Wien/Kb. 106 Vorschläge aus aller Welt wurden beim Wettbewerb zur Sanierung und Erweiterung der Universität für angewandte Kunst in Wien eingereicht. „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“, dachte sich wohl die Jury unter dem Vorsitz von Carl Pruscha und erteilte den Zuschlag dem Wiener Architekten Wolfgang Tschapeller, seines Zeichens auch Professor für Architektur an der Akademie der bildenden Künste.
„Mit der vorgeschlagenen Intervention gelingt die räumliche und visuelle Verbindung des Universitätsgeländes mit dem umgebenden Stadtraum und sie generiert hochwertige Frei- und Kommunikationsräume“, lautet die Jury-Begründung.
Rektor Gerald Bast bezeichnete die Präsentation des Gewinnerprojekts am Dienstag sogar als eine „Sternstunde für die Angewandte“. Er sehe nun alle Voraussetzungen erfüllt, um die „längst fällige Erweiterung“ in Angriff zu nehmen, und sei überzeugt davon, dass das 150-jährige Jubiläum des Instituts 2017 im neuen Gebäude stattfinden werde. „Im Vorfeld haben wir eine Reihe von Alternativstandorten geprüft, darunter etwa die Donauplatte“, sagt Bast. „Mit der Entscheidung für die Erweiterung des Standortes auf dem Oskar-Kokoschka-Platz wird die Angewandte als Bildungs- und Forschungszentrum in Zukunft noch stärker dazu beitragen, dass Wien als Ort der aktiven Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur international Beachtung findet.“ Mit dem Baubeginn rechnet er in der zweiten Hälfte nächsten Jahres, die Kosten belaufen sich auf 46 Millionen Euro. Die neue Nutzfläche soll 7000 Quadratmeter betragen. Das Siegerprojekt – und 14 weitere Einreichungen aus der engeren Auswahl – werden zwischen 8. und 25. März im Museum für angewandte Kunst der Öffentlichkeit präsentiert.
Haupteingang am Ring
„Der Rahmen war eng“, so Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer des Eigentümers Bundesimmobiliengesellschaft. Wenig Platz, Denkmalschutzbestimmungen von Stadt, Denkmalamt und Unesco. Das Tschapeller-Projekt bewegt sich in diesem Rahmen durch eine Fokussierung auf den Innenhof zwischen Schwanzer- und Ferstel-Bau. Das Verbindungsstück zwischen den beiden Gebäuden auf der Seite des Kokoschka-Platzes soll entfernt, der Hof dadurch geöffnet und der Haupteingang auf den Ring verlegt werden.
Als Zubau wurde eine Gebäudescheibe konzipiert, die transparent an der Hofseite des Schwanzer-Baus angebracht wird – mit einer diagonal verlaufenden Treppe und einer durch Erker in Kugel- und Kegelformen exzentrisch ausgestalteten Fassade. Die Verbindung der Trakte soll im Untergeschoß erfolgen, in das die Besucher vom Haupteingang am Ring geleitet werden und das eine interne Verteilerebene darstellt. Außerdem finden hier neue Hörsäle, Mensa und Werkstätten Platz, die durch Oberlichten in den Innenhof mit Tageslicht versorgt werden. Tschapeller: „Mit diesem Konzept soll die Kommunikation zwischen allen Bereichen der Universität ins Zentrum gerückt werden.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2012)
Studiengebühren Wo man künftig zahlen muss - und wo nicht
Wie gut ist Ihr Schulenglisch? Können Sie mit den 14-Jährigen mithalten?











Engagement, WG-Geständnisse und Sparpaket Das neue UniLive
