22.05.2013 15:38 Merkliste 0

Zu viel Bürokratie: Hochschülerschaft will FH-Vertretungen neu organisieren

03.06.2012 | 18:18 |  MAGDALENA LIEDL (Die Presse)

Petition. Die FH-Studienvertreter fordern finanzielle Unabhängigkeit von der Bundes-ÖH.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/Linz. Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen dürfen ihre ÖH-Beiträge im Gegensatz zu den Unis nicht selbst verwalten. Sie müssen das eingenommene Geld – insgesamt etwa 1,6 Millionen Euro – an die ÖH-Bundesvertretung abliefern. Braucht eine FH Geld für ein Projekt, muss sie die Finanzierung beim Bund beantragen.

Die Studentenvertreter der FH Oberösterreich haben bereits im Vorjahr eine Petition für mehr Unabhängigkeit vom Bund gestartet und mehr als 1000 Unterschriften gesammelt. Am vergangenen Donnerstag wurde diese nun im Petitionsausschuss des Nationalrates behandelt und eine Stellungnahme des Wissenschaftsministeriums angefordert.

Die wichtigste Forderung der FH-Vertreter: Die FH-Hochschülerschaften sollen eigene Rechtspersönlichkeiten erhalten. Denn durch die derzeitige Regelung würden Projekte an den FH verzögert, weil Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlt werden könnten, kritisiert der Initiator der Petition, Daniel Zeilbauer. „Das macht die tägliche Arbeit sehr schwer.“ Auch für die Bundesvertretung bedeutet die Gesetzeslage viel zusätzliche Arbeit. Sie muss die Finanzierung jedes einzelnen Projektes an jeder der 21 FH extra bewilligen.

Bei einer ersten Anfrage der Studierenden im Jahr 2010 sprach das Wissenschaftsministerium von „bürokratischen Abstimmungsproblemen“, die intern geregelt werden sollten. Gegenüber der „Presse“ heißt es, man müsse die Situation prüfen, sollte die Forderung von der gesamten ÖH ausgehen.


Bund: Bedingung Listenwahlrecht

Und das ist zumindest weitgehend der Fall: Die Bundesvertretung unterstützt die Forderung der FH unter der Bedingung, dass nicht nur die Selbstständigkeit in finanziellen Fragen, sondern die gesamte Organisation der FH-Studentenvertretung neu geregelt wird – und zwar nach dem Vorbild der Unis. Das würde auch die Einführung eines Listenwahlrechts bedeuten.

Diese Bedingung wollen die FH-Vertreter aber nicht akzeptieren. Sie würde die FH politisieren. Bis jetzt blieben die FH von Parteipolitik weitgehend verschont – unter anderem eine Folge des Wahlrechts: Die Studenten wählen ihre Studiengangsvertreter jedes Jahr neu in einer Personenwahl. Wahlen mit parteinahen Listen und längeren Funktionsperioden wie an den Unis gibt es nicht. „Es ist gut, wenn der Bund unser Anliegen unterstützt, aber das geht ohne Politik“, sagt Zeilbauer.

Die Bundes-ÖH hält dagegen, dass die FH ohnehin immer politischer werden. Wenn FH-Studentenvertreter immer nur ein Jahr im Amt seien, seien sie außerdem nicht in der Lage, ihre ÖH-Beiträge zu verwalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.06.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

4 Kommentare

personenwahl ungeeignet

ich bin für eigene körperschaft der fh-vertretungen (fhv), aber unter geeigneten bedingungen

#macht braucht kontrolle:
bedeutet opposition, daher wäre eine listenwahl wohl am geeignetsten, wie sollte sich eine opposition sonst organisieren

#macht braucht kontinuität:
bei personenwahl könnte sich die ausrichtung der fhvn jedes jahr ändern. die aufgebauten strukturen könnten jedes jahr um/wieder aufgebaut werden müssen. ohne fraktionen-kontinuität würde viel wissen und erfahrung verloren gehen.

#macht braucht transparenz:
das jetzige wahlsystem an den fhs ist hochgradig intransparent. es ist absolut undurchsichtig welche richtung die studiengangsvertretungen in der fhv unterstützen. es gibt kein programm, keine grundsätze. es ermöglich absolute willkür.

#fh-studis weiter zweite klasse:
warum soll den fh-studis die möglichkeit genommen werden eine politische einstellung zu wählen. sind sie zu dumm das einschätzen und entscheiden zu können?

