Internationale Entwicklung: Bachelor abgeschafft

15.06.2012 | 09:05 |   (DiePresse.com)

Der Senat hat entschieden: Künftig wird es an der Uni Wien nur mehr ein Masterstudium geben. Der Zugang erfolgt über zwei Erweiterungscurricula. Scharfe Kritik kommt von der ÖH.

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Die geplante Einstellung des Bachelor-Studiums Internationale Entwicklung (IE) ist mit der Schaffung eines Masterstudiums IE am Donnerstag vollzogen worden. Der Senat der Universität Wien beschloss mit großer Mehrheit das neue Masterstudium, hieß es in einer Presseaussendung der Universität. "Damit kann die Universität Wien Fachleute der Internationalen Entwicklung mit höchster Qualifikation ausbilden", zeigte sich der Vorsitzende der Curricularkommission Stefan Newerkla überzeugt. Scharfe Kritik kam von der ÖH.

Der Zugang zum Masterstudium Internationale Entwicklung erfolgt laut Universität künftig über zwei Erweiterungscurricula, die als Wahlfächer im Rahmen verschiedener einschlägiger Studien angeboten werden. Ab dem Wintersemester 2012/13 können Studierende der Politikwissenschaft, Soziologie, Volkswirtschaft und anderer Fächer in ihrem Bachelorstudium eine spezifische Zusatzausbildung wählen - diese ermöglicht es, in das Masterstudium der IE einzusteigen. Damit werden im neuen Masterstudium die Absolventen verschiedener Studienrichtungen gemeinsam studieren.

Scharfe Kritik von ÖH

Das Vorsitzteam kritisierte die Entscheidung: Diese habe "wieder einmal" die "monokratische Struktur" der Universität Wien gezeigt, Entscheidungen würden "an den Bedürfnissen der Studierenden vorbei" gefällt werden". Es habe keine Evaluierung gegeben, die einen Strukturwandel des Studiums rechtfertigen würde. "Wir verurteilen die Abschaffung des Bachelors Internationale Entwicklung aber auch als politische Entscheidung gegen ein beliebtes Studium, das kritisches Denken fördert", so die ÖH. Die Sitzung sei von Protesten und "massivem Polizeiaufgebot" begleitet gewesen, so die ÖH in ihrer Presseaussendung.

(APA)

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16 Kommentare
Gast: Systemkritikerin
15.06.2012 23:18
4 0

Wundert mich nicht...

Ich habe mir dieses Studium 1 Semester lang angesehen und angehört. Das Thema an sich ja interessant, man könnte viel heraus holen. Nur nicht beim Bachelor in IE...

Da wird eine Lehrveranstaltung lang über ein Foto (!) diskutiert oder in der ersten Vorlesung die gesamte (!) Zeit über administrative Dinge gesprochen. Oder wie man WCs irgendwo in Südamerika aufstellen wollte (für die Eingeborenen) und diese die sanitären Einrichtungen nicht akzeptierten - war ein Vortrag über eine halbe Stunde lang...

Wenn ich eine halbe Seite pro Einheit mitgeschrieben habe, war das viel. Nicht weil ich faul war - nein, es gab einfach nichts zum Mitschreiben... Die Prüfungen waren dementsprechend...

Und kritisch Denken durfte man auch nur in eine Richtung - alles andere war böse, pfui, Satan...

Ich bin heilfroh, dass diese Steuergelder-Verschwendung endlich ein Ende hat. Und ich ärgere mich immer noch, ein Semester meines Lebens dafür verschwendet zu haben

"Wir verurteilen die Abschaffung des Bachelors Internationale Entwicklung aber auch als politische Entscheidung gegen ein beliebtes Studium, das kritisches Denken fördert"

und so zieht sich die ÖH selbst wieder ins lächerliche. Den Satz hätten sie sich echt sparen können.

Gast: Die Wahrheit macht frei
15.06.2012 14:45
4 0

Die Absolventen dieses Studiums sind so unglaublich gefragt,

daß jedem Studienanfänger bereits fixe Anstellungsverträge für die Zeit nach Beendigung des Studiums angeboten werden.
Und das zu horrenden Gehältern.........

Gast: Arkla
15.06.2012 14:40
6 0

Alle Bachelor einstellen bitte.

Die bringen nix.

Gast: auchanders
15.06.2012 12:50
1 0

Nun kann man sicherlich auch in 3 Jahren ein ordentliches und intensives Studium betreiben, denn

manchmal hat man schon eher den Eindruck, es geht mehr um die Lehrenden, damit die alle ihre gewünschten Lehrveranstaltungen erhalten, d.h. bezahlt bekommen und weniger, ob das alles wirklich unbedingt notwendig und nicht ohnehin auch durch eigenes Studium erreichbar wäre.

