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Bildungskarenz: ÖVP fordert ein Zusatzmodell

30.07.2012 | 18:11 |   (Die Presse)

ÖVP-Minister wollen mit neuer "Teilbildungskarenz" die Weiterqualifizierung forcieren. Bei dieser Form der Bildungskarenz würden Arbeitnehmer die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeitszeit um die Hälfte zu reduzieren.

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Wien/Red./Apa. Rund 46.000 Personen haben bisher von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich mit einer Bildungskarenz eine Auszeit von ihrem Beruf zu nehmen und weiterzubilden. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und die Obfrau des schwarzen Arbeiter- und Angestelltenbundes (ÖAAB), Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, (beide ÖVP) schlagen ein zusätzliches Modell vor, eine sogenannte „Teilbildungskarenz“, die bereits ab Anfang 2013 gelten soll.

Bei dieser Form der Bildungskarenz, die am Montag in der ÖVP-Bundesparteizentrale vorgestellt wurde, würden Arbeitnehmer die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeitszeit um die Hälfte zu reduzieren (bei Eltern mit Betreuungspflichten für Kinder bis zum siebenten Lebensjahr könnte sie bis auf 16 Stunden reduziert werden). Das Arbeitsmarktservice würde bei dem Modell das halbe individuelle Arbeitslosengeld dazuzahlen. Die beiden ÖVP-Regierungsmitglieder haben dabei speziell Beschäftigte mit geringerer Qualifikation im Auge, deren Risiko, wegen fehlender Bildung arbeitslos zu werden, höher ist.

 

Prüfung der Sinnhaftigkeit

Derzeit ist es nämlich so, dass hauptsächlich besser Qualifizierte die Gelegenheit zur Bildungskarenz nützen, Pflichtschulabsolventen kaum. Dahinter steht nach Ansicht der ÖVP die Sorge, dass Beschäftigte dem Betrieb nicht fernbleiben wollen, weil sie einen Jobverlust befürchten.

Derzeit wird nicht geprüft, ob die Bildungskarenz für Betroffene überhaupt sinnvoll und für den Arbeitsmarkt zweckmäßig ist. Das soll sich mit der neuen, von der ÖVP vorgeschlagenen Variante ändern, das AMS soll laut dem Plan evaluieren. Nur wenn die Zusatzausbildung sinnvoll ist, sollte das AMS die Kosten teilweise übernehmen, die Betroffenen müssten auch selbst zahlen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.07.2012)

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10 Kommentare
Gast: Karl- Heinz
31.08.2012 13:47
0 0

Lieber Weltreise als Scharlatanereien

Es ist schon seltsam wenn eine Organisation die Wünschelrutengehen und Pranaheilung im Ausbildungsprogramm hat sich über die "Sinnhaftigkeit" von Weiterbildungsmassnahmen auslässt.
http://blog.psiram.com/2012/08/hinter-den-bergen/

die Unternehmer werden sich freuen

wenn jeder Angestellte kommen und gehen darf wie er will ! Manchmal glaub ich schon wirklich die ÖVP vertritt rot-grüne Interessen - aber bald gibt es Wahlen ,....

Antworten Gast: realisticus
31.07.2012 09:49
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Re: die Unternehmer werden sich freuen

das absurde daran ist, dass jetzt dort investiert werden muss, wo wieder der private zahlen darf. in den pflichtschulen hat man in den vergangenen jahren hunderttausende stunden gestrichen, das hat am meisten die "unteren" 30 prozent getroffen, die nicht mehr sinnerfassend lesen können und nicht einmal mehr die grundrechnungsarten beherrschen, wie denn auch, wenn die einzige doktrin in der schule Kürzen, kürzen, kürzen ist

Re: Re: die Unternehmer werden sich freuen

Die ÖVP hat also die Pflichtschulabsolventen hier im Auge - und zeigt wieder, dass sie nur wenig von den Lebenswirklichkeiten versteht. Diese Menschen bilden sich wohl auch deshalb weniger weiter, weil dies üblicherweise (doppelt) Geld kostet. Die weiterbildung selbst wird nicht gratis sein (davon abgesehen, wie stellen sich die "Ideenliferanten" überhaupt dieses Weiterbildungsangebot vor?) - und einen Verdienstausfall haben diese einkommensschwachen Menschen dann auch. Viele können sich diese Maßnahmen wohl schlicht nicht leisten.

Antworten Gast: Zenzine
31.07.2012 08:09
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Sie verwechseln da was!

Das heißt es ja nicht. Man soll einfach statt Vollzeit auch Teilzeit arbeiten können.

Von Gleitzeit ist da ja nicht die Rede. Dienstpläne bzw. fixe Arbeitszeiten gibts ja trotzdem.

was soll die grenze mit 7-jährigen kindern?

sollen sie sich ab 8 selbst versorgen? wie stellen sich das diese leute vor?

Antworten Gast: Zenzine
31.07.2012 08:12
0 1

Willkürlich festgelegt

Das ist dieselbe Grenze wie beim Recht auf Elternteilzeit. Auch dieses Recht endet dann.

Gast: UKW
30.07.2012 20:18
3 0

Kein Mensch braucht diese ÖVP mehr

Niemand wählt eine Partei, die einen schwammigen Linkskurs fährt. Da machen die Wähler gleich beim Schmied (SPÖ, Grüne...) das Kreuzerl und nicht beim Schmiedl (ÖVP).

Niemand wählt eine Partei, die einen derart leeres Zeug redenden Parteichef hat, der das Charisma von einem trockenen Stück Brot ausstrahlt.

Niemand wählt eine Partei, die nach der Pfeiife von der niederösterreichischen Platte tanzt.

Niemand wählt eine einstmals konservative Partei, deren Innnenministerin in SPÖ-Manier bzw. Häafen-Manier primitiv "Her mit dem Zaster" ruft.

Niemand aus der ehrlich arbeitenden Bevölkerungsschicht wählt eine Beamtenpartei.

Niemand braucht diese ÖVP in der jetzigen Form.

Gast: Jessas
30.07.2012 18:54
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Schon wieder eine Idee


Da es keinen Rechtsanspruch gibt, wird wohl eher der Arbeitgeber bei Bedarf die Leute in "Teilbildungskarenz" schicken.
Und damit der zu Bildende nicht nur zu Hause herumlungert, muss er halt irgendwas tun, die Leute müssen schließlich sekkiert werden.


Gast: btw
30.07.2012 15:40
1 0

Teilbildung durch Vollkarenz?

"Teilbildung" wird durch die Freistellung zum Zweck der Bildung hoffentlich nicht angestrebt! Die richtige Formulierung müsste lauten: "Bildungs-Teilkarenz". da man zwar volle Bildung anstrebt, dafür aber nur teilzeitweise in Karenz geht...

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