Plagiat: Uni Linz streicht erstmals Studenten den Doktor

17.02.2012 | 10:24 |   (DiePresse.com)

Ein Gutachten hat den Verdacht erhärtet, dass die im Jahr 2002 eingereichte Dissertation abgeschrieben wurde.

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Präzedenzfall an der Uni Innsbruck: Die Uni hat erstmals einem ihrer Studenten den Doktortitel gestrichen, weil seine Dissertation ein Plagiat sei. Das berichtete das "Volksblatt" (Freitag-Ausgabe). Ein Gutachten hat vor drei Wochen den Verdacht erhärtet, dass in der im Jahr 2002 eingereichten Dissertation teilweise abgeschrieben wurde.

Danach erhielt der Akademiker die Möglichkeit zur Stellungnahme. Nachdem er davon Gebrauch gemacht hatte, traf der zuständige Vizerektor Herbert Kalb eine Entscheidung. Per Bescheid wird dem Plagiator der Doktortitel aberkannt. Legt der Jurist binnen 14 Tagen ab Zustellung dagegen keine Berufung ein, ist die Entscheidung rechtskräftig und er künftig nur mehr Magister.

Die Linzer Universität hat eine weitere Konsequenz aus dem Plagiatsfall gezogen. Im Laufe des Sommersemesters werden alle Abschlussarbeiten für Master-, Magister- und Doktortitel im Internet veröffentlicht. Damit sollen alle wissenschaftlich arbeitenden Personen die Werke kontrollieren können.

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(APA)

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8 Kommentare

Professorenwillkür

Das passt schon. Bloss wird es ohnehin bald keine Dissertationen mehr geben, wenn die Herren Professorengötter sich ein halbes Jahr Zeit geben um heisse 20 Seiten durchzulesen.

die Veröffentlichung äwre schon längst fällig gewesen, aber

das wurde aus begreiflichen, wenn auch nicht moralischem Grund vermeiden: man könnte ja draufkommen, was für ein unsinn in einer Dissertation stehen kann und doch noch akzeptiert wird.
Andererseits aber auch, wie ausbeuterisch nicht wenige Doktorväter ihren Dissertanten gegenüber sind
und drittens: wieviel Erkenntnisse in Dissertationen als eigenständige Arbeiten des Institutsvorstandes erschienen sind.

Also, alles veröffentlichen, möglichst auf der Hompage der Nationabibliothek und nicht der Uni.

Dr. Copy ??


Gast: Countdown
17.02.2012 12:35
4

Na endlich

reagiert einmal eine österreichische Universität.

Ein Kompliment für die Linzer Uni!

Aber was ist mit all den anderen Fällen, die im letzten Jahr durch die Medien gingen?

Hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst?

Oder sind die Fälle einfach unter den Teppich gekehrt worden?

Gast: wildwildwest
17.02.2012 12:22
2

linz, innsbruck, wurscht...

alles was ausserhalb des gürtels liegt, ist der presse wohl fremd...

Gast: Innnsbruck323
17.02.2012 12:16
0

Innsbruck? Wieso Innsbruck?


Schmitt?


Gast: VAlery
17.02.2012 11:50
2

Gut so mit der Veröffentlcihung

Dann sieht man endlich, welcher Mist in solchen "wissenschaftlichen" Arbeiten verzapft wird.

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