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Experte: Studiengebühren als Frage der Notwendigkeit

12.06.2012 | 11:43 |   (DiePresse.com)

Europas Unis werden nie wieder so viel öffentliches Geld wie 2009 bekommen, sagt Hochschulexperte Usher. Sein Rezept: Studiengebühren und eine Schlankheitskur.

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Die Universitäten in Europa würden nie mehr so viele öffentliche Mittel erhalten wie noch vor einigen Jahren. Ein Ausweg seien Studiengebühren in Verbindung mit Stipendien. Gleichzeitig müssten die Hochschulen aber auch auf die Ausgabenseite blicken. Das stellte Alex Usher, Präsident eines Hochschulberatungsbüros in Kanada, am Montagabend beim ersten Funding Forum des Europäischen Universitätenverbandes (EUA) in Salzburg fest.

Usher hat die Einnahmen- und Ausgabenstruktur in der internationalen Hochschullandschaft verglichen. Sein Fazit: Europa habe sehr angesehene und traditionsreiche Universitäten. Doch deren Angebot wäre - im Gegensatz zu vielen anderen Teilen der Welt - oft kostenlos. Es gebe durchaus Potenzial für Studiengebühren, meinte der Experte. Wenn man sie mit einem guten System an Stipendien, Darlehen oder Zuschüssen verbinde, dann seien Studiengebühren auch keine Zugangshürde. Ganz im Gegenteil, sie würden das System durchlässiger und effizienter machen, argumentierte Usher. Neben einer Anhebung von Studiengebühren könnten die europäischen Universitäten auch versuchen, mehr internationale Studierende anzuziehen, um ihre Einnahmen zu erhöhen.

Eines ist für Usher jedenfalls klar: So viel öffentliches Geld wie 2009 werde es für die Universitäten nie mehr geben. Bis zu diesem Jahr nämlich seien die öffentlichen Mittel gestiegen, dann kam die Trendumkehr. Seit dem Beginn der Finanzkrise seien die öffentlichen Ausgaben für den Hochschulbereich in vielen Ländern zurückgegangen oder würden stagnieren, was de facto ebenfalls eine Verringerung bedeute.

Investitionen, Infrastruktur und Verwaltung

Wie sich diese Kürzungen konkret niederschlagen, machten einige Beispiele europäischer Hochschulen deutlich. Das Budget der Universität Valencia sei von 381 Mio. Euro im Jahr 2009 auf 344 Mio. Euro im Jahr 2012 gesunken, berichtete Vizerektorin Olga Gil Medrano. Investitionen wären dadurch nicht mehr möglich.

Panagiotis Niarchos von der Universität Athen erklärte, dass sich das operative Budget der Hochschule seit 2009 halbiert habe. Die Verantwortlichen der Universität hätten vor allem bei den Ausgaben angesetzt und das Lehrbudget weitgehend gleich gelassen. "Auch wenn wir in einer dramatischen Situation sind, bieten wir trotzdem eine Ausbildung auf einem sehr hohen Niveau an", meinte Niarchos. Die Ausgaben für Infrastruktur und Verwaltung seien stark gekürzt worden.

"Jahrzehntelang Speck angesetzt"

Im Hinterfragen von Ausgaben sieht auch Usher einen Schlüssel zur Verbesserung der Finanzsituation der Unis. "Bei der Bewältigung unserer Finanzsituation denken wir alle an die Einnahmenseite, wir müssen uns aber auch die Ausgaben genau ansehen", meinte der Universitätsberater. Die Unis hätten jahrzehntelang Speck angesetzt und seien nicht gezwungen gewesen, ihre Ausgaben zu durchforsten. Einiges Potenzial sieht der Hochschulberater beispielsweise in der Reduzierung von Kontaktzeiten zwischen Lehrenden und Studierenden. In Europa sei diese um 15 Prozent höher als in Nordamerika. Usher glaubt, dass die Talsohle bei den Finanznöten der Universitäten noch nicht erreicht ist. Aber er ist optimistisch, dass die europäischen Hochschulen die Krise auch als Chance nützen können.

