Forschung: FH wollen eigenes Profil schärfen

29.04.2012 | 18:22 |   (Die Presse)

Beim sechsten Forschungsforum in Graz arbeiteten die FH an ihrer "Schlüsselrolle". Es gehe darum, die vorhandenen Potenziale noch besser zu nutzen.

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Graz/Red. Die Zeiten, in denen die Forschung an den – praxisorientierten – Fachhochschulen als Stiefkind behandelt wurde, sind lange vorbei. Das machten die Fachhochschulen beim alljährlichem „Forschungsforum“ einmal mehr klar: In den kommenden Jahren wolle man „die Leistungen der FH in der anwendungsbezogenen Forschung“ weiter ausbauen, so Helmut Holzinger, Präsident der FH-Konferenz, bei der Tagung, die dieses Jahr an der FH Joanneum in Graz stattfand. Die Forschung an den FH sei „breit gefächert, praxisorientiert und an den aktuellen Fragen der Zeit orientiert“. Den FH werden „in den nächsten Jahren eine Schlüsselrolle in der Forschungslandschaft zukommen“.

Nun gehe es darum, die vorhandenen Potenziale noch besser zu nutzen. Karl Peter Pfeiffer, Rektor der FH Joanneum, sieht die Stärken vor allem „in der engen Verknüpfung mit der Lehre und der Integration der Studierenden in Forschungsprojekte“. Als Forschungspartner für Industrie und Wirtschaft – und hier insbesondere für KMU – habe man sich in den vergangenen Jahren gut positionieren können. Diese Leistungen sollen sich künftig noch stärker in wissenschaftlichen Veröffentlichungen niederschlagen.

 

Sechs Themenfelder im Fokus

Ziel des Forschungsforums war es, das spezifische Profil der FH-Forschung weiter herauszuarbeiten. Wenn sowohl Forschungskunden als auch Forscher selbst genau wüssten, wo die inhaltlichen Stärken liegen, könne man noch viel gezielter zusammenarbeiten, so der Tenor.

In insgesamt sechs Sessions, die sich jeweils einem Themenfeld (von der Informationstechnologie über die Wirtschaftswissenschaften bis hin zur Gesundheitsförderung) widmeten, wurden die unterschiedlichen Perspektiven und Ansätze der Forschung an den FH diskutiert. Die nächste Zwischenbilanz erfolgt im kommenden Jahr: Da macht das Forschungsforum an der FH Vorarlberg Station.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.04.2012)

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2 Kommentare

Wie zielführend

Vielleicht bin ich ja reaktionär, aber ich stelle es mir halt produktiver vor, etwas zu machen statt auf Konferenzen "Begriffe zu schärfen".

Re: Wie zielführend

Man muss nicht reaktionär sein, um zu erkennen, dass es sich hier um eine Meta-Ebene der Diskussion handelt, in ständig zunehmendem Maße. Statt Forschung zu betreiben und diese dann in Kooperationen umzusetzen, wird über Profilschärfung, Schwerpunktsetzung und Kooperationsnetzwerke solange diskutiert, bis vor lauter Gschaft'lhuberei niemand mehr die Zeit hat, sich etwas konkret Brauchbares auszudenken. Das ist Zeitgeist, es werden bald mehr Personen in der Forschungs- und Wissenschaftsorganisation "tätig" sein, als in der Forschung selbst.

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