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Vom Tüftler zum Teamleader

19.10.2012 | 18:31 |  ERIKA PICHLER (Die Presse)

Von der Fach- zur Führungskraft aufzusteigen erfordert nicht nur Engagement, sondern vor allem Know-how in Sachen Management. Der Trend geht zudem zur branchenspezifischen Spezialisierung.

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Viele Techniker steigen die Karriereleiter zügig hoch – bis zu dem Punkt, an dem sich ihr Aufgabenbereich verbreitert oder spezialisiert. Einschlägige Weiterbildungen können die Lücke ausfüllen und darüber hinaus spezielles Know-how für die jeweilige Sparte vermitteln.

 

Gesunde Disziplinen

Ein einzigartiger Masterlehrgang für Techniker, die im Gesundheitswesen beschäftigt sind, läuft seit einem Jahr an der Donau-Universität Krems. „Management für Technik im Gesundheitswesen“ lautet der Titel des viersemestrigen Programms, das auf die wachsenden Anforderungen reagiert, die durch Hightech-Medizin, ökologische und logistische Erfordernisse sowie den Anspruch vermehrter Patientenorientierung entstehen.

„Das Gros unserer Teilnehmer ist im klinischen Bereich und in Medizintechnikbetrieben tätig oder arbeitet mit Krankenhäusern zusammen, wie zum Beispiel Architekten“, sagt Programmleiter Michael Ogertschnig. „Wir vermitteln eine generalistische Ausbildung, eine Zusammenschau aus fünf technischen Disziplinen – Bauwesen, Haustechnik, Elektrotechnik, Medizintechnik, Logistik und Ökologie – und verschiedenen wirtschaftlichen Fächern, wie zum Beispiel BWL, Volkswirtschaftslehre, Management oder Personalwesen.“ Während die wirtschaftlichen Inhalte des Curriculums an der Donau-Universität gelehrt werden, greift die Studienorganisation bei den technischen Inhalten auf den Lehrkräfte-Pool des „Österreichischen Verbandes für Krankenhaustechniker“ (ÖVKT) zurück. Die Technikmodule werden an Spitälern in ganz Österreich abgehalten, eines davon künftig an der Universitätsklinik Dresden – vor Kurzem wurde eine Kooperation mit der deutschen Schwestervereinigung für Krankenhaustechnik (FKT) beschlossen. Schon ab dem Start des nächsten Lehrgangs (ab April 2012) werden daher auch Gesundheitstechniker aus unserem Nachbarland die Möglichkeit nutzen, in Krems bis zum Grad eines „Master of Science“ studieren zu können.

 

Fit für den Energiesektor

Bereits seit Jahren auf dem Markt, aber rundum erneuert, präsentiert sich das Masterprogramm der TU Wien für den Einsatz erneuerbarer Energien im Raum Ost- und Südosteuropa. „Wir haben die Inhalte an die Zeit angepasst. Offshore-Technologien oder Bioalgen zum Beispiel waren vor einigen Jahren noch kein Thema, und sind in diesem Semester erstmals Teil des Curriculums“, sagt Programmmanagerin Andrea Würz. Das Postgraduate-Studium „Renewable Energy in Central and Eastern Europe“, das komplett in englischer Sprache abgehalten und stark von Studierenden aus dem CEE-Raum frequentiert wird, schließt nach vier Semestern mit dem Grad eines „Master of Science“ ab. Auch das Studierendenservice wurde aktualisiert: Statt der früheren Skripten in Papierform wird allen Teilnehmern erstmals ein iPad mit Dropbox-Verwaltung zur Verfügung gestellt. Obwohl das Masterstudium zu 65 Prozent aus technischen Inhalten besteht, wurde es laut Würz „von Beginn an vor allem von Technikern aus den Bereichen konventioneller oder erneuerbarer Energien besucht“. Ihnen biete das Studium im technischen Bereich Überblickswissen und Aktualisierung sowie rechtliches und sozioökonomisches Know-how wie Fördermaßnahmen oder Beratungsleistungen.

„Wir stellen aber fest, dass zunehmend Personen mit ökonomischem Hintergrund an dem Programm interessiert sind, etwa Finanzdienstleister oder Projektberater“, sagt Würz. Ein attraktiver Bestandteil des Curriculums sind zwei verpflichtende Ländermodule mit Exkursionen in je zwei Staaten des CEE-Raums.

 

Auf in die Führungsetage

Das neue MBA-Programm „Management for Engineers“ der Linzer Business School Limak – das im März 2013 zum ersten Mal startet – „bietet (zukünftigen) Führungskräften mit technischem Background die Gelegenheit, Managementkompetenzen aufzubauen sowie ihr technisches Wissen zu aktualisieren“, sagt Programmmanager René Voglmayr. Hauptzielgruppe sind demgemäß Absolventen einer technischen Studienrichtung mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung. Das MBA-Studium dauert 18 Monate und ist berufsbegleitend organisiert (Module jeweils von Donnerstag bis Samstag).

Programme im Bereich Technologiemanagement und Management for Engineers werden seit vielen Jahren an der Limak Austrian Business School angeboten. Der neue MBA baut auf diesen Erfahrungen auf. Die Teilnehmer kommen laut Voglmayr vor allem aus den Bereichen Maschinenbau, Produktion, Elektrotechnik, Energie und Wasserwirtschaft, Forschung und Entwicklung. Ihnen soll der MBA Tools und Strategien in den Bereichen Management und Leadership sowie Einblicke in die neuesten Technologieentwicklungen vermitteln. Vor allem aber sollen sie lernen, „das strategische Potenzial von Trends zu erkennen, und Lösungsansätze für ein breites Spektrum an Anwendungsfällen zu entwickeln“, sagt Voglmayr. „Die Themen werden so aufbereitet, dass auch dann eine Horizonterweiterung geboten wird, wenn kein oder noch kein unmittelbarer Unternehmensbezug vorliegt.“

Auf einen Blick

„Management für Technik im Gesundheitswesen“ (MSc), Donau-Universität Krems, www.donau-uni.ac.at
„Renewable Energy in Central and Eastern Europe“ (MSc), TU Wien, newenergy.tuwien.ac.at
„Management for Engineers“ (MBA), Limak Austrian Business School, www.limak.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.10.2012)

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3 Kommentare
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Frage

Frage an die Redaktion, wo werden in AT Triebwerke zusammen geschraubt?

Gast: Profitorientierte Bildungseinrichtungen verbieten!
20.10.2012 09:48
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Verdeckte Werbung für private Bildungseinrichtungen

Faktum ist: An privaten Bildungseinrichtungen wie die oben angesprochenen LIMAK, Krems, Sigmund-Freud Univesrsität, ... studieren jene, die den Abschluss an einer staatlichen Universität nicht schaffen. Es geht hier um Profit, nicht um hohes Niveau. Deshalb wird (a) jeder aufgenommen, und (b) jeder kommt durch. Dementsprechend niedrig ist das Niveau. Das ist Betrug an den Konsumenten. Private Bildungseinrichtugen gehören in Österreich verboten!

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Re: Verdeckte Werbung für private Bildungseinrichtungen

Sie wollen schlussendlich alles private verbieten.
Einseitige private Werbung, naja auch da entscheidet der Käufer der OÖN.

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