23.05.2012 18:18 | Meine Presse Merkliste 0

Uni Linz: Nur Frauen durften sich bewerben

27.05.2010 | 18:23 |  PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

Männer wurden von Assistentenstellen explizit ausgeschlossen, doch die reinen „Frauenstellen“ dürften illegal sein. „Ich halte sie gelinde gesagt für rechtlich problematisch“, sagt Experte Funk.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Linz. Die Ausschreibung lässt keine Zweifel offen. Ausschließlich „Universitätsassistentinnen“ werden gesucht. Auf ihrer Homepage übertitelt die Universität Linz die Ausschreibung auch mit dem Begriff „Frauenstellen“. Gleich auf drei Fakultäten werden Jungdoktorinnen gesucht. Wer genommen wird, darf sich sechs Jahre lang über eine Stelle als Wissenschaftlerin freuen, eine Verlängerung ist möglich.

Die Universität Linz bestätigte auf Anfrage der „Presse“, dass Bewerbungen für Männer bei diesen Posten nicht gefragt sind. Das stelle auch keine unzulässige Diskriminierung dar, sagt Manfred Rathmoser, Sprecher der Uni Linz. So seien laut EU-Recht „spezifische Vergünstigungen für ein Geschlecht zulässig“, wenn diese zum Ausgleich von Benachteiligungen dienen. Und Frauen seien in der Wissenschaft unterrepräsentiert. Auch das österreichische Bundesgleichbehandlungsgesetz normiere Frauenförderungsmaßnahmen, solange der Frauenanteil in einem Bereich unter 45 Prozent liegt.

So einfach sei die Sache nicht, betont jedoch Bernd-Christian Funk, Experte für öffentliches Recht an der Uni Wien. Funk studierte für die „Presse“ die Stellenausschreibung genau. Sein Schluss: „Ich halte sie gelinde gesagt für rechtlich problematisch“, so Funk. Zwar dürften bei Jobvergaben im öffentlichen Bereich Frauen bevorzugt werden. „Doch man darf nicht Männer automatisch ausschließen.“ Heißt im Klartext: Man kann zwar in der Ausschreibung festhalten, dass bei gleicher Qualifikation der weiblichen Bewerberin der Vorzug gegeben wird. Männern aber nicht einmal die Chance zu geben, ihre Qualifikation zu präsentieren, ist illegal. Das gehe aus der Judikatur des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) hervor, so Funk. Und auch die österreichischen Normen würden gegen die Zulässigkeit reiner Frauenstellen sprechen, meint Funk.

 

Schadenersatz möglich

Was kann nun ein Mann tun, der sich von einer derartigen Ausschreibung diskriminiert fühlt? Er könnte sich trotzdem bewerben, danach den Rechtsweg beschreiten und Schadenersatz sowie eine immaterielle Entschädigung erlangen, erklärt Funk. Im aktuellen Fall ist es dafür aber schon zu spät: Die Bewerbungsfrist sei vorbei. „Und kein Mann hat sich beworben“, stellt Uni-Sprecher Rathmoser klar. Die Frauen, die für die Assistentenstellen ausgewählt werden, hätten aber selbst bei Protesten von Männern nichts mehr zu befürchten gehabt. Ist der Posten einmal an sie vergeben, kann ihnen dieser nicht mehr weggenommen werden – auch wenn die Ausschreibung nicht korrekt war.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.05.2010)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

38 Kommentare
 
1 2
Gast: Detlef Naumann
09.08.2010 12:34
0 0

Gleichstellungspolitik das Instrument zur Diskriminierung

Ich könnte mit diesen Maßnahmen noch leben, wenn es in den frauenüberlaufenen Studiengängen eine Männerquote in gleichem Umfang gäbe. Aber heute wird die Gleichstellungspolitik für die Diskriminierung der Männer eingesetzt.

Versuchen Sie mal nach einer Trennung als Vater ihre Kinder hälftig zu betreuen anstelle der Unterhaltszahlungen. Ein blaues Wunder werden sie erleben! Das entspricht garantiert nicht dem Kindeswohl.

Ob die Gleichstellungspolitik denn auch den Firmeninteressen entspricht? Wenn die alleinerziehende Mutter über die Gleichstellungsklage in den Vorstand kommt und dort dann ihre Elternzeit auslebt.

Nur gut, dass es auch noch vernünftige Menschen gibt, die den Unterschied zwischen Gleichstellung und Diskriminierung erkennen.

Gast: pensionär
17.06.2010 02:03
0 0

altes Kinderlied

Ein Männlein steht im Walde ganz still und DUMM
es hat aus ROTEM Purpur ein Mäntlein um.
Sag wer mag's feyn Männlein sein ...

Gast: Besorgter Bürger(nicht In)
10.06.2010 14:44
0 0

Linzer Torte

Ich habe erfahren, dass es in der Studieneingangsphase (zumindest bei Jus), eine Art Gender-Fach gibt, in welchem eine Prüfung abgelegt werden muss (sonst kann man nicht abschließen).

