Green Jobs: Umweltschutz als Jobgarant

03.05.2013 | 18:15 |  CHRISTIAN LENOBLE (Die Presse)

Die Sünden der Vergangenheit als Motor für die Zukunft? In welchen Sparten der Bedarf an ökologisch und ökonomisch versierten Experten besonders steigt – und wo man sich das Know-how dazu holen kann.

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Das hätten sich Grün-Aktivisten der ersten Stunde wohl nie träumen lassen: dass die Notwendigkeit einer einigermaßen intakten Umwelt und Energiewirtschaft tausende Arbeitsplätze schaffen wird – die Green Jobs. Oder, nach der Eurostat-Definition, „die berufliche Tätigkeit der Produktion von Gütern, Technologien und Dienstleistungen zur Beseitigung sichtbarer Umweltprobleme“. Die Europäische Kommission geht davon aus, dass in dieser Branche bis 2020 drei Millionen Arbeitsplätze entstehen werden.

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Neue Skills dringend gefragt

Auch in Österreich liegt man im Trend einer Wirtschaftsentwicklung, die sich Schritt für Schritt weg von Ressourcenintensität und hin zu ökologischer Nachhaltigkeit bewegt. 188.505 Umweltbeschäftigte (5,4 Prozent Anteil an allen Erwerbstätigen) zählte die Statistik Austria 2011. Geht es nach dem Masterplan Green Jobs des Lebensministeriums sollen es bis 2020 rund 100.000 mehr sein. Um der wachsenden Green Economy gerecht zu werden, steigt auch die Anforderung an die Kompetenzen der Arbeitskräfte. Laut Studie von Green Jobs Austria führten im Vorjahr mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen Green-Skills-Weiterbildungen bei ihren Mitarbeitern durch (siehe unten). „Besonders gefragt sind Weiterbildungen mit technischem Schwerpunkt“, so Reinhard David, Projektmanager. Die heimischen Hochschulen haben darauf reagiert und bieten eine Reihe von Bachelor- und Masterstudien zum Thema an.

 

Optimale Gebäude planen

Auf die optimale Nutzung des bestehenden Gebäudebestands und neue ressourceneffiziente Wege im Bauwesen fokussiert der Universitätslehrgang „Nachhaltiges Bauen“ in Kooperation von TU Wien und TU Graz. „Uns geht es vor allem um die Bewusstseinsbildung für die ganzheitliche, lebenszyklusorientierte Betrachtung des Bauens“, so Peter Maydl. „Es geht um ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit“, ergänzt Helmut Rechberger, neben Maydl zweiter wissenschaftlicher Leiter des mit dem Sustainability Award 2012 ausgezeichneten Lehrgangs.

Mit Themen wie Umweltverträglichkeit, Elektromobilität oder Energieeffizienz beschäftigt sich der Bachelorstudiengang „Verkehr und Umwelt“ der Fachhochschule Technikum Wien. „Für eine nachhaltige Verkehrsgestaltung braucht es Spezialisten, die Experten-Know-how auf dem Gebiet der Telematik, also der Verbindung von Informations-, Telekommunikations- und Sensortechnologien, mitbringen“, erklärt Studiengangsleiter Harald Wahl. Mit dem Master „Regenerative Energiesysteme & technisches Energiemanagement“ zeigt die FH Wiener Neustadt eine weitere Spezialisierungsmöglichkeit in dieser Richtung auf.

Der Verfahrenstechnik als Schlüsseltechnik zur Umwandlung von Rohstoffen in verkaufsfähige Zwischen- und Endprodukte widmet sich wiederum der Masterstudiengang „Umwelt-, Verfahrens- und Energietechnik“ des MCI Management Center Innsbruck. „Die Entwicklung und Anwendung verschiedener Umwelt- und Energietechnologien bildet einen der Ausbildungsschwerpunkte. Es besteht ein dringlicher Bedarf an innovativen Verfahren und Technologien, die diesem Anspruch gerecht werden“, sagt Department- und Studiengängeleiter Marco Rupprich.

