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Luftfahrtjobs mit Bodenhaftung

27.07.2012 | 18:23 |  von patrick baldia (Die Presse)

Vom Passenger Service Agent über den Techniker bis zum Fluglotsen braucht es für den reibungslosen Flugbetrieb speziell ausgebildetes Personal.

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Nicht nur Piloten tragen große Verantwortung – auch auf das Bodenpersonal muss Verlass sein. Vor allem bei Fluglotsen „ist die Selektion sehr streng, da der Beruf mit viel Verantwortung verbunden ist“, so Peter Schmidt, Sprecher der Austro Control, die die heimischen Fluglotsen ausbildet. „Als Lotse ist man für den sicheren Ablauf des österreichischen Flugverkehrs verantwortlich – und zwar vom Anlaufen der Triebwerke bis zum Verlassen des Flugraumes. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört es, dafür zu sorgen, dass die Sicherheitsabstände zwischen Flugzeugen eingehalten werden.“

 

Fluglotsen gesucht

Die Interessenten müssen bei der Bewerbung daher erst einen mehrstufigen Prozess erfolgreich durchlaufen, bevor sie einen der Ausbildungsplätze ergattern können. Jedes Jahr werden zwischen 20 und 40 Plätze für die dreijährige Ausbildung zum Fluglotsen vergeben. „Um die richtigen Kandidaten herausfiltern zu können, brauchen wir rund 1000 Bewerbungen“, erklärt Schmidt. Daher werden auch derzeit interessierte Anwärter gesucht.

Der Andrang auf die begehrten Ausbildungsplätze ist trotz der Einstiegshürden groß. Mit ein Grund dafür dürfte wohl auch die attraktive Entlohnung sein: Während der Ausbildung erhält man ein Einstiegsgehalt von 1400 Euro. Das Grundgehalt eines ausgebildeten Fluglotsen liegt bei 4500 Euro. Interessenten können sich bei in regelmäßigen Abständen stattfindenden Veranstaltungen über den Job informieren – am 22. September findet etwa in der Wiener Zentrale die „Lange Nacht der Flugsicherung“ statt. Die Voraussetzungen für die Bewerbung sind einfach zu erfüllen: „Man muss die Matura erfolgreich bestanden und als männlicher Bewerber den Präsenzdienst abgeleistet haben.“

 

Altersgrenze: 55 Jahre

Wer den Selektionsprozess und die Ausbildung erfolgreich hinter sich gebracht hat, kann maximal bis zum 55. Lebensjahr als Fluglotse tätig sein. Danach hat man Anspruch auf Übergangsversorgung, was als vorgezogene Pension verstanden werden kann. Wer noch nicht aus dem Berufsleben ausscheiden möchte, kann auch in die Administration wechseln.

Für den Job des Passenger-Service-Agents ist ein Mindestalter von 18 Jahren, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Matura sowie ein absolviertes Assessment-Center bei den meisten Anbietern Voraussetzung, so etwa beim Flughafen Wien. Erwartet werden zudem kundenorientiertes Verhalten und Kommunikationsfähigkeit sowie ein gepflegtes Äußeres. Wer in die Ausbildung aufgenommen wird, muss einen dreiwöchigen Theoriekurs abschließen und eine zehntägige Praxisphase durchlaufen. Nach einem weiteren Ausbildungsmodul ein halbes Jahr später ist dann bereits die eigenverantwortliche Koordination von Abflügen vorgesehen.

Ebenfalls nicht abgehoben, dafür unverzichtbar ist der technische Support. Ein im Flughafen eingesetzter Techniker ist verantwortlich für Wartungsarbeiten, die täglich, aber spätestens nach 48 Stunden bei jedem Flugzeug durchgeführt werden müssen. Dazu gehört, das Logbuch auf Störungseintragungen durchzusehen, das Flugzeug auf Beschädigungen und den Zustand der Reifen zu prüfen. Voraussetzung für eine Bewerbung als Flugzeugtechniker ist ein Berufsabschluss mit den benötigten Skills, etwa Elektroniker, Metallberufe und anderes. Die Ausbildung ist dreijährig und wird am Flughafen Wien mit dem „Certifying Mechanic Cat A“ abgeschlossen. Eigenverantwortliches Arbeiten ist aber erst nach zwei weiteren Jahren möglich. Für besonders engagierte und erfahrene Techniker steht auch die Möglichkeit offen, im „Troubleshooting-Team“ eingesetzt zu werden. Diese Stelle ist rund um die Uhr besetzt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2012)

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