Nachdem ich mir bei einem Studenten diese Unterlage einmal angesehen habe, sind mir wahrlich die Grausbirnen aufgestiegen. Welcher wissenschaftlich unlautere Schwachsinn dort ungestraft quasi "ex cathedra" verbreitet werden darf hätte ich nicht geglaubt, hätte ich es nicht selbst gelesen (zB.: "Frauen werden nicht geboren, sie werden erzogen" und ähnlicher idiologisch verbrämter Unfug). Es drängt sich in diesem Zusammenhang die Frage auf, ob man als männlicher Student für den Nachweis einer Kastration ein paar Wochenstunden (zB Wahlfachkorb) angerechnet bekommt.

Die Damen, welche sich auf die Ausschreibungen beworben haben werden auch nichts dafürkönnen - es zeigt nur wie eine eigentlich gute Sache (Gleichberechtigung) im Sinne eines pseudofeministischen Selbstbedienungsladens pervertiert wird.

Gast: Ätzer
01.06.2010 19:36
1 0

Dieser Unfug kann gar keiner Frau eingefallen sein -

nicht umsonst wird er von einem Herrn "Manfred" verteidigt. Aber wenn die Männer an der Linzer Uni tatsächlich solche Weicheier sind, dass sie sich von einer Bewerbung abschrecken haben lassen (statt die aufgelegte Inkassogelegenheit zu nützten) gebührt ihnen fast nix anderes...

Gast: Peter
30.05.2010 20:23
0 0

Gender

ist gegen Männer oder wie es im Dialekt auch heißt Mander

(ge)gen (Man)der also Gender

Gast: Peter
30.05.2010 20:20
0 0

typisch

es ist schon der hammer, dass die alten, die auf kosten der frauen in ihren ämtern verbleiben und junge, die nichts tatgen die zeche bezahlen müssen

Gast: ???
30.05.2010 16:40
0 0

????

nach welchen kriterien werden hier denn bitteschön kommentare veröffentlich, bzw. wieso wird meines nicht veröffentlicht???

Antworten Gast: Political correctness
02.06.2010 16:12
1 0

Re: ???? Ich bin das Maß aller Dinge!

Der Zensor ist mein Knecht!

Gast: Flabian
30.05.2010 12:17
1 0

arg verfassungswidrig!

Im übrigen ist diese Stellenausschreibung wohl aus mehreren Gesichtspunkten illegal. Aus dem GleichbehandlungsG lässt sich die Notwendigkeit geschlechtsneutraler Stellenausschreibungen entnehmen.
Ich frage mich ob nicht auch Art 3 StGG verletzt wird (Die öffentlichen Aemter sind für alle Staatsbürger gleich zugänglich.).
Oder besteht nicht auch bei privatrechtlichem Handeln des Staates eine Gleichbehandlugnspflicht?!

tomschi
30.05.2010 09:29
2 0

Die entsprechenden Assistentinnen...

... können sich auf große Akzeptanz ihrer Kollegen und Nicht-Quoten-Kolleginnen freuen.
Ich habe eine kleine Umfrage in meinem Bekanntinnenkreis gestartet, die halten das durchwegs für Unfug. Jeder kleine Verein, der Fördergelder erhält, muss nachweisen, dass er sich an die Regeln des Gendermainstreamings (=echte Gleichberechtigung, keine Diskriminierung, wird daher von Feministinnen abelehnt) hält. Eine Institution wie die Universität Linz kann da einfach ungestraft darüber hinwegsehen.

Gast: Unglaublich!
29.05.2010 22:25
2 0

Die Feministinnen sind zu dumm,

als daß sie merken würden, wie sie durch solche Aktionen den Frauen Schaden zufügen!

So werden auch gute Frauen im Beruf nicht mehr ernst genommen!

Gast: Antwort vom Rest
29.05.2010 22:22
3 1

Offensichtlich haben die Frauen solche Bevorzugung wirklich nötig,

weil sie eben nicht gleich qualifiziert sind! Denn sonst müßten sie sich ja auch ohne Nachhilfe durchsetzen!

Gast: Andreas B
29.05.2010 21:37
2 1

Justitia

Da kommen wieder meine beiden Lieblingssprüche zum Vorschein

— Wo Feministinnen walten, da geht Justitia in Frührente

— Die einzige Gemeinsamkeit zwischen Demokratie und Feminismus ist die Buchstabenzahl der beiden Wörter.

Und gestern durfte ich auf einem Blog die verwunderte Frage lesen, warum Männer Gender nicht unterstützen!

Gast: Martini
29.05.2010 18:43
3 0

Ein echter Bärendienst

für die grundsätzlich berechtigten Anliegen der Gleichstellungsbestrebungen.

incubus
29.05.2010 15:12
0 2

In Linz beginnt's.

"Begünstigt behinderte BewerberInnen werden bei entsprechender Eignung besonders berücksichtigt", heißt es in den Texten zur Ausschreibung von Assistentenstellen an der Universität Linz (RE- und SOWI-Fakultät).

0 1

Re: In Linz beginnt's.

was wollen Sie hier kritisieren? Macht Ihnen die Terminologie Schwierigkeiten? Lassen Sie sich aufklären, es gibt eine "begünstigte Behinderteneigenschaft", das ist gesetzlich geregelt.