 

Umwelt managen

Den Blick auf Nachhaltigkeit als unternehmerisches Erfolgsrezept richtet der neue berufsbegleitende Masterstudiengang „Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement“ an der IMC Fachhochschule Krems. „Ökologie und Nachhaltigkeit, Umweltmanagement und Corporate Social Responsibility (CSR) sowie Methoden- und Kommunikationskompetenzen“, erklärt Studiengangsleiter Roman H. Mesicek. „Besonders das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung wird als wesentlich für die Unternehmen und ihre Zukunft erachtet. Schließlich macht es sie krisenfester und ist somit ein Schlüssel für den Unternehmenserfolg“. Auch die FH Burgenland setzt mit den Mastern „Energie- und Umweltmanagement“ sowie „Nachhaltige Energiesysteme“ auf Angebote in diesem Segment.

Auswahl an Weiterbildung

Nachhaltiges Bauen: Zertifikat und Master. TU Graz und TU Wien, berufsbegleitend, www.nachhaltigesbauen.eu
Master Energie- und Umweltmanagement, Nachhaltige Energiesysteme: FH Burgenland, www.fh-burgenland.ac.at
Bachelor Verkehr und Umwelt: FH Technikum Wien, www.technikum-wien.at
Master Umwelt-, Verfahrens- & Energietechnik: MCI, www.mci.edu
Master Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement: berufsbegleitend, www.fh-krems.ac.at,

Master Regenerative Energiesysteme und technisches Energiemanagement: FH Wiener Neustadt, www.fhwn.ac.at
Green Skills Weiterbildungs- und Zertifizierungsprogramme: www.wifi.at

WEITERE MÖGLICHKEITEN UNTER

www.fh-campuswien.ac.at, www.fhooe.ac.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2013)

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3 Kommentare

Bisher ist noch jede so propagierte Blase geplatzt

Ja, Umweltschutz ist gefragt, ob es jedoch 100.000 Jobs mehr geben wird, wage ich zu bezweifeln, das erinnert mich doch sehr an die 200.000 IT-Inder die man am Höhepunkt der "New Economy"-Blase in Zukunft zu benötigen glaubte.

Man darf bei der Green-Economy nämlich nicht übersehen, dass große Teile dieser Sparte nur dank massiver Förderungen einen veritablen Boom hinlegten. Vor allem die Fotovoltaik- und Biomasse/Biodiesel-Industrie lebt praktisch nur von Subventionen, fallen diese mangels Leistbarkeit weg, so ist auch diese Industrie mausetot. In der Fotovoltaik-Branche kriselt es auch so schon massiv, da dort angefacht durch den Ökostrom-Hype und -förderungen ein gigantisches Überangebot aufgebaut wurde. Das E-Auto wird sich nie aus seiner Nische herausbewegen und ist nebenbei auch keineswegs umweltfreundlicher wie ein herkömmliches Auto. Und auch die oben vorgestellten neuen Studiengänge erinnern mich schon sehr an politisch gewünschten Öko-Aktionismus ohne Substanz. Aber vielleicht täusche ich mich in diesem Punkt ja, denn prinzipiell wäre es durchaus wünschenswert einmal die Baumaterialien hinsichtlich Ökologie, Ökonomie und Umweltbilanz zu untersuchen. Was da alles an umweltfreundlich und ökologisch vermarktet wird, ist nur noch absurd.

Umweltschutz als Jobgarant

was hat man gepredigt, wie Jesus am Tempelberg.

Die Energiekosten werden steigen, baut eure Klimaanlagen um von Schalten auf feines Regeln.

Komplette Programme für Gebäudesanierung Klima Heizung Lüftung , mit dem Blast System.

Nur wer Energieeinsparung betreibt kann die Differenz zu Gunsten der Mieten verrechnen und die Mieten brauchen nicht erhöht werden.

Prozessabläufe nachgerechnet haben zum Teil bis zu einer Million DM Blindstromeinsparung im Jahr gebracht. Hat niemanden interessiert.

Aber jetzt eine Frage? warum entspricht das Verhältnis eines Flusses ,Luftlinie - Mündung gegenüber tatsächlichem natürlicher Flußverlauf zur Mündung, in etwa der Zahl Pi , 3,14,,,,,,,


immer

diese schlechte fh Werbung in der presse

"hoch" Schule... schrecklich .. viel Geld für nix ausgeben,.. super

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