Katzenbabys für alle: Die Plakate zur ÖH-Wahl

"Service und Beratung statt Polit-Kindergarten": Die ÖVP-nahe Aktionsgemenischaft gibt sich betont praktisch. Die Frage, ob die ÖH die Welt oder nur die Studentenberatung verbessern soll, spiegelt sich in vielen Plakaten.

Der Kommunistische StudentInnenverband KSV-Lili will dagegen "Schluss mit der Bescheidenheit machen": Allgemeine Freifahrt und bedingungsloses Grundeinkommen gehören zu den Forderungen. Und das unter dem Motto "Her mit dem schönen Leben".

Der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) scheint hier gespalten. "Leistbare Öffis" auf der einen Seite...

... auf der anderen doch irgendwie mehr.

Eher luftig ist auch dieses Plakat der Grünen und Alternativen StudentInnen (Gras): "Feminismus für alle".

Die Jungen liberalen Studierenden (Junos) machen sich über weltfremde Forderungen lustig.

(c) Junos

Und setzen sich für flächendeckende Studiengebühren ein, die man erst nach Beendigung des Studiums zahlt.

(c) Junos

Handzahm gibt sich im Vergleich die AG. Sie setzt sich für Zugangsbeschränkungen ein - sagt das aber durch die Blume.

Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) klagt darüber, dass seine Plakate gestohlen oder zerstört werden. Er hat deshalb schon im Vorfeld einen privaten Sicherheitsdienst mit der Überwachung der Plakate beauftragt. 

(c) RFS

Jegliche "Beschädigung oder widerrechtliche Entfernung" würde umgehend zur Anzeige gebracht". Doch weil das Bewachen von Plakaten eine teure Angelegenheit ist, setzt man auf eine stichprobenartige Überwachung. Dafür hat der RFS 450 Euro ausgegeben

(c) RFS

Die AG will dagegen die Stimme der Vernunft sein: "Andere reden über links oder rechts - wir reden mit Dir!"

Die Junos wollen offensichtlich die roten Studenten des VSStÖ ärgern. Auf einer Linie mit dem Bundeskanzler sind diese nämlich nicht.

Genüsslich steigen sie auch den Grünen Studenten auf die Zehen, die Studiengebühren ganz und gar nicht gut heißen.

Diese wollen fürs Studieren kein Geld zahlen, sondern lieber welches bekommen.

Häufig werden die Plakate der einzelnen Fraktionen entfernt oder demoliert.

Besonders häufig passiere das vor dem Neuen Institutsgebäude (NIG) und der nahe liegenden Uni Wien, heißt es.

Eine Weile wird es wohl noch so weiter gehen: Die Wahl findet zwischen 16. bis 18. Mai statt.

Diese Wahl dürfte besonders spannend werden: Es könnte sein, dass sich keine linke Koalition mehr ausgeht. Die seit Jahren an der Spitze stehende linke Vierer-Koalition aus Gras, den roten Studierenden des VSStÖ, den unabhängigen Fachschaftslisten (FLÖ) und der Fraktion engagierter Studierender (FEST) wackelt wegen grüner Turbulenzen und dem Nicht-Antreten der FEST.

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