete man diesen einen Termin an. „Aber jeder wird diese Prüfung absolvieren können.“

>>> Zum Urteil des VwGH

>>> Zum Blog der Uni Wien mit FAQs zum Thema

(beba)

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