Kritik an Überlegungen, die sinkenden öffentlichen Finanzierungen der Universitäten durch private Mittel zu ersetzen, übten Vertreter der Europäischen Studierenden (European Students Union - ESU). "Als Vertretung der europäischen Studierenden haben wir die europäischen Regierungen wiederholt aufgefordert, sich zu einer Erhöhung der staatlichen Finanzierung zu verpflichten und Hochschulbildung als öffentliches Gut und öffentliche Verantwortung hochzuhalten", sagte Rok Primozic, Mitglied des ESU-Vorstandes. Studiengebühren wären ein Hindernis für internationale Mobilität, betonte Brikena Xhomaqi, Zuständige für Mobilität und Hochschulfinanzierung der ESU.

(APA)

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11 Kommentare
Gast: Gasttt
13.06.2012 17:42
0 1

Mir wird schlecht.

Der fordert nicht nur Studiengebühren, sondern auch noch hohe - 500€ könnte ich mir im Semester vielleicht irgendwie auftreiben (schön wäre das aber nicht; denn neben noch mehr Arbeit geht das mit dem Studieren nicht mehr so gut); bei 5000€ müsste ich wohl auf eine meiner beiden Studienrichtungen verzichten, um dem Privatkonkurs zu entgehen...

Solche Deppen wie dieser Herr sollten vielleicht einmal selber Speck abbauen und auf Diät gesetzt werden, bevor ihre Ideen den ohnehin schon nicht besonders reichen Studis (es gibt fast keine reichen Studierenden, es gibt nur reiche Eltern in dem Alter) auch noch das letzte Hemd ausziehen.

Die Studiengebühren in Kanada sind jetzt schon nicht gerade niedrig, und sie sollen ganz nach dem Motto dieses "Experten" noch weiter steigen. Was die Studis selber davon halten, sieht man ja. Nur weiter so - sie dürfen nicht durchkommen; keinen Cent mehr!

Antworten Gast: Student mit Job
15.06.2012 10:08
0 0

Re: Mir wird schlecht.

Wer soll Ihrer Meinung nach Ihnen das zweite Studium finanzieren?
Sie verursachen die Kosten, sind aber empört, dass Sie selbst zu einem Beitrag verpflichtet werden sollen?

Sie müssen ein Grieche sein.

Gast: Schweinchen schlau
13.06.2012 15:53
1 0

Studiengebühren sind das kleinere Übel

Ein Studium ist immer ein teurer Spaß, auch ohne Studiengebühren. Die wirklich finanziell Schwachen, können sowieso nicht studieren.
Es ist den Studenten viel mehr geholfen, wenn alle Studiengebühren zahlen, aber die finanziell Schwachen mit Stipendien und Studienkrediten unterstützt werden.
Bei einer Studiengebühr von etwa 500 € pro Semester sammelt sich ein Kredit von 4000 oder 5000€ an. Das ist immer noch weniger, als der Verdienstentgang, wenn ein Student auch nur ein einziges Semester später fertig wird.

Antworten Gast: Bettelstudent
13.06.2012 17:45
0 2

Früher fertig?

Kann mir irgendwie kaum vorstellen, dass ich mit meinem Studium schneller fertig werde, wenn ich noch mehr daneben arbeiten muss. Und in die Schulden lasse ich mich bestimmt nicht treiben!!

Antworten Antworten Gast: Schweinchen schlau
14.06.2012 10:27
1 0

Re: Früher fertig?

Sie sollten eh nicht studieren, wenn sie Texte so missverstehen.

Einer der mitdenkt, immerhin!

Wann schenkt die SPÖ dem Stimmvieh mal die Wahrheit ein?

Gast: WesBrotichess
13.06.2012 09:40
0 0

Hat der Experte

einen Auftrag vom Wissenschaftsministerium erhalten?

Wir brauchen Studienbeiträge sofort!

Dann können wir bei der Bildung sparen und den Wohlstand nachkommender Generationen eben auf unsere zahlreichen Öl- und Rohstoffvorkommen gründen.
; )

Wer bei der Bildung spart, spart bei der Zukunft.

Wenn man rational denkt...

Studiengebühren!
Je früher desto besser

7 1

Allein der Genderwahnsinn kostet Geld und dient ausschließlich der Indoktrinierung.


Antworten Gast: Matador
13.06.2012 06:58
0 3

Re: Allein der Genderwahnsinn kostet Geld und dient ausschließlich der Indoktrinierung.

Der "Genderwahnsinn": Grundübel der Hochschulfinanzierung?

Ein bisserl indoktriniert dürften Sie selbst sein...

Schlagzeilen Bildung