Viele Österreicher halten nicht sehr viel von Weiterbildung

08.01.2013 | 16:46 |   (Die Presse)

Laut einer Umfrage haben 51 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich zuletzt an keiner Weiterbildung teilgenommen. In anderen Ländern hat die Weiterbildung einen wesentlich höheren Stellenwert.

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Wien/Höll. Arbeitsexperten sind davon überzeugt, dass lebenslanges Lernen immer wichtiger wird. Doch viele Österreicher wollen davon nichts wissen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Imas haben 51 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen in den vergangenen zwei Jahren an keiner Weiterbildung teilgenommen. In anderen Ländern wie in Skandinavien hat die berufliche Weiterbildung einen wesentlich höheren Stellenwert.

Die Imas-Daten – befragt wurden rund 1000 Österreicher – zeigen ein deutliches Bildungsgefälle. 63 Prozent der Arbeiter und Angestellten mit einem Volks- und Hauptschulabschluss haben zuletzt keine Schulungen oder Weiterbildungskurse besucht. Bei Maturanten und Menschen mit einem Universitätsabschluss lag der Wert bei 36 Prozent. Auch ältere Menschen sind meist Weiterbildungsmuffel.

Erwerbstätige nennen folgende Gründe für ihr Desinteresse an Schulungen: „Weil es nicht notwendig ist“ (46 Prozent), „weil ich mit meiner Ausbildung zufrieden bin“ (17 Prozent) und „weil ich keine Zeit habe“ (zwölf Prozent).

Weiterbildung hat auch etwas mit der Unternehmensgröße zu tun. Bei großen Konzernen mit mehr als 1000 Mitarbeitern haben 53 Prozent der Befragten an Kursen teilgenommen, bei Klein- und Mittelbetrieben mit weniger als 100 Beschäftigten waren es nur 26 Prozent.
„Bedenklich ist, dass gerade in Klein- und Mittelbetrieben, die eine tragende Säule der heimischen Wirtschaft darstellen, die Weiterbildung offensichtlich einen geringeren Stellenwert besitzt“, sagt Barbara Riedl-Wiesinger vom Online-Jobportal monster.at, die die Umfrage in Auftrag gegeben hat.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2013)

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19 Kommentare
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immer diese Zeigefinger...

Wer will, soll sich bilden. Wer weiterkommen will, soll sich weiterbilden. Wer mit seinem Amöben-Dasein zufrieden ist, soll es eben. Was nützt Mann (Frau) die Kenntnis von z.B. mehreren Fremdsprachen, wenn man sich heutzutage ohnedies wenig zu sagen hat?

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Weiterbildung

Ich war 14 Jahre bei den Kids zu Hause, da mein Sohn schweres Asthma hat. Danach fing ich mit der Abend-Hak an. Habe gleichzeitig mit der Tochter maturiert und mit Auszeichnung. Jetzt möchte ich noch studieren. Habe auch während den 14 Jahren diverse Kurse besucht, die wir aus eigener Tasche bezahlen mussten. Weiterbildung ist recht und schön, ich lerne gerne und es macht Spaß. Ich würde danach auch gerne einen Job bekommen und da fängt das Problem an. Ich bin angeblich zu alt für den Arbeitsmarkt. Dabei müsste ich danach immer noch 19 Jahre arbeiten und vielleicht sogar mehr. Ist auch bei bestehenden Arbeitsverträgen nicht anders. Die Menschen bilden sich weiter, aber oftmals wird es nicht honoriert, Job und Gehalt bleiben gleich. Wozu dann also weiterbilden? Unternehmen wollen gut ausgebildete Menschen, also sollen sie das auch honorieren.

Viele Österreicher halten nicht sehr viel von Weiterbildung

es gibt zwei Fundamentale Unterschiede im Lernen.
Lernen am Problem und das Lernen als Erweiterung seines Wissenshorizontes.
Beides muß sich zu einem gemeinsamen Ganzen zusammenfügen um zu einem Ergebnis zu kommen.
Erst daraus ergibt sich eine weitere Komponente nämlich zur Lösung bei einem Problem, die richtige Frage zu stellen an den Richtigen.

In der heutigen Zeit kommt man sich schon blöd vor, wenn man sieht mit welchen absolut dekadenten Verblödungen heute Geld verdient werden kann ohne das man einen Schulabschluß hat, geschweige den einen Beruf. Siehe Yotube oder Facebook. Man muß scheinbar nur noch blödere finden.
Da liegt das Problem des eigentlichen Demografischen Faktors.
Früher haben die Menschen Tag und Nacht gelernt es hat keiner gesagt ihr müßt lernen, sie haben einfach gelernt weil Interesse bestand etwas zu lernen.

Warum werden in der Natur alte erfahrene zu Leittieren, während man bei Menschen diese in Rente schickt statt auf dessen Erfahrung aufzubauen.
Jeder Arbeitgeber sollte sich glücklich schätzen Menschen in seinem Betrieb zu haben die sich weiterbilden wollen. Beides zusammen ergibt ein Ergebnis. Nicht umsonst heißt es ; probieren geht über studieren.

Unterstützung vom Arbeitgeber nicht vorhanden

Es kommt halt auch noch etwas Anderes dazu: selbst wenn man berufsbegleitend studiert, braucht man eine gewisse Unterstützung des Arbeitgebers. Wenn die nicht da ist, dann geht's nicht. Ich habe einen Job, wo ich bis 18h im Büro sein muss, und selbst wenn das Studium in Modulen stattfindet, d.h. Freitage und Samstage, dann geht sich die Anzahl der Freitage mit der Anzahl der Urlaubstage leider nicht aus. So musste ich ein berufsbegleitendes Studium einstellen.

wo bleiben die blaue Kampfposter?

