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Erneuerbar allein ist (noch) nicht genug

Erdölförderpumpe
Erdölförderpumpe / Bild: (c) imago/imagebroker  

Solar- und Windenergie sind im Kommen, aber noch geht es nicht ohne konventionelle Energieträger. Entsprechend muss man bei der Ausbildung nicht nur die kommende Energiewende im Auge behalten.

 (Die Presse)

Dass die Energiewende kommt, steht für Experten außer Frage. Wann genau Kohle, Erdgas und Erdöl ganz durch nachhaltige Energiequellen ersetzt werden, wollen sie hingegen nicht genau sagen. Dafür, dass es noch länger dauern könnte, spricht eine Reihe von Tatsachen – allen voran die noch nicht gelöste Speicherproblematik im Zusammenhang mit der Nutzung von Wind- und Sonnenenergie. Daher sind heute sowohl Experten gefragt, die an der Lösung dieser Probleme arbeiten, sowie solche, die im Auftrag der Energiekonzerne bei der Erschließung fossiler Reserven mitwirken.

„Um für neue Fragestellungen im Energiebereich flexibel zu sein, braucht man entsprechende technische Grundlagen“, sagt Klaus Rheinberger, Leiter des Masterstudiengangs Energietechnik und Energiewirtschaft, der seit diesem Herbst von der Fachhochschule Vorarlberg angeboten wird. Mit genau diesen Grundlagen müssen sich seine Studenten auch auseinandersetzen. Dementsprechend stehen Lehrveranstaltungen wie „Thermische Energietechnik“ oder „Elektrische Energietechnik“ auf dem Lehrplan. Darin lernen sie von der Pike auf, wie Kraftwerke funktionieren – und zwar nicht nur solche, die mit erneuerbaren Energieträgern laufen. Der Fokus des Studiengangs liegt laut Rheinberger auf erneuerbaren Energien – in diesem Bereich ortet der Experte eine Vielzahl von künftigen Arbeitsplätzen, angefangen von der Energiegewinnung über die Verteilung bis hin zur Entwicklung von energietechnischen Anlagen.

In die gleiche Kerbe schlägt Peter Zeller, Leiter des Masterstudiengangs Öko-Energietechnik der Fachhochschule Oberösterreich. Bereits jetzt wären seine Absolventen in der Wirtschaft sehr gefragt. „Die Rückmeldung aus der Industrie macht mich stolz“, sagt er. Wichtig für eine Karriere im Bereich erneuerbare Energie sei jedenfalls eine breite und fundierte technische Ausbildung, so der FH-Professor. Im Masterstudiengang konzentriere man sich jedenfalls auf die zwei Schwerpunkte Solartechnik und Gebäudeoptimierung und damit auf die Funktionsweise, Planung sowie den Bau und Betrieb von energietechnischen Anlagen und Gebäuden. Ein wichtiger Teil des Studiums wären auch regelmäßige Praxisprojekte.

 

OMV finanziert Studiengang

Wenig Zweifel, dass konventionelle Energieträger noch länger eine Rolle spielen werden, hat man offensichtlich bei der OMV. Der heimische Energiekonzern will in den nächsten Jahren die Suche und Förderung von Erdöl und Erdgas forcieren und sucht daher dringend nach neuen Mitarbeitern: Bis 2016 sollen nicht weniger als 1600 technische Mitarbeiter eingestellt werden, darunter auch Universitätsabsolventen.

Da das Angebot an Letzteren offensichtlich überschaubar ist, hat man sich entschlossen, die Kooperation mit der Montanuniversität Leoben zu intensivieren. Das Ergebnis ist mit „International Petroleum Academy“ ein neues Masterprogramm. Das neue Studium wird im Herbst 2014 an den Start gehen. Neben Theorie, Übungen und fachübergreifenden Projekten stehen auch Management-Know-how und das – für Energiekonzerne nicht unwesentliche – Thema Sicherheit sowie der verantwortungsvolle Umgang mit Gesellschaft und Umwelt auf dem Lehrplan. Die OMV lässt sich das Masterprogramm einiges kosten: Rund zehn Millionen Euro sollen in den nächsten drei Jahren investiert werden. (pb)

AUSBILDUNGEN

•Energietechnik und Energiewirtschaft, www.fhv.at

•Öko-Energietechnik, www.fh-ooe.at

•International Petroleum Academy, www.unileoben.ac.at

•Erneuerbare Urbane Energiesysteme, www.technikum-wien.at

•Regenerative Energiesysteme & technisches Energiemanagement,

www.fhwn.ac.at

•Nachhaltige Energiesysteme,

www.fh-burgenland.at/

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.11.2013)

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