#politisierung nicht gleich parteien:
wenn die fh-studis sgn. "unpolitische" vertretung haben wollen, werden sie diese wählen. listenwahl heißt nicht verparteipolitisierung (siehe TUs, kunstunis,...), sondern wahlfreiheit mündiger wählerInnen. jetzt haben sie keine möglichkeit die richtung der fhv zu bestimmen.

die politisierung der fh-studis sollte interesse jeder studierendenvertretung sein. nichts schlimmer als zukünftige akademikerInnen die sich nicht für die mitgestaltung ihre eigenen angelegenheiten interessieren.

Gast: mario a.
04.06.2012 13:17
0 0

sehr gut - nur weiter so

Ich finde es gut, dass sich endlich was tut. Die Abhängigkeit von Wien ist nicht tragbar und bremst nur die Arbeit.

Außerdem: wer will schon freiwillig Parteien (Listen) an den Fachhochschulen? Sind ja auch schon alle mehr als fragwürdig (korrupt,...).

LG aus Innsbruck

Gast: FH-Studierendenvertreter
03.06.2012 19:43
0 0

völlig falsche Darstellung...

... dieser Artikel ist eine Frechheit! Es zeigt mal auf was für einem (niedrigem) Niveau die Presse recherchiert!
Die Petition wird gerade einmal von 3 von 21 FH-Studierendenvertretungen unterstützt! Die Forderungen in der Petition sind genauso falsch, wie die Informationen in diesem Artikel. Die FH's dürfen ihr Budget selber verwalten. Aufgrund der fehlenden Rechtspersönlichkeit müssen diese aber von der Bundesvertretung unterzeichnet werden. In 99,99% der Fälle gibt es keine Probleme mit Zahlungen!
Der liebe Hr. Zeilbauer (welchen ich persönlich kenne) ist Vorsitzender a.D. (wie karrieregeil muss man sein um das seinen Namen hinzuzufügen). Nur weil der Hr. Zeilbauer es nicht schaft die Richtlinien einzuhalten (welche den Zahlungsverkehr für ALLE ÖH's, also auch jene der Bundes-ÖH, regelt), sollen jetzt alle FH's so werden, wie er es sich vorstellt? Der Hr. Zeillbauer ist vor 2 Jahren mit diesem Vorhaben in der ÖH-Bundesvertretung aufgetaucht. Daraufhin wurde ein Änderungsvorschlag des HSG (die gesetzliche Grundlage der ÖH) ausgearbeitet (an der keiner der FHs teilgenommen hat, welche jetzt die Petition unterstützten). Dieser Vorschlage wurde aber von der Aktionsgemeinschaft (=schwarzen Studierendenvertreter) abgelehnt und seitdem her auch vom Ministerium!
Und anstatt das intern in der ÖH zu regeln (wo ich den Hr. Zeilbauer seit 2 Jahren nicht mehr gesehen habe) rennt er zu 2 ÖVP'lern die keine Ahnung haben und reicht eine Petition ein....

Antworten Gast: bianca k. - eine studentin
03.06.2012 20:10
0 0

Re: völlig falsche Darstellung...

lol. mr. anonym wirft der presse schlechte Recherchen vor und ist selber ne taube Nuss. In der letzten OTS konnte ich insgesamt 5 FH Vertretungen zählen (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120522_OTS0193/vier-weitere-fh-studierendenvertretungen). Es gibt auch einige weitere, die sich Unabhängigkeit wünschen, aber nicht wissen, wie sie den Aufwand der Buchhaltung schaffen sollen...

Ich kenn diesen Herrn Zeilbauer auch persönlich und finde nicht, dass er Karrieregeil ist. Immerhin setzt er sich aktiv für die Anliegen aus OÖ ein.

Das von dir angesprochene HSG Papier ist ein Wunschkonzert der BundesÖH und fordert unter anderem Parteien an den FHs. Wir FH'ler wollen aber keine Parteien. Man sieht ja, was die für einen Schwachsinn anstellen... Klar, dass da FH-Vertretungen aufschreien, die in diesem politischen Sumpf der Bundes ÖH gefangen sind.

Und soweit ich weiß, sind dieser Herr Zeilbauer und seine Kollegen zu allen Parteien gegangen - wieder falsch recherchiert Mr. Anonym.

Schlagzeilen Bildung