Antworten Antworten Gast: Altrichter
02.06.2010 13:46
1 0

Re: Re: In Linz beginnt's.

Kein Sinn für wits?

Gast: Odin
29.05.2010 00:04
3 0

Geschickt eingefädelt

Jetzt ist es also zu spät. Ihr durftet euch nicht bewerben und protestieren dagegen dürft ihr jetzt auch nicht mehr, weil die Bewerbungsfrist abgelaufen ist. Das ist das Rechtsverständnis der UNI Linz. Wenn man es genau betrachtet, ist ein Kelch an euch vorüber gegangen - oder hättet ihr dort wirklich arbeiten wollen?

Spezifische Vergünstigungen sind für ein Geschlecht zulässig? Aha... und im Wissenschaftsbereicht sind Frauen unterrepräsentiert. Prima. Beides stimmt. Aber liebe Wissenschaftler. Denken müßte man schon können, wenn man sowas studiert hat
Die Frage ist doch, ob eine Unterrepräsentierung auch eine Benachteiligung ist. Darüber denkt mal im nächsten Semester nach oder laßt einen Grundschüler darüber nachdenken. Dem fällt vielleicht eher auf, daß Frauen auch unterrepräsentiert bei Bauarbeitern und bei der Müllabfuhr sind. Oder gar bei den Obdachlosen?

Benachteiligt deswegen??? Oha!

Antworten Gast: Aus der Anstalt
30.05.2010 19:00
0 0

Re: Geschickt eingefädelt

"Wenn man es genau betrachtet, ist ein Kelch an euch vorüber gegangen - oder hättet ihr dort wirklich arbeiten wollen?"

... das ist leicht gesagt. Fakt ist aber, daß in ganz Europa der Gender Terror insbesondere in Universitäten um sich greift, und das z.B. in Deutschland, wo ich arbeite, die Frauenbeauftragte automatisch bei jedem Bewerbungsver-fahren involviert ist und Ihren Senf dazugeben kann. Soll ich, da ich ein derart ungerechtes Verfahren ablehne, darauf verzichten weiterhin wissenschaftlich tätig zu sein und stattdessen die Arbeitslosigkeit wählen? Wir können diese Gemeinheiten nicht einfach ignorieren und umgehen. Auf Lange Sicht werden wir auf Kinfrontationskurs gehen müssen...

Antworten pluslucis
29.05.2010 15:58
0 2

Re: Geschickt eingefädelt

Das ist nicht "das Rechtsverständnis der Uni Linz", sondern genau dasselbe gilt, wenn eine Frau Diskriminierung aufgrund des Geschlechts nachweisen kann. Nützt genau nichts, wenn das Ziel die Stelle war und nicht vor Gericht "Recht zu bekommen".

Gast: pensionär
28.05.2010 22:18
4 0

einfach gelöst

In Abwandlung des Sprichworts "Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin" - "stell dir vor es ist eine Universität und keiner geht hin."
Das Lustspiel am Mozarteum dürfte ja bekannt sein - die Ausschreibung musste wiederholt werden, weil sich keine Frau beworben hat.

Was ich immer schon sagte: Die Männer sind die Blödidln, bleiben stehen, wenn eine "arme" Frau keinen Reifen wechseln kann, lassen die arme Hausfrau in der Reihe vor - weil man eben Kavalier sein muss usw.

Warum die Kuh kaufen, wenn ich nur ein Glas Milch haben möchte?!

8 0

Interessant

also kommen Frauen nur durch "Schiebung" in genehme Positionen. Ein Bärendienst für alle Frauen, nur kapieren sie es scheinbar nicht. Jetzt weiß ich, was ich von Frauen in Führungspositionen zu halten habe: NIX, danke frauenministerIn

Antworten GKRIEGL
29.05.2010 03:20
9 1

Re: Interessant

Sehr richtig!
Alle diese angestrebten Quotenregelungen und Zwangslohngleichstellung machen eigentlich nur eines deutlich:
Die Frauenrechtlerinnen haben den V.stand verloren und zeigen das nun auch deutlich!
Gottseidank!
Hoffentlich hat unsere Gesellschaft diese Phase bald überwunden und es kriegen die Familien wieder eine gerechte Chance.

Justin
28.05.2010 16:40
10 0

Weg ins Verderben

Wenn man nicht mehr die Besten sondern die Benachteiligsten (?) Erfolg haben lässt, dann schadet man sich damit nur selbst und schädigt auf Dauer sein eigenes Land.
Wieso kapiert das niemand?

Orator
28.05.2010 14:05
10 0

Bevorzugung von Frauen

Niemand sollte wegen seines Geschlechts bevorzugt,
oder benachteiligt werden.

Alleine Intelligenz und Leistung zählt...

Gast: Arnold
28.05.2010 11:11
13 0

Das ist Standard in Linz!

Die Uni Linz hat sich ganz dem Genderwahn verschrieben. Derartige Ausschreibungen gibts schon länger und die Diskriminierung von Männern in Linz wird jedes Jahr stärker.

 
1 2

Schlagzeilen Bildung