Ungarischer Präsident unter Plagiatsverdacht

11.01.2012 | 19:06 |   (DiePresse.com)

Schon wieder ein Politiker, der bei der Doktorarbeit abgeschrieben haben soll: Ungarns Staatschef Pal Schmitt steht unter Plagiatsverdacht.

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Eigentlich hat Ungarns Politik derzeit ja mit weitaus gewichtigeren Problemen zu kämpfen. Aber auch diese Nachricht dürfte unangenehm werden: Der ungarische Staatschef Pal Schmitt ist nämlich unter "Plagiatsverdacht". Wie das Internetportal HVG am Mittwoch behauptet, hätte Schmitt den Großteil seiner Doktorarbeit von 1992 "wortwörtlich" von der übersetzten Studie des bulgarischen Sportwissenschaftlers Nikolai Georgijew abgeschrieben. Zudem gebe es "Probleme mit der Qualität" der Dissertation, da sie Fehler ausweise, obwohl sie mit "Summa Cum Laude" bewertet worden sei.

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Der Staatschef soll 180 der 250 Seiten seiner Dissertation mit dem Titel "Analyse des Programmes der olympischen Spiele der Neuzeit" von der in den 80er Jahren in französischer Sprache verfassten Studie des bulgarischen Wissenschaftlers kopiert haben, behauptet HVG. Georgijew habe 1987 in Lausanne sein Werk "Analyse du programme olympique (des Jeux d'Olympiade)" abgeschlossen, das heute in der Bibliothek des Olympischen Museums in Lausanne aufbewahrt würde.

Plagiatsverdacht: Von Politikern, Promis und Professoren

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(APA)

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9 Kommentare
Gast: Woswoizn
13.01.2012 14:31
1

Plagiate und sonstige Kavaliersdelikte

Was Plagiate und sonstige "Kavaliersdelikte" anbelangt, könnte man in Österreich einen neuen Studiengang einrichten: Aussitzen.
Da könnten sogar ausländische Präsidenten noch etwas lernen.

Gast: Bettelstudent
13.01.2012 12:42
0

Immerhin kann er abschreiben

Das ist absolut normal im mitteleuropäischen Raum. Hier wird nur getrickst. Aber es ist eine Frage der Standards. PISA hat es aufgezeigt.

Gast: Tu Felix Austria
13.01.2012 10:01
1

Was geht uns das an?

Plagiat ist ein Thema für das Ausland, aber nicht für uns. In Österreich gibt´s ka Plagiat!

Gast: rené
13.01.2012 06:32
0

ja ja

das wahrheitsministerium in brüssel hat eine neue aufgabe gekriegt damit die brüsseler diktatoren einen 3ten vogt einsetzen können
die demokrtie in europa existiert nicht mehr

Gast: montaigne
12.01.2012 21:08
0

Na und?


Murmeltier

Den Ungarn-Bashern ist jetzt endgültig der Stoff ausgegangen. Was kommt als Nächstes? "Ungarischer Hirtenhund beisst EU-Komissar ?"

Gast: USer
12.01.2012 14:13
0

Die Jagdgesellschaft zieht weiter

Jetzt ist sie mit ihrem unbedeutenden schmarrn in Ungarn angekommen.

Sie wildert auf sicherem Terrain, denn auf der eigenen Seite gibt es viel weniger Akademiker daher ist die Zahl der Abschüsse beim Gegner viel höher!

Gast: Tourist
12.01.2012 12:28
0

Plagiat

Um die Zahlen richtig zu stellen: Schmitt's Dokrorarbeit besteht aus 215 Seiten, nicht 250, wie im Artikel steht. Um so peinlicher, dass davon etwa 180 von Georgijew stammt.

Die Sache lässt Schmitt noch vertiefen mit Dementi und Behauptung, dass er mit Georgijew zusammen gearbeitet hätte. Tja, Georgijew lässt sein Buch in 1985 erscheinen, Schmitt schreibt Doktorarbeit sieben Jahre später. Zeitversätzte Zusammenarbeit?

Auch die Opponenten, die auf die Elaborate ohne jegliche Fußnoten und Literaturverzeichnis "summa cum laude" Bewertung abgegeben haben, stehen jetzt mit Recht im Kreuzfeuer.

Gast: felf
11.01.2012 23:04
0

felf

180 der 215 Seiten.. :)

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