Chile: Gespräche gescheitert, neue Bildungsproteste

07.10.2011 | 10:51 |   (DiePresse.com)

Der chilenische Studentenführerin Camila Vallejo ruft zu neuen Protesten auf. Seit Monaten demonstrieren Schüler und Studenten für ein besseres Bildungssystem.

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Der chilenische Studentenführerin Camila Vallejo hat zu neuen Protesten am 19. Oktober aufgerufen. Vallejo verurteilte die Gewalt gegen die Demonstranten bei den jüngsten Demonstrationen als unannehmbar und beispiellos. Die Polizei war am Donnerstag (Ortszeit) mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Protestierenden vorgegangen.

Bei den Protesten nach dem Scheitern des Dialogs zwischen Regierung und Studenten über die umstrittene Bildungsreform waren rund 135 Menschen festgenommen worden. Nach Regierungsangaben wurden 30 verletzt, 25 von ihnen seien Polizisten. Zu Auseinandersetzungen sei es in der Hauptstadt Santiago sowie den Städten Valparaíso, Concepción und Valdivia gekommen.

Nach weniger als einer Woche hatten die Vertreter der Studenten zuvor ihre Gespräche mit der Regierung abgebrochen. Unter den derzeitigen Bedingungen ergäben Verhandlungen keinen Sinn, sagte Studentenführerin Vallejo am Mittwoch nach mehrstündigen Gesprächen mit Bildungsminister Felipe Bulnes. Die Studierenden hatten sich kürzlich nach mehrmonatigen Protesten zu Gesprächen bereit erklärt.

Proteste seit fünf Monaten

Die Studenten fordern seit fünf Monaten die Abschaffung der Studiengebühren in Schulen und Universitäten und verlangen, dass mindestens 60 Prozent der ärmeren Studenten Stipendien zugesichert bekommen. Das Studium in Chile kostet jährlich tausende Dollar. Zur Finanzierung der Universitätsausbildung müssen die meisten Studenten Kredite aufnehmen.

An den Protesten beteiligten sich bisher insgesamt rund 250.000 Schüler und Studenten, die teilweise seit Monaten den Unterricht boykottieren. Die Umfragewerte des konservativen Staatschefs Sebastian Piñera fielen seit Beginn der Proteste auf 26 Prozent.

(APA/AFP)

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