Viele Österreicher halten nicht sehr viel von Weiterbildung

Laut einer Umfrage haben 51 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich zuletzt an keiner Weiterbildung teilgenommen. In anderen Ländern hat die Weiterbildung einen wesentlich höheren Stellenwert.

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Symbolbild – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wien/Höll. Arbeitsexperten sind davon überzeugt, dass lebenslanges Lernen immer wichtiger wird. Doch viele Österreicher wollen davon nichts wissen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Imas haben 51 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen in den vergangenen zwei Jahren an keiner Weiterbildung teilgenommen. In anderen Ländern wie in Skandinavien hat die berufliche Weiterbildung einen wesentlich höheren Stellenwert.

Die Imas-Daten – befragt wurden rund 1000 Österreicher – zeigen ein deutliches Bildungsgefälle. 63 Prozent der Arbeiter und Angestellten mit einem Volks- und Hauptschulabschluss haben zuletzt keine Schulungen oder Weiterbildungskurse besucht. Bei Maturanten und Menschen mit einem Universitätsabschluss lag der Wert bei 36 Prozent. Auch ältere Menschen sind meist Weiterbildungsmuffel.

Erwerbstätige nennen folgende Gründe für ihr Desinteresse an Schulungen: „Weil es nicht notwendig ist“ (46 Prozent), „weil ich mit meiner Ausbildung zufrieden bin“ (17 Prozent) und „weil ich keine Zeit habe“ (zwölf Prozent).

Weiterbildung hat auch etwas mit der Unternehmensgröße zu tun. Bei großen Konzernen mit mehr als 1000 Mitarbeitern haben 53 Prozent der Befragten an Kursen teilgenommen, bei Klein- und Mittelbetrieben mit weniger als 100 Beschäftigten waren es nur 26 Prozent.
„Bedenklich ist, dass gerade in Klein- und Mittelbetrieben, die eine tragende Säule der heimischen Wirtschaft darstellen, die Weiterbildung offensichtlich einen geringeren Stellenwert besitzt“, sagt Barbara Riedl-Wiesinger vom Online-Jobportal monster.at, die die Umfrage in Auftrag gegeben hat.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2013)

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