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Töchterle forciert Mobilität an den Unis

09.02.2012 | 13:20 |   (DiePresse.com)

Etwa ein Drittel aller Studenten absolviert einen Auslandsaufenthalt. Das sei zu wenig, so der Minister. Bologna habe nicht so schnell gewirkt, wie es hätte sein können.

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Internationalisierung und Mobilität von Lehre und Forschung an österreichischen Universitäten standen heute, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz mit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) im Vordergrund. Töchterle lobte die Internationalisierungsstrategien der Unis, forderte aber gleichzeitig mehr Mobilität unter den Studenten und mehr Beteiligung an europäischen und internationalen Projekten. Um den Forschungsstandort Österreich besser international zu vernetzen, präsentierte das Ministerium eine interaktive Wissenslandkarte.

Ein Schwerpunkt des Hochschulplans und Ziel des Bologna-Prozesses ist die bessere Mobilität im Studium. Seit 20 Jahren nimmt Österreich am "Erasmus"-Programm teil, im Studienjahr 2010/11 waren 6000 Studierende im Rahmen eines Programms im Ausland. Die beliebtesten Destinationen sind Spanien, Frankreich und Großbritannien.

Etwa ein Drittel aller Studenten hat am Ende des Studiums einen Auslandsaufenthalt absolviert. "Das ist uns zu wenig, das muss noch mehr werden", erklärte Töchterle. "Da hat auch Bologna nicht so schnell und schlagkräftig gewirkt, wie es hätte sein können." Weiteren Reformbedarf des Bologna-Prozesses sieht der Wissenschaftsminister auch bei der Durchlässigkeit etwa zwischen verschiedenen Hochschulen.

Assymmetrisches Mobilitätverhältnis

Die große internationale Mobilität hat aber nicht nur Vorteile für Österreich, wie Töchterle zugab. Dass mehr ausländische Studenten nach Österreich kommen, als heimische ins Ausland gehen, führe zwangsläufig zu Kapazitätsproblemen. Rund ein Viertel der Studenten (etwa 72.000) an den heimischen Unis kommen aus dem Ausland; die meisten sind aus Deutschland, gefolgt von Italien und der Türkei.

Dieses asymmetrische Mobilitätsverhältnis will Töchterle zukünftig verstärkt ansprechen: "Wir wollen, dass das alle als Problem akzeptieren." Geld im Sinne einer europäischen Hochschulfinanzierung könne aber nicht die einzige Lösung sein, vielmehr wünscht sich Töchterle "die Möglichkeit einer gewissen Steuerung". Das sei auch auf österreichischer Ebene dringend notwendig. Erneut forderte der Wissenschaftsminister Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren; bezüglich des Uni-Zugangs sei man in Verhandlungen mit dem Koalitionspartner.

Landkarte für internationale Kooperationen

Trotz allem: Der Forschungsstandort Wien soll in Zukunft verstärkt auf Internationalität setzen. ÖVP-Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager wünscht sich Studenten und Forscher, die "auf die Walz gehen" und künftig noch mehr als heute englischsprachige Angebote auf der ganzen Welt nutzen können. Um diese besser miteinander zu vernetzen, präsentiert das Wissenschaftsministerium eine interaktive "Wissenslandkarte". Sie ermöglicht es, internationale Kooperationen in Forschung und Lehre abzufragen.

(APA)

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9 Kommentare
vondelpark
09.02.2012 23:19
1 0

ECTS Wahnsinn

Wie sollen Prüfungen im derzeitiegn ECTS Chaos international umrechenbar sein, wenn schon innerhalb einzelner Studienrichtungen diese Pünktchen völlig willkürlich und inkonsistent verteilt wurden? Totalreform jetzt!!

Gast: rechnen
09.02.2012 22:41
0 0

ein Drittel mit Auslandsaufenthalt?

was ist ein Auslandsaufenthalt, reicht da auch schon eine Exkursion, oder ist das mindestens ein mehrwöchiges Praktikum oder ein Auslandssemester? falls das letztere damit gemeint ist, ist ein Drittel ein sehr hoher Anteil, abgesehen von Studien mit verpflichtendem Auslandssemester

Gast: Mobilnix
09.02.2012 22:04
2 0

Völlig sinnlose Aktion

Eine "Wissenlandkarte" zu präsentieren und damit zu hoffen, die Mobilität der Lehrenden und Studierenden werde sich erhöhen, ist ja lächerlich.

