Viele deutsche Professoren an heimischen Unis

Ein Drittel der neuberufenen Professoren sind Deutsche.

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Symbolbild. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wien. Der ohnehin hohe Anteil deutscher Professoren an österreichischen Unis steigt weiter. Das berichtete das Ö1-Mittagsjournal am gestrigen Dienstag. Konkret sind österreichweit 28 Prozent der Professoren Deutsche, Tendenz steigend. Denn bei Neuberufungen liegt der Anteil der deutschen Professoren bereits bei einem Drittel.

Den höchsten Anteil deutscher Professoren gibt es an der Universität Klagenfurt – und zwar mit 45 Prozent. Der Anteil österreichischer Professoren ist dort gleich hoch, auch dieser liegt bei 45 Prozent. Auch an der Universität Wien sowie an der Veterinärmedizinischen Universität ist der Anteil deutscher Professoren hoch. Er liegt jeweils bei 41 Prozent.

 

In Forschung bemerkbar

Damit ist der Anteil deutscher Professoren noch einmal gestiegen. Wie die „Presse“ im Februar berichtete, lag er im Jahr 2015 – die damals jüngsten verfügbaren Zahlen des Wissenschaftsministeriums – in Klagenfurt bei mehr als 40 Prozent, an der Vetmed sowie der Uni Wien noch knapp unter 40 Prozent.

Diese Entwicklung stößt an den Hochschulen auch auf Skepsis – und zwar vor allem in Fächern, die sich mit der österreichischen Geschichte, Sprache oder Kultur beschäftigen. So laufe die Wiener Schule, als wissenschaftliche Strömung lange anerkannt, Gefahr, zu verschwinden. „Die Gefahr, die ich sehe ist, dass in ein paar Jahren eine Forschungs- und Lehrtradition, die hier seit 150 Jahren gut funktioniert hat, effektiv verloren geht“, sagt Martina Pippal vom Institut für Kunstgeschichte der Uni Wien im ORF-Radio.

An der Wiener Kunstgeschichte sind sechs von sieben ordentliche Professuren von Deutschen besetzt. Österreichweit werden vier von sechs Zeitgeschichte-Institute von Deutschen geleitet. Auch in der Germanistik kennt man diese Entwicklung. Dort ist die Zahl österreichspezifischer Publikationen in den vergangenen 15 Jahren weniger geworden. Von Seiten der Uni-Rektoren heißt es dazu: Die Qualität der Professoren spreche für sie. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.10.2017)

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