Medizin-Studium: Weniger (deutsche) Bewerber in Innsbruck und Wien

26.03.2012 | 13:38 |   (DiePresse.com)

In Innsbruck haben sich deutlich weniger Deutsche für den Aufnahmetest angemeldet als im Vorjahr. Graz verzeichnet dagegen ein leichtes Plus.

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Das Interesse an einem Medizinstudium in Österreich ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Insgesamt haben sich an den drei Medizin-Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck 11.645 Personen zu den unterschiedlichen Aufnahmeverfahren angemeldet, die zeitgleich am 6. Juli stattfinden werden. Das sind um rund 400 bzw. knapp vier Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Das Gesamtminus geht auf das Konto von Rückgängen in Wien und Innsbruck, in Graz gibt es dagegen ein leichtes Plus, wie die Universitäten am Montag mitteilten.

An der Med-Uni Wien haben sich 5419 Bewerber verbindlich für den Eignungstest Medizinstudium (EMS) angemeldet, im Vorjahr waren es 5598. Sie rittern um einen der 740 Studienplätze für Human- und Zahnmedizin. Das Minus von 3,2 Prozent ergibt sich aus Rückgängen sowohl bei den Kandidaten aus Österreich als auch jenen aus EU-Ländern. 3050 der Angemeldeten kommen aus Österreich (2011: 3169), 2240 Interessenten stammen aus einem EU-Land (2011: 2315). Der Frauen-Anteil unter den Österreichern bleibt unverändert bei rund 57 Prozent.

In Innsbruck stehen heuer 430 Studienplätze für die drei medizinischen Studien Human-, Zahn- und Molekulare Medizin zur Verfügung. Um diese bewerben sich in diesem Jahr 2769 Personen - um rund 12 Prozent weniger als 2011 (3144). Der Rückgang ist auf die deutlich geringere Zahl an Bewerbern aus EU-Ländern zurückzuführen, insbesondere aus Deutschland. Insgesamt haben sich 1.745 EU-Bürger - darunter 95 Prozent Deutsche - angemeldet, das sind um 22 Prozent weniger als noch im Vorjahr (2233). Seitens der Uni verweist man auf den doppelten Abiturienten-Jahrgang in Bayern und Niedersachsen im Vorjahr sowie die Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland, die die Bewerberzahl 2011 in die Höhe schnellen lassen hat. Die Zahl der angemeldeten Österreicher ist dagegen gegenüber dem Vorjahr von 882 auf 990 gestiegen. Von den 2769 Kandidaten sind 57,7 Prozent Frauen.

In Graz läuft die Frist für die Einzahlung des Kostenbeitrags für die Testdurchführung noch bis 30. April, außerdem müssen Bewerber dort auch eine schriftliche Bewerbung abgeben. Nach den bisher vorliegenden Zahlen wollen in Graz 3041 Personen das Aufnahmeverfahren absolvieren, um 138 mehr als 2011. Sowohl bei den Bewerbern aus EU-Ländern (1078) als auch bei jenen aus Österreich (1903) gibt es dabei ein Plus. Für das kommende Studienjahr stehen in Graz 360 Studienplätze zur Verfügung.

Genderspezifische Auswertung in Wien

Erneut Änderungen gibt es bei den Aufnahmetests. In Innsbruck finden erstmals unterschiedliche Auswahlverfahren für die drei Medizin-Studien statt, bisher wurde dort einheitlich der EMS verwendet. In Wien werden heuer beim EMS Frauen bevorzugt behandelt: Der Test soll nach Geschlechtern getrennt ausgewertet und die Ergebnisse der Frauen um einen "Ausgleichsfaktor" erhöht werden. Damit reagiert die MedUni Wien auf das schlechtere Abschneiden der Frauen bei den bisherigen Eignungstests.

An allen drei Standorten kommt bei der Aufnahme wieder die Quotenregelung zum Einsatz. Demnach stehen 75 Prozent der Plätze für Bewerber mit österreichischem Maturazeugnis zur Verfügung, 20 Prozent für Bewerber aus EU-Mitgliedstaaten und fünf Prozent für jene aus anderen Ländern.

(APA)

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8 Kommentare

Mei, ohne Seitenhieb auf Fekter geht wohl gar nichts oder?

Mir ist männliches Imponiergehabe bei ihr noch nicht aufgefallen, man mag halten von ihr was man will. Sachargumente gegen sie fallen Ihnen nicht ein?

Sollte eine Antwort an kh123 sein.

Sorry.

Gast: kh123
27.03.2012 08:57
1

genderspezifisch??

Wenn sich um 1530 Studienplätze 11645 Interessierte bewerben, ist es vielleicht etwas irreführend, von Rückgang am Interesse zu sprechen. Und vor allem: was soll eigentlich die Botschaft dahinter sein? Und noch was: "Gender" bedeutet das soziale/psychologische Geschlecht und beschreibt damit typisch männliche bzw weibliche Verhaltensmuster im Gegensatz zum biologischen Geschlecht. Wenn sich also eine Frau mit typisch männlichem Imponiergehabe aufführt (da fällt mir spontan zB Fekter ein), dann wäre Gender in diesem Fall männlich. In so einem Fall könnte man zumindest argumentieren, dass female gender Leute eher zurückhaltend und weniger selbstsicher den Test machen und man das korrigieren möchte. Aber de facto werden doch nur Männlein und Weiblein getrennt ausgewertet, das ist nicht genderspezifisch sondern einfach das Pushen von Quotenfrauen, egal ob das inhaltlich Sinn macht. Ziemlich traurig, wenn die Frau Vizerektorin für Lehre, Gender (sic!) und Diversity solche Begriffe nicht korrekt verwendet.

Gast: Peter Van
26.03.2012 14:16
0

Was zahlt uns Deutschland eigentlich dafür,

dass wir Berlin sowohl Sozial- als auch Bildungsprobleme abnehmen?

Antworten Gast: Veter Pan
26.03.2012 15:35
3

Re: Was zahlt uns Deutschland eigentlich dafür,

warum sollte Deutschland was zahlen? niemand hat die österr. hirnis gezwungen ein Gratisstudium für alle anzubieten

Ein gutes Angebot findet eben seine Abnehmer.

Re: Re: Was zahlt uns Deutschland eigentlich dafür,

Das Medizinstudium ist der denkbar schlechteste Schauplatz für Studiengebühren - und Zugangsbeschränkungsphantasien. Vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Ärztemangels sollte man sich vor alleml gedanken machen, wie man die fertigen Ärztinnen in die Regionen bringt, wo sie gebraucht werden.

Falsch! Die SPÖ hat diesem Land das Gratisstudium und generöse Frühpensionsregelungen aufgezwungen.


Antworten Antworten Antworten Gast: Studentin
29.03.2012 09:34
0

Re: Falsch! Die SPÖ hat diesem Land das Gratisstudium und generöse Frühpensionsregelungen aufgezwungen.

Ein Studium ist nicht gratis - was ist das für eine Diktion? Ein Studium ist eine Möglichkeit zur Bildung, Lehre, Forschung und Arbeitsausbildung ... Und die bringt der Gesellschaft und somit auch Ihnen etwas. Sowie auch die Lehre und unsere "Hilfsarbeiter" - und selbst ein Frühpensionist sollte nicht pauschal verurteilt werden ... Weil wer ist ihrer Meinung dann noch etwas wert?

Ich bin für freien Zugang zu Bildung und Lehre und Forschung!

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