19.05.2013 06:38 Merkliste 0

Uni Klagenfurt: Rektor Mayr abberufen

27.04.2012 | 12:33 |   (DiePresse.com)

In der Sitzung des Universitätsrats am Donnerstag, wurde einstimmig die Abberufung von Rektor Mayr beschlossen. Dieser will die Entscheidung anfechten.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Universitätsrat der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig die Abberufung des Rektors Heinrich C. Mayr (64) beschlossen. Die Abberufung wurde mit der Zustellung des entsprechenden Bescheids Freitag früh wirksam. Mayr will gegen seine Absetzung kämpfen, sagte sein Anwalt Bernhard Fink in einer ersten Reaktion gegenüber der APA. Bekämpfen kann Mayr die Rat-Entscheidung beim Verwaltungsgerichtshof (VwGH).

"Wir werden den Bescheid sorgfältig prüfen", sagte Rechtsanwalt Fink. Er kritisierte, dass der Uni-Rat im Rahmen der Abberufung keine ordentliche Verhandlung durchgeführt habe und ortete "massive Verfahrensfehler". Wie es nach der Entscheidung des Uni-Rates an der Uni Klagenfurt weitergehen wird, war vorerst nicht abzusehen.

Geht es nach den Plänen des Uni-Rates soll der bisherige Vizerektor Hubert Lengauer als interimistischer Rektor auftreten. Lengauer selbst wollte dazu am Freitag keine Stellungnahme abgeben.

"Keine andere Möglichkeit"

Der Universitätsrat sei sich der Tragweite seiner Entscheidung bewusst, erklärte Ratsvorsitzende Herta Stockbauer. Nach sorgfältiger Prüfung habe es für das Gremium aber keine andere Möglichkeit als die Abberufung gegeben. Details zu den Hintergründen wollte Stockbauer unter Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht nicht nennen.

Spätestens seit November 2011 sind die Probleme zwischen dem Universitätsrat und dem Uni-Chef bekannt. Entzündet hatte sich der schon länger schwelende Konflikt um die richtige Führung der Uni an der vom Rektor betriebenen Errichtung eines Freizeitzentrums für Universitätsangehörige. Mayr war zuletzt mit einem "aufsichtsbehördlichen Verfahren" gegen das Abberufungsverfahren im Wissenschaftsministerium abgeblitzt. Dort sah man keinen Grund einzuschreiten.

Der Informatiker Mayr wurde 1990 ordentlicher Professor an der Klagenfurter Universität. Im Februar 2006 wurde er Rektor. Regulär hätte er die Geschicke der Universität bis März 2014 leiten sollen.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

6 Kommentare
6 0

Verschwiegenheit?

Verschwiegenheit wem gegenüber? Es handelt sich um eine staatliche Universität, finanziert aus öffentlichen Mitteln und die Vorgänge sind "geheim"? Interessant!

Antworten Gast: verstaendnis
28.04.2012 11:32
0 2

Re: Verschwiegenheit?

verschwiegenheitsPFLICHT bedeutet dass man nicht darüber sprechen darf. da spielt das wollen keine rolle. spricht man trotzdem, macht man sich strafbar. mit bequemlichkeit hat das nichts zu tun. schön, dass sich manche organe ihrer rechten und pflichten bewußt sind. vom großteil der in in österreich installierten (schein-)kontrollorgane kann man das nicht unbedingt behaupten.

was waren nun die gruende???

????

Nachtrag:

"Details zu den Hintergründen wollte Stockbauer unter Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht nicht nennen."
Sehr bequem sich hinter der "Verschwiegenheitspflicht" zu verstecken.

Ich wünsche dem Rektor aus ganzem Herzen Erfolg mit seiner Berufung!

Diese Abberufung ...

.. ist nach meinem Informationsstand nicht nachvollziehbar. Dass Ö3 diese als "Rektor gefeuert" in den Nachrichten (heute, 27.4., um 13 oder 14 Uhr) meldete, ist menschenverachtend.
Der bittere Beigeschmack: wenn Banker(innen) über die Entwicklung von Universitäten befinden, steht dies in Widerspruch zum Bildungsauftrag einer Universität. Bank und Bildung sind so verschieden wie Feuer und Wasser! Gute Nacht, ihr Geisteswissenschaften, es lebe die "ökonomisierte" Bildung ...

übles spiel

Recht so mit seiner Anfechtung - wenn man nachfragt, was da so läuft, dann kommt einem das sprichwörtliche "Gruseln" - bin ja nicht gerne auf der Seite der Rektoren - aber Mayr spielt man übel mit (Herr Rektor - wenden sie sich mal an die Gewerkschaft)

Schlagzeilen Bildung