Das österreichische Universitätssystem kehrt immer mehr in sich.

Bei Berufungen sind österreichisch-süddeutsche Seilschaften aktiv und wenn einmal jemand eine Professur erlangt hat, bleibt er/sie im Regelfall bis zur Pensionierung auf der selben Stelle.

Und selbst wer auch nur zeitweise nach außen will, kommt nicht weg: Forschungssemester werden in Österreich gemessen an einem internationalen Maßstab sehr selten gewährt.

Und das Ausmaß der Lehrverpflichtungen erstickt jede Hoffnung, internationale Kontakt nachhaltig zu pflegen. Für diejenigen Professoren, die wenig oder gar nicht wissenschaftlich arbeiten, ist das Lehrpensum vielleicht noch zu niedrig, für die anderen eindeutig zu hoch.

Gast: Berufstätige Studentin
09.02.2012 19:45
2 0

Lieber Herr Töchterle,

bezahlen Sie mir den Auslandsaufenthalt und die Fixkosten, die mir in Österreich auch während meiner Abwesenheit entstehen (Miete, Strom, Gas)?

Sorgen Sie dafür, dass mir durch den Auslandsaufenthalt keine Verlängerung der Studiendauer erwächst, dass mir alle im Ausland abgelegten Prüfungen anerkannt werden und dass ich meinen jetzigen Job, von dem ich leben muss, weil ich keine Studienbeihilfe oder sonstige Unterstützungen erhalte, auch nach dem Auslandsaufenthalt noch habe?

Nein?

Dann würde ich sagen, Sie schaffen vernünftige Lösungen für all diese Probleme. Ich wette, dann stiege die Anzahl der Auslandsaufenthalte österreichischer Studenten rasant.

Antworten Gast: mountain man
10.02.2012 09:08
0 0

Re: Lieber Herr Töchterle,

mir wurde mal gesagt - wohnen´s doch bei den eltern. was müssen sie denn unbedingt arbeiten gehen? sie sind student, u für 20 stunden die woche verdienen sie eh €800.-
das wi doch zum leben reichen!

:)

0 0

Re: Re: Lieber Herr Töchterle,

Ja, diese Argumente kenne ich auch noch aus meiner Studienzeit. Dumm nur, dass ich in Wien studiert habe und meine Eltern in einem ganz anderen Bundesland gewohnt haben, wo es leider nicht möglich war, zu studieren.

800 EUR für 20 Stunden? Ja, als Prostituierte vielleicht. Ich habe damals im Callcenter gearbeitet und 700 EUR brutto verdient für 20 Stunden. Das war am Anfang des neuen Jahrtausends.

Gast: Studierende
09.02.2012 16:05
2 0

Kosten

Weiß denn der Herr Töchterle auch, dass ein Auslandssemester ziemlich teuer und daher für viele Studenten einfach nicht leistbar ist?

Und weiß er auch, dass das Angebot für manche Studienrichtungen sehr gering ausfällt - beispielsweise pro Land nur ein Platz?

Antworten Gast: mostschädel
09.02.2012 19:35
1 0

Re: Kosten

grundsätzlich weiss der überhaupt nichts,er schwatzt halt wie immer vor sich,für so was brauchts keinen Minister.
Der meint auch nicht die,an die Sie denken.Der will die "gute alte Zeit " ,in der man noch unter sich war.Deshalb "muss nicht jeder studieren ",der lässt nichts aus

Antworten Gast: Gasttt
09.02.2012 18:00
1 0

Teuer?

Der Prozentsatz an Studis, der sich ein Auslandssemester leisten kann, wird garantiert steigen, wenn man ihnen noch mehr Geld abnimmt mittels Beihilfenstreichung und neuen Studiengebühren...

Lieber mal nach den URSACHEN suchen, statt irgendwelche halbherzigen Projekte zu starten (und sich dann wundern, warum trotzdem so wenige ins Ausland wollen)!

Schlagzeilen Bildung