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Das weite Land der Seele

12.10.2012 | 18:37 |  PATRICK BALDIA (Die Presse)

Um die seelische Gesundheit der Österreicher steht es nicht zum Besten. Wer sich zum Psychotherapeuten berufen fühlt, muss sich jedenfalls auf eine intensive Ausbildung einstellen.

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Immer mehr Menschen leiden an psychischen Erkrankungen, geschätzte 500.000 Österreicher sind allein vom Burn-out-Syndrom betroffen. Neben dem Leid der Betroffenen ist auch der volkswirtschaftliche Schaden enorm, wie die Wifo-Studie „Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen“ aufzeigt: 3,3 Milliarden Euro. „Der Bedarf an Psychotherapeuten ist sehr groß“, so Christa Pölzlbauer, Vizepräsidentin des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie (ÖBVP).

 

Bewusstsein schaffen

Wer sich zum Psychotherapeuten berufen fühlt, muss sich jedenfalls auf eine intensive Ausbildung einstellen. Diese setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Dem Propädeutikum, in dem die theoretischen Grundlagen vermittelt werden, sowie dem darauffolgenden Fachspezifikum. Beim zweiten Teil der Ausbildung legen sich die Studenten schließlich auf eine der rund 20 in Österreich vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) anerkannten psychotherapeutischen Methoden fest.

Mit dem abgeschlossenen Studium endet der Bildungsweg eines Psychotherapeuten allerdings nicht. Im Gegenteil: Der Gesetzgeber definiert eine fixe Zahl an Weiterbildungsseminaren, die absolviert werden müssen. Die Auswahl an Anbietern ist in diesem Bereich groß. Zu einem guten Überblick verhilft hier die Website des ÖBVP. Wie Pölzlbauer erklärt, unterhält der Verein eine eigene Abteilung, die die Anbieter kontrolliert und auch zertifiziert. „Wir wollen eine klare Grenze zu unseriösen Anbietern ziehen“, sagt sie.

Einzelseminare und Seminarreihen für den systemischen, den hypnotischen sowie den hyposystemischen Ansatz bietet etwa der Verein für psychosoziale und psychotherapeutische Aus-, Fort- und Weiterbildung (VPA) an. „Beim systemischen Ansatz geht es darum, die Aktualität des Problems und dessen Lösung in den Vordergrund zu stellen. Dafür werden bei Bedarf mehrere Personen – etwa Familienmitglieder – miteinbezogen“, erläutert Gabriele Thalhammer, Vorstand des VPA. „Bei der Hypnotherapie wird der Patient in einen leichten Trancezustand versetzt, um das Unterbewusste etwas hervorzuholen“, erklärt sie. „Und die hypnosystemische Therapie ist wiederum eine Verbindung aus dem systemischen und hypnotischen Ansatz.“ Nicht mit dem Unbewussten, sondern mit dem erweiterten Bewusstsein beschäftigt sich die Transpersonale Psychologie. Die ebenfalls vom ÖBVP zertifizierte Weiterbildung „verbindet das Wissen der Psychotherapie mit der Weisheit spiritueller Wege“, so Hans Peter Weidinger vom Österreichischen Arbeitskreis für Transpersonale Psychologie und Psychotherapie (ÖATP). Das Kompaktcurriculum „Transpersonale Psychologie, Transpersonale Psychotherapie und Holotropes Atmen“ richtet sich an Therapeuten ebenso wie an Menschen, die die Möglichkeiten ihres Bewusstseins für die eigene Entwicklung kennenlernen möchten.

 

Persönliche Therapien

Die Donau-Universität bietet mehrere Möglichkeiten, etwa Integrative Gestalttherapie oder Klientenzentrierte Psychotherapie, und kooperiert dabei mit dem Österreichischen Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG) und der Österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche, klientenzentrierte Psychotherapie und Personenorientierte Gesprächsführung (ÖGWG). „Insgesamt haben wir in den letzten Jahren eine fortschreitende Akademisierung gesehen, die für die Psychotherapie insgesamt natürlich einen Qualitätssprung bedeutet“, so Anton Leitner, Leiter des Departments für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit der Donau-Universität Krems.

Die Integrative Therapie ist in Österreich relativ neu und berücksichtigt, „dass es für den einen Patienten besser ist zu reden, für den anderen wiederum, sich über kreative Medien zu öffnen und zu kommunizieren“, so Leitner. „Dahinter stehe die Idee, dass Menschen verschieden sind, weshalb es auch sinnvoll ist, ein breites diagnostisches und therapeutisches Spektrum anzuwenden.“ Behandelt werden damit unter anderem Depressionen und psychosomatische Störungen, Angststörungen oder auch Lernschwierigkeiten.

