Den Geschäftsideen Raum geben

Das Thema Start-ups hat an den heimischen Hochschulen zunehmend hohe Priorität und bekommt sowohl in den Curricula als auch auf dem Campus mehr Platz eingeräumt.

Eröffnungsgäste und die Projektverantwortlichen der FH besichtigen die Einrichtungen des neuen Start-up-Centers der FH Campus Wien.
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Eröffnungsgäste und die Projektverantwortlichen der FH besichtigen die Einrichtungen des neuen Start-up-Centers der FH Campus Wien.
Eröffnungsgäste und die Projektverantwortlichen der FH besichtigen die Einrichtungen des neuen Start-up-Centers der FH Campus Wien. – (c) FH Campus Wien

Es ist wichtig, den Start-up-Gedanken an den heimischen Hochschulen zu implementieren. Schließlich sind sie ein guter Nährboden für Kreativität und neue Ideen“, sagt Heimo Sandtner, Vizerektor F&E an der FH Campus Wien. Sandtner ist auch Initiator des im Herbst 2015 gestarteten hauseigenen Start-up-Services. Ende Jänner wurde schließlich ein Start-up-Corner eröffnet.

Werkstatt für Prototypen

Dabei handelt es sich um einen Co-working-Space mit Büroflächen und Werkstätten, in denen auch Prototypen hergestellt werden können. Dafür stehen Roboter, Drehbänke, Fräsmaschinen, Schweißgeräte, mehrere 3D-Drucker sowie eine Lasersinteranlage zur Verfügung. „Start-ups, die diese Einrichtung nutzen möchten, müssen ihre Ideen vor einem Gremium präsentieren“, erklärt Sandtner. Angesprochen werden sollen nicht nur Start-ups aus technischen, sondern aus allen sieben Disziplinen, die an der FH Campus Wien unterrichtet werden – sowie im Übrigen auch Mitarbeiter aus Lehre und Forschung sowie Absolventen. „Viele Ideen sind ja interdisziplinär und themenübergreifend“, so Sandtner.

Nach dem Ablauf eines Jahres werden die Start-ups – je nach inhaltlicher Ausrichtung – an einen der Kooperationspartner Inits oder die Wirtschaftsagentur Wien weitergeleitet. Künftig soll der Start-up-Gedanke auch verstärkt im Studium verankert werden – „in vielen unserer 59 Studienrichtungen ist Entrepreneurship bereits jetzt im Curriculum“, so Sandtner. Künftig soll das Thema flächendeckend implementiert werden – etwa über Frei- und Wahlfächer.

Auch das Management Center Innsbruck (MCI) hat Start-ups seit Längerem auf dem Radar. Seit 2009 wird am MCI jährlich der MCI Creativity Award für die besten Geschäftsideen verliehen, bislang haben rund 400 Studierende teilgenommen. Die jüngste Finalrunde, in der fünf Siegerunternehmen gekürt wurden, fand im Jänner statt.

Zudem ist das MCI – gemeinsam mit der MedUni Innsbruck und der Standortagentur Tirol – Miteigentümer des 2002 gegründeten Cast Center for Academic Spin-offs Tyrol. Wie Bernd Ebersberger, Leiter Forschung, Innovation & Entrepreneurship am MCI, erklärt, sei man gerade dabei, das Cast Center auf wachstumsorientierte Unternehmensgründungen auszurichten. „Wir stellen nämlich fest, dass die Gründungsrate in Österreich gar nicht so schlecht ist. Woran es fehlt, ist, dass Start-ups nach der Gründung erfolgreich wachsen“, so der Experte.

Nach Gründen folgt Wachstum

In Zukunft sei es wichtig, sowohl ein Coaching- und Unterstützungsprogramm anzubieten als auch die wichtigsten Fertigkeiten zu vermitteln, die für eine erfolgreiche, wachstumsorientierte Gründung nötig sind, so Ebersberger.

Auch die JKU hat sich seit einiger Zeit – nach dem Vorbild der TU München – als unternehmerische Universität positioniert. Ein wichtiger Schritt ist in diesem Zusammenhang die seit dem 13. Oktober angebotene und