Millionenspenden: Wer aller Geld für Unis lockermacht

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg macht seine ehemalige Uni (einmal mehr) glücklich: Der Multimilliardär spendet der Johns Hopkins Universität 350 Millionen US-Dollar. Die Gesamtspende des Ex-Studenten liegt damit jetzt bei über einer Milliarde Dollar. Bloomberg ist damit vermutlich der großzügigste Uni-Mäzen in den USA - und das ist alles andere als einfach.(c) REUTERS (JONATHAN ERNST)

Die kalifornische Elite-Uni Stanford stellte im Vorjahr einen Spendenrekord auf. In einer fünfjährigen Kampagne lukrierte sie 6,2 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 4,7 Milliarden Euro), mehr als je eine US-Uni zuvor. Insgesamt erhielt die Uni mehr als 560.000 Einzelspenden von rund 166.000 Spendern. Darunter großzügige – und prominente.(c) Wikimedia Commons

Unter den Mäzenen findet sich etwa Phil Knight, Gründer des Sportkonzerns Nike, der (bereits zum Start der Kampagne im Jahr 2006) 105 Millionen Dollar lockermachte. Der Großteil davon wird für den Bau eines neuen Campus für die Business School verwendet: das Knight Management Center.(c) AP (Gene J. Puskar)

Yahoo-Mitbegründer Jerry Yang und seine Frau Akiko Yamazaki spendeten der Elite-Uni 75 Millionen Dollar. Das Geld soll großteils für den Bau des neuen Umwelt- und Energiegebäudes verwendet werden, wo künftig Umweltstudien stattfinden sollen.(c) AP (Paul Sakuma)

Nicht nur die kalifornische Eliteuni, auch andere Hochschulen weltweit konnten sich in der Vergangenheit über großzügige Gaben freuen. Geld von falschen Spendern kann allerdings mehr schaden als nutzen.(c) Bilderbox

Das erlebte jüngst die London School of Economics (LSE). Die Elite-Uni hatte eine Spende über 1,8 Millionen Euro von einer Stiftung eines Gaddafi-Sohns angenommen, ebenso wie einen mit 2,5 Millionen Euro dotierten Ausbildungsauftrag vom libyschen Regime. Das kostete dem Chef der Uni, Howard Davies, den Kopf.(c) REUTERS (MAX ROSSI)

Weniger riskant war da folgende großzügige Spende an die Uni von Sydney: Ein anonymer Spender schenkte der Hochschule im Vorjahr ein Gemälde des Malers Pablo Picasso, das die Uni für rund 15 Millionen Euro verkaufte. Einzige Bedingung des Mäzens: Das Geld muss für die Wissenschaft verwendet werden.

Eine ungewöhnliche Bedingung stellte der israelische Milliardär Mosche Janai: Im Jahr 2010 spendete er seiner früheren Hochschule, dem Technion im israelischen Haifa, 40 Millionen Schekel (etwa 8,5 Millionen Euro). Sie soll Beliebtheit belohnen: Bei den Studenten besonders beliebte Dozenten sollen einen Bonus von rund 20.000 Euro bekommen.(c) Technion

Eine hohe Summe vermachte der in den USA zum Medienmogul aufgestiegene deutsche Einwanderer John Werner Kluge der Columbia Universität in New York: Sie bekommt 400 Millionen Dollar für einen Fonds zur finanziellen Unterstützung von Studenten. Der 2010 über-90-jährig verstorbene Kluge kam einst selbst mit einem Stipendium an die Hochschule.(c) Wikimedia Commons

Auch in Deutschland gibt es bisweilen hohe Spenden: Mit immerhin 200 Millionen Euro half die Schweizer Jacobs Foundation der angeschlagenen International University Bremen im Jahr 2006 aus der Klemme. Die private Uni bedankt sich mit einer Namensänderung: Sie heißt seitdem „Jacobs University“.(c) Jacobs Kaffee (Jacobs Kaffee)

Ebenfalls 200 Millionen Euro erhielt zwei Jahre später die Uni Karlsruhe – von Hans-Werner Hector, einem der reichsten Deutschen. Der Mitgründer der Software-Schmiede SAP will der Hochschule damit etwas Schwung verleihen. Das Geld soll helfen, die besten Forscher und Lehrer anzuwerben oder zu halten.(c) Uni Karlsruhe

Auch Hectors Kompagnon bei SAP, Hasso Plattner, pumpt Geld in eine Uni: Über den Zeitraum von 20 Jahren stiftet er der Uni Potsdam mehr als 200 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen. Begonnen hat alles im Jahr 1998 mit dem Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik.(c) Dapd (Mario Vedder)

Last, but noch least, findet sich doch noch eine heimische Uni: Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz stellt der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg 70 Millionen Euro für ein neues Querschnittslähmungs-Forschungszentrum zur Verfügung.(c) Hans Simonlehner
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