Die Uni Klagenfurt will ihr Profil schärfen. Dafür soll das Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie der Angewandten Kulturwissenschaft abgeschafft werden, wie Rektor Heinrich Mayr am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien ankündigte. Die Fakultät für Kulturwissenschaften habe den Auftrag erhalten, bis 2013 ein neues Bachelorstudium zu entwickeln, in dem neben diesen beiden Studien auch Elemente etwa aus Geschichte oder Philosophie enthalten sein sollen. Auf diesem breiteren Bachelorstudium sollen dann hochwertige spezialisierte Master aufsetzen.
Vorreiterrolle bei Lehrerausbildung
Außerdem will die vor 40 Jahren als Hochschule für Bildungswissenschaften gegründete Uni will bei der neuen Pädagogen-Ausbildung die Vorreiterrolle übernehmen. Mit Beginn 2012 sollen die Didaktikzentren für Mathematik, Deutsch, das neue Regionale Fachdidaktikzentrum Informatik und das Zentrum für Unterrichts- und Schulentwicklung zu einer School of Education zusammengeschlossen werden. Dabei soll außerdem eng mit dem Institut für Erziehungswissenschaften, den Fachwissenschaften und der Pädagogischen Hochschule (PH) Kärnten kooperiert werden.
Mayr verwies in diesem Zusammenhang auch auf eine Resolution des Kärntner Landtags, in der für eine enge Kooperation von Uni Klagenfurt und PH Kärnten anstelle der Gründung einer neuen Lehrerausbildungseinrichtung plädiert wurde. "Wir sind bemüht, mit diesem Modell Vorreiter zu sein", so Mayr. Er kündigte außerdem die Schaffung einer Verbundprofessur für die Didaktik der Mathematik an.
Ziel: Absolventenzahlen steigern
Als Ziele für die kommenden Jahre gab Mayr an, die Absolventenzahlen zu steigern. Derzeit sei die Studiendauer relativ lang, da wegen des geringen Durchschnittseinkommens in Kärnten geschätzte 80 Prozent der Studierenden neben dem Studium arbeiten. Die Uni Klagenfurt hat in Reaktion darauf nicht nur viele Lehrveranstaltungen auf die Zeit vor 10 Uhr Vormittags gelegt und bis 22 Uhr ausgeweitet. 2004 wurde auch ein E-Learning-Service gestartet, mittlerweile seien 1500 Lehrveranstaltungen auf Blended Learning umgestellt.
Ein weiteres Ziel sei, die Zahl der Studenten mit Auslandsaufenthalt zu steigern. Auslandsstudien seien nicht nur durch die kurzen Bachelor-Studien wider Erwarten nicht erleichtert worden, viele Studenten könnten es sich außerdem nicht leisten. Mayr hat deshalb aus jenen Mitteln, die die Uni im Exzellenzjahr für herausragende Leistungen von Frauen bekommen hat, einen Stipendientopf für Auslandsaufenthalte speziell weiblicher Studierender eingerichtet.
(APA)
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