ÖH-Wahl: "Die Studierenden sind uns ziemlich egal"

Die satirische "Liste" und die antifeministische Partyfraktion "No Ma'am" wollen im Mai bundesweit antreten. Die Ziele der zwei Spaßfraktionen: skurril.

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(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) von 16. bis 18. Mai wird es auch im Satiresektor eng. Neben zwei kommunistischen und möglicherweise zwei grünen Listen wollen auch zwei Spaßfraktionen kandidieren. Sowohl der "Die Partei"-Ableger "Die Liste" als auch die Antifeminismus- und Partyfraktion "No Ma'am" sammeln Unterschriften für ein bundesweites Antreten.

Mit einem Mandat in der ÖH-Bundesvertretung, dem österreichweiten Studentenparlament, bereits vertreten ist "Die Liste". Für sie zieht der Berliner Christian Mönch als "Gottkaiser Lautsprecher" bzw. Spitzenkandidat in den Wahlkampf. Die ÖH-Wahl ist ihm dabei nicht wirklich wichtig: "Wir haben immer schon gesagt, dass uns die Studierenden ziemlich egal sind", so Mönch.

"Da die österreichischen Studenten durch die Numerus-Clausus-Horden aus Deutschland ohnehin schon fremd im eigenen Land sind, ist das ja quasi eine deutsche Wahl", meinte Mönch. "Wichtig ist aber die deutsche Bundestagswahl, bei der ich als Kandidat in Berlin antreten werde. Damit werden durch meine Person die österreichischen Interessen in der deutschen Bundespolitik gewahrt."

"Österreicher als billiges Kanonenfutter"

In der ÖH habe man in den vergangenen zwei Jahren die Ziele schon erreicht. "Wir haben die österreichischen Studierenden als Rekrutierungspool für billiges politisches Kanonenfutter gefunden." Daher nun die Konzentration auf die deutschen Wahlen sowie demnächst die Nationalrats- und Europawahlen. "Da wollen wir unserem Parteichef Martin Sonneborn im Europaparlament einen Fraktionspartner zuschicken." Das würden auch die studentischen Wähler goutieren. "Wir bombardieren sie nicht mit nebensächlichen Banalitäten."

Themen will Mönch vorerst nicht ansprechen. "Ich will noch nicht zu viel durchblicken lassen. Sonst könnte sich die Konkurrenz ja dran orientieren." Keine Freude hat Mönch mit dem "bösen S-Wort": "Vorwürfe wie Spaßpartei oder Satirepartei kommen oft vom politischen Gegner. Das ist ein Zeichen der Angst. Wir weisen das von uns. Unsere Kritiker werden noch sehen, was alles möglich ist."

Männer vergeben Bierstipendien

Auch die vor allem an der Uni Linz beheimateten Männer von "No Ma'am" waren bereits in der Bundesvertretung, kandidierten aber zuletzt nur auf lokaler Ebene. An der Uni Linz sind sie vor allem als Partyveranstalter aktiv, bei denen unter anderem Bierstipendien vergeben werden. Ihre Kandidaten wollen sie aber erst nach Ablauf der Einreichfrist für Wahlvorschläge am Dienstag bekanntgeben.

(APA)

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