Die Briten sind weder intelligenter, noch steht ihr Staat schlechter da, aber erreichen mit ihren niedrigeren Studienzeiten in den alten Universitäten meist sogar mehr!

unerträglich

die aussage, dass nur der bachelor ie zum kritischen denken führt, empfinde ich als lehrender der uni wien als unerträglich. und wegen sieben schreienden "kindern" vor dem senatssitzungszimmer ist der fechstsstaat nicht am zusammenbrechen - die durch polizeieinsatz auch nurirgendwie ernstnehmen ist "weicheierhaft" - liebe senatoren seid tapfer

Antworten Gast: nhlsvdööoah
15.06.2012 20:20
0 3

Re: unerträglich

Es ist allerdings ein Armutszeichen der Uni Wien, wenn solche "Professoren" wie Sie dort unterrichten...falls dies überhaupt der Wahrheit entspricht. Werden Sie erst einmal der deutschen Sprache mächtig und entledigen Sie sich dieser unangebrachten Fäkalsprache...das ist mehr als nur erbärmlich.

P.S.: Falls Sie auch objektive Argumente für ihren Standpunkt vorbringen können, wäre ich interessiert daran, diese zu erfahren. Falls nicht: Bitte verschonen Sie uns mit mit Ihren "wertvollen" Beiträgen! ;)

Re: Re: unerträglich

So und jetzt mal ensthaft - Am Anfang der Auseinandersetzung um den Bachelor IE stand ich eigentlich auf der Seite der Studierenden bzw. vor allem der Lehrenden der IE. Nur muss ich sagen, dass viele der Aktivisten überhaupt keinen Beweis dafür lieferten, dass sie irgendwas aus dem Studium mitgenommen haben – beginnend bei einer extrem aggressiven Protestkultur mit Aktionen, die absolut keine Form von Verständnis erlauben – Eisenstangen sind kein Instrument irgendeiner Protestform. Das Argument des Rektorats zum Mangel an Lehrenden mit wissenschaftlichem Hintergrund trifft zu – von 75 Lektor_innen sind nur 25 promoviert – wobei ich festhalte, dass ich per se absolut kein Problem in der Lehre durch Magistri sehe – nur kann ein Studium nicht auf „Nicht-Promovierten“ basieren. Aber ich gebe auch zu, dass ich mich und viele andere persönlich verunglimpft fühlen, durch die Argumentation mancher Studierenden und auch Lehrenden aus der IE – aber die Feststellung von Vertretern der IE, dass das gegenständliche Studium als einziges zum kritischen Denken erzieht bzw. dafür Grundlagen liefert empfinde ich einfach gesagt als bodenlose Frechheit – damit hat man einige Unterstützer vergrault – so auch mich

0 8

Re: unerträglich

bitte geh in Pension! lesen fällt schon schwer, im Artikel steht nicht nur! und schreiben ist leider auch unerträglich, der letzte Satz ist weit weg von Rechtschreibung! Wahnsinn das solche urteilende lehrende zugelassen werden! und dafür das es nur 7 waren, hatte die polizei die letzten Monate aber ziemlich viel zu tun! außerdem vertritt die öh die Meinung der Studenten !

4 0

Re: Re: unerträglich

Die ÖH vertritt nie und nimmer die Meinung der Studenten! Höchstens die eigene und da kann man sich nicht immer sicher sein.
Apropos Rechtschreibung: In dieser Hinsicht scheinen Sie recht tief im Glashaus zu sitzen. Also - leg den Stein weg...

Re: Re: unerträglich

und deren meinung ist noch dazu emtscheidend

8 0

Re: Re: unerträglich

Die ÖH vertritt die Meinung einer verschwindend geringen Gruppe von Studenten. Konnte am Beispiel Café Rosa wunderschön beobachtet werden. Der Großteil geniert sich für die Truppe und will damit nichts zu tun haben.

Gast: Talbot
15.06.2012 10:21
0 0

Möge sich jeder selbst ein Bild machen:

Der Studienplan des Bachelorstudiums IE:
http://ie.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/proj_int_entwicklung/Studienplaene/BA_Internationale_Entwicklung2011.pdf


Antworten Gast: 0956421
16.06.2012 18:13
0 0

Re: Möge sich jeder selbst ein Bild machen:

Mein Fazit:
Völlig wertloses "Pimperlstudium", geschnitzt für NachwuchspolitikerInnen die zu dumm/faul/unfähig für ein richtiges Studium sind.

Ersatzlos streichen, auch den Master, so etwas überhaupt als Studium zu bezeichnen ist ein Affront.

6 0

Master ein Fortschritt

Liebe ÖH,

ein Bachelorstudium ist nicht annähernd lang und vertiefend genug, um auch nur in die Nähe von kritischem Denken zu kommen. Da kratzt man bestenfalls an der Oberfläche, und erst im Master (bzw im zweiten Abschnitt von noch existierenden Magisterstudien) geht es in die Tiefe. Im Bachelor geht es nur um die Grundlagen, und auch im IE-Bachelor wurde ein großer Teil des Studiums mit Basics verbracht, die andere Studienrichtungen auch behandeln.

Freut euch lieber, dass es einen Master gibt, wo man wirklich Zeit für das gelobte kritische Denken hat. Natürlich heißt das auch, im vorgelagerten Bachelor wirklich studieren und Prüfungen ablegen zu müssen, was die Zielgruppe von IE wohl nicht so ganz verinnerlicht hat, wenn ich mir die übliche Zusammensetzung von studentischen Aktionismusgruppen anschaue.

5 0

Re: Master ein Fortschritt

Die sind doch dagegen, weil sie Angst haben vor dem kritischen Denken :-)

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