Wäre wohl ein gefundenes Fressen.
Vielleicht sind Sie noch zu sehr mit dem andere Bildungsthema beschäftigt. Dort kann man einfacher auf das Wahlfeindbild hauen.
Schwieriger, das eigene Publikum auf die Eigenverantwortung für sich selbst hinzuweisen.

Bin neugierig, wie lange der rote Balken wird.

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Re: wo bleiben die blaue Kampfposter?

verstehe den Zusammenhang nicht ganz? Aber ich bin ja ein nüchterner Kampfposter!

Re: wo bleiben die blaue Kampfposter?

Bevor es thematisiert wird: Die Rechtschreibfehler ärgern mich selbst. Tja, vielleicht sollte ich die Ghettoklasse in Anspruch nehmen.

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wozu

weiterbilden? Parteibuchausschmückung reicht.

Wann immer ich derartiges zu Lesen bekomme..

..stösst mir unser Sozialstaat wieder sauer auf. Ich hoffe wirklich auf ein Ende der Umverteilung. Nicht weil ich nicht glaube dass es Menschen gibt denen die Umverteilung wirklich hilft. Sondern weil ich eben denke dass die Masse die sich fast ausschliesslich auf den Staat verlässt einfach für den Rest nicht mehr tragbar ist.

Re: Wann immer ich derartiges zu Lesen bekomme..

das thema erledigt sich über kurz oder lang eh von selbst: für die umverteilung fehlt einfach die marie und wenn die 40 jährigen pflichtschulabschliesser dann merken, dass ihr tintifaxbetrieb zugesperrt hat und sie mit ihrer 0815 ausbildung einer von zigtausenden arbeitssuchenden sein werden... tscha, dann fangt das grosse sudern an.

das liegt vielleicht

daran dass nach man nach einem stressigen 8-10 Stunden Arbeitstag keine Energie mehr hat. nur Beamte werden für Kurse dienstfrei gestellt. des weiteren sind Fortbildungskurse für berufstätige nicht gerade billig, nur Arbeitslose erhalten Gratismutes.

Re: das liegt vielleicht

ich hab meine Matura auch berufsbegleitend neben einem Vollzeitjob gemacht - NACH der Arbeit abends bis 22 Uhr.

Ich hab so auch mein Studium angefangen.
Jetzt kann ich, dank Unterstuetzung meiner Schwiegereltern und meines Verlobten, mein Studium mit einem geringfuegigen Job absolvieren.
Haette ich die Unterstuetzung nicht, wuerde ich nach wie vor 22 Stunden/Woche arbeiten, wie ich das bis vor einem Jahr gemacht hab, ich hab halt ab 17 Uhr gearbeitet, weil ich kein berufsbegleitendes Abendstudium machen wollte & sich mir die Moeglichkeit bat.

Vollzeit arbeitend funktioniert das Studieren aber auch, wie ich von Freunden eindrucksvoll bewiesen bekomme. Respekt!

Weiterbildung schadet nie, es muss ja nicht jeder studieren, gibt ja auch andere interessante Kurse an den VHS & Co.

Re: das liegt vielleicht

oh dear...
So, man skaliere diese Haltung und füge dann die Forderung hinzu, dass die Leute, die gut/besser verdienen auch noch vielmehr Steuer zahlen müssen, weil sonst ist die Welt ungerecht, und schon haben wir das Problem mit der Gesellschaft erfasst.
Wenn eine Kultur entsteht, in dem man Median-Einkommen für untere Quartil Anstrengung erwartet, braucht man keine Ausländer, um den Untergang zu erklären.
Die Rote-Königin mag zwar böse sein, aber Sie regiert ob man es will oder nicht. Und ich rede hier nicht von Salzburg!

Re: das liegt vielleicht

Ich bin kein Beamter und auch nicht im öffentlichen Dienst.
Ich bin Vollzeitbeschäftigter und habe berufsbegleitend HTL, Bachelor- und Masterstudium absolviert.
Die Kosten für die HTL waren € 70 pro Semester, das Studium hat die Studiengebühren von etwa € 400 pro Semester gekostet. Diese Kosten kann man als Berufstätiger von der Steuer absetzen.

Es geht also und es ist auch nicht teuer.

Re: Re: das liegt vielleicht

Sie sind ein Vorbild (das mein ich nicht sarkastisch)!

Ist das jetzt die Begründung für Lohndumping ?

Also ich weis welcher röm Kaiser das Ende d O u W-Reiches besiegelt hat.

Aber zB Fliesenlegen (da könnte ich das auch bildlich darstellen) kann ich nicht.

Was also soll es bringen einen potentiellen Fliesenleger nach Kaiser Valens zu fragen ?

Ausser die Qualifizierung davon abhängig zu machen oder wenn nicht mit 'Lohnabzug zu ahnden. :0)

Re: Ist das jetzt die Begründung für Lohndumping ?

ich tipp jetzt einmal ganz wertfrei, daß mit weiterbildung auch staplerkurse für arbeiter und gefahrengutscheine für kraftfahrer gemeint sind. oder wenn sie wollen kreatives musterlegen für fliesenleger.


Re: Ist das jetzt die Begründung für Lohndumping ?

oh ein echter Sozialdemokrat . nix wissen nix verstehen aber viele Rechte haben wollen

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Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein.

Klingt komisch, ist aber so.

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