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Protest: Studenten mobilisieren im Ausland

12.02.2010 | 13:18 |   (DiePresse.com)

Die Jubliämsfeier zum Bologna-Prozess findet ausgerechnet in Wien statt. Protestierende Studenten stehen schon in den Startlöchern und setzt auf internationale Beteiligung.

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Seitdem diesem Winter haben studentische Anliegen wieder mehr Gewicht. Der Studentenprotest, obwohl vor Weihnachten verkümmert, erregte viel Aufmerksamkeit und setzte die Politik ordentlich unter Druck. Ein Kritikpunkt der Studenten betraf die Studienpläne nach der Umstellung auf Bachelor und Master, die nun so gut wie abgeschlossen ist. Beklagt wird, dass viele Magisterstudien einfach in das kürzere Bachelorstudium gepresst wurden.

Dass die Bologna-Jubiläumskonferenz in Wien stattfindet, ist für den studentischen Protest ein gefundenes Fressen. Rund um den 11. und 12. März wird es in Wien zahlreiche Aktionen geben, Auftakt ist eine Demonstration am 11. Allerdings verbringen die Wissenschaftsminister der 46 Bologna-Teilnehmer diesen Tag noch am zweiten Veranstaltungsort, nämlich in Budapest. Vom 12. bis 14. März ist dann ein Gegengipfel angekündigt. Und auch Blockaden sind geplant; in welcher Form ist noch unklar, an den Tagen vor der Demo soll es jedenfalls "Blockade-Workshops" an verschiedenen Unis geben, so einer der Organisatoren.

Auch das Wissenschaftsministerium ist nicht glücklich mit der Umsetzung der Bologna-Struktur. Beatrix Karl hat schon angekündigt, dass sie bei den neuen Studienplänen eingreifen will. Während ihr Vorgänger Johannes Hahn die Probleme in der Verantwortung der Unis sah, will die Neo-Ministerin hier Fehlentwicklungen ausbügeln.

Internationale Unterstützung

Die Demo soll am 11. März um 15 Uhr beim Westbahnhof starten. Die Organisatoren hoffen auf rege Beteiligung an den Protesten und haben Unterstützungsaufrufe an verschiedene Organisationen und Gewerkschaften gerichtet. Die Protestbewegung hofft dabei auf internationale Beteiligung, eine eigene Arbeitsgruppe ist mit der Mobilisierung von Aktivisten aus anderen Ländern beschäftigt. Vom 12. bis 14. März gibt es im Alten AKH eine Gegenveranstaltung zum offiziellen Gipfel. Vorträge halten u.a. Christian Felber von Attac oder Autor Robert Misik.

Das vormalige Zentrum der Studentenproteste, das Audimax der Uni Wien, spielt nur namentlich eine Rolle: Unter dem Motto "Auditorium Maximum - Paint it black" startet ein Event mit einer Bühne am Heldenplatz. Der Name Audimax stehe "nur dafür, dass ein möglichst großes Publikum erreicht werden soll." Am Heldenplatz wird stellvertretend "die schlechte Situation im Bildungssektor, die damit verbundene Ökonomisierung von Bildung und anderer Werte und die somit beschränkten Menschenrechte" betrauert.

(ros)

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7 Kommentare
Gast: Auditorium Maximum
12.02.2010 01:55
0 0

Paint it Black

Nähere Informationen zur Veranstaltung "Auditorium Maximum - Paint it Black" gibt es hier:

http://www.facebook.com/AuditoriumMaximum
http://www.AuditoriumMaximum.org/

Der Name "Auditorium Maximum" spielt nicht nur auf den wichtigen Ort der Uni-Protestbewegung an, sondern auch auf die angestrebte größtmögliche Zuhörer_innenschaft.

Derzeitig geplanter Veranstaltungsort: Heldenplatz.

Und als erster Künstler aus den Charts hat Hubert von Goisern fix für einen Gig zugesagt.

Gast: menschmaier
12.02.2010 00:11
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Bildungsreform

Wie notwendig eine Bildungsreform ist sieht man an den Postings hier - keine inhaltliche Kritik sondern nur polemisches Bla Bla!

Gast: bama
11.02.2010 23:54
0 0

"Paint it black" NICHT im Audimax

Es werden definitiv KEINE Veranstaltungen im Audimax sein.

Die Veranstaltungen unter dem Motto "Paint it black" werden voraussichtlich am Heldenplatz stattfinden.

Gast: Gast
11.02.2010 16:41
0 0

Wovor haben die...

..."Uni Studenten" eigentlich Angst?

Davor, daß sie durch besser qualifizierte, weil oft mit Berufserfahrung und Praxisnähe ausgestattete bacc¿s und MBA¿s und PHD¿s abgelöst werden?

Besteht die Angst zurecht? Ich glaube schon, weil bacc¿s, MBA¿s und PHD¿s derzeit mehr im Beruf netzwerken, während Studenten meistens fratzenbücherln, zwitschern und linkspolitisch netzwerken. Und das ist ja bekanntlich eine brotlose Kunst.

Gast: Grufti
11.02.2010 16:01
0 0

Bologna-Jubilaeumsfeier?

Man sollte eher eine Trauerfeier aufgrund der Zerschlagung eines, zumindest im deutschsprachigen Raum, gut funktionierenden Systems ansetzen. Dass sich Studenten dagegen wehren, das Universitaetsstudium auf Taferlklasseniveau absolvieren zu muessen, mit Anwesenheitspflicht und dauerndem Pruefungszwang, ist nicht verwunderlich. Es ist zu begruessen.

Gast: Gast
11.02.2010 13:15
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Das ist

mal wieder typisch, die Studenten betrauern, statt zu lernen. Irgendwie überlegt sich keiner von den ÖH-Protestlern, dass es vielfach auch an ihnen liegt, dass sie mit ihrem Studium nicht weiterkommen. Ich gehe davon aus, dass jeder dieser Studentenprotestler, das letzte Semester "verloren" hat, da er ja keine Zeit hatte sich auf Prüfungen vorzubereiten und wie es ausschaut auch dieses verlieren wird. Kann man diese Studenten überhaupt ernstnehmen?

Antworten Hans Landa
12.02.2010 13:00
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Re: Das ist

Muss man wohl. Sind wohl auch zwei Paar Schuhe, ob man in seinem Studium nicht weiter kommt, weil man es nicht ernst nimmt, oder ob man ernst genommen werden will und nicht die Möglichkeit dazu bekommt.

Schlagzeilen Bildung