Das Studium an der TU Wien bleibt gratis

Der Senat der Technischen Universität (TU) Wien hat sich mit großer Mehrheit gegen autonome Studiengebühren entschieden. Dabei wollte das Rektorat nur einen kleinen Teil der Studierenden zur Kasse bitten.

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(c) Clemens Fabry

Wien/Apa. Trotz der rechtlichen Möglichkeit, ab Herbst wieder Gebühren einzuheben, hat sich die Technische Uni (TU) Wien dagegen entschieden. Der Senat der Uni hat am Montag einen entsprechenden Antrag des Rektorats abgelehnt. Und zwar mit großer Mehrheit: 19 Senatsmitglieder sprachen sich dagegen aus, nur sieben waren dafür.

Dabei wollte das Rektorat nur einen kleinen Teil der Studierenden zur Kasse bitten. Beantragt wurde die Wiedereinführung der Gebühren in jener Form, wie sie vor der Aufhebung von Teilen der Studiengebührenregelung durch den Verfassungsgerichtshof eingehoben wurden. Die damalige Regelung: Zahlen mussten nur Nicht-EU-Bürger sowie Studenten, die die Mindeststudiendauer um mehr als zwei Semester überschritten haben. Durch umfangreiche Ausnahmeregelungen waren zuletzt nur rund 15 Prozent der Studierenden beitragspflichtig. Das Sommersemester war mangels Einigung zwischen den Koalitionspartnern bereits für alle Uni-Studenten kostenlos.

Finanziell schwieriger Entschluss

Die Rektorin der TU Wien, Sabine Seidler, rechnet nach der Abfuhr durch den Senat mit einer erneuten Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation ihrer Uni, die ohnehin bereits rote Zahlen schreibt. „Aus finanzieller Sicht ist dieser Beschluss für die TU Wien außerordentlich schwierig“, kommentierte sie die Abstimmung.

In den kommenden Tagen und Wochen stehen an acht weiteren Universitäten Entscheidungen über Anträge der Rektorate an. Bereits morgen, Mittwoch, wird an der Wirtschafts-Uni Wien und an der Uni Klagenfurt abgestimmt. An der größten Hochschule des Landes, der Uni Wien, wurde bereits Ende April vom Senat die Einhebung von Studiengebühren in Eigenregie fixiert.

Studiengebühren: Acht Unis heben Gelder ein

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.05.2012)

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