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

www.donau-uni.ac.at, www.vpa.at

www.psychotherapie.at, www.transpersonal.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2012)

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8 Kommentare
Gast: nature
19.10.2012 20:20
0 0

pschotherapie macht krank

trau - schau wem.pschotherapeuten sieht man die psychose ja richtig an.

Gast: lover
16.10.2012 09:43
0 0

wir brauchen keine sozialschmarotzer

ja es ist wirklich die frage, ob man die solzialschmrotzer=psychotherapeuten, wirklich an menschen heranlassen darf, denn das manipulieren von menschen gegen den willen des patient ist nicht nur unfair sondern ein skandal.

Gast: Psychotherapie nur durch ausgebildete Psychologen
14.10.2012 10:28
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Psychotherpeutenausbildung ist ein Skandal in Österreich

Stellen Sie sich einen Frauenarzt vor, der nie Medizin studiert hat. Undenkbar. Genau diese Situation gibt es in Österreich. Man kann Psychotherapeut werden, ohne Psychologie studiert zu haben. Ich kenne Geografielehrer, Wirtschaftler, ... die Psychotherapeuten sind, weil sie in ihrem eigentlichen Beruf nicht erfolgreich waren. Der Berufsverband der Psychotherapeuten ist, man muss es leider sagen, ein geldgieriger Verein, der alle nimmt, zum Schaden der Patienten. Ich kenne genügend Fehldiagnosen (ADHS nicht erkannt) durch Psychotherpeuten ohne Psychologiestudium. Dieser Zustand gehört, so wie in Deutschland, dringend geändert. Psychotherapie nur durch Psycholgen! Um weiteren Schaden abzuwenden!

Antworten Gast: Fr. Psychologie
16.10.2012 22:31
0 0

Re: Psychotherpeutenausbildung ist ein Skandal in Österreich

Nur weil jemand Psychologie studiert hat, heißt das nicht, dass er befähigter ist, Psychotherapeut zu werden bzw. zu sein.
Ich kenne aus meiner Zeit als Psychologiestudent 2 heute fertige Psychologen, die sich mehr recht als schlecht durchs Studium "gewurschtelt" haben und jetzt die Psychotherapeuten-Ausbildung gestartet haben. Von Einfühlsamkeit, Gesprächskompetenz etc. sind die beiden noch meilenweit entfernt.
Viele fertige Psychologen beginnen diese Ausbildung auch in Hoffnung auf bessere Jobchancen - ohne wirkliches Interesse an und Ahnung von therapeutischer Arbeit.

In der Ausbildung erlangt auch eine fachfremde Person ausreichend Wissen/Praxis und Selbsterfahrung - nicht annähernd zu vergleichen mit einem Psychologiestudium. Das in diesem Studium vermittelte theoretische Wissen kann man auch im Selbststudium - oder durch ein fachähnliches Studium erlangen.
Ein abgeschlossenes Studium in einem gewissen Fach bedeutet also nicht, dass jemand für einen Beruf geeigneter ist. Dahinter steht immer ein Mensch.

Und wie gesagt, Psychotherapeuten durchlaufen eine intensive Ausbildung von 6 Jahren. Diese Ausbildung und ein Quellberuf/Quellstudium befähigen einen Therapeuten zur Arbeit. Das ist genau geregelt. Psychologen fühlen sich ganz einfach von mind. genauso kompetenten Geistes-, Sozial- und Bildungswissenschaftlern in der Ausübung von psychotherapeutischen Methoden bedroht.
In D sind übrigens auch Ärzte, Sozialpädagogen und Diplompädagogen zur Ausbildung zugelassen!


kosten und dauer

propädeutikum: zw. 2000(uni) - ca. 7000€, dauer: schnitt 2 jahre

fachspezifikum: je nach richtung zw. 22.000 € (systemische) bis zb psychodrama (und einige andre richtungen) 30.000 bis ca 50.000 (vl. auch 60k) bei psychoanalys
dauer min 4 jahre, eher 6 jahre durchschnitt

Re: kosten und dauer

Sollten Sie allerdings "untergross" sein, dürfen Sie daran nicht teilnehmen.

Racism is a Crime!

Re: Re: kosten und dauer

oh wtf?
wer hat das entschieden?
welchen grundberuf hat diese person, sollten nicht sie es sein?

Re: Re: Re: kosten und dauer

§ 10 Psychotherapiegesetz (PthG)

Bundesgesetz vom 7. Juni 1990 über die Ausübung der Psychotherapie (Psychotherapiegesetz)
BGBl. I Nr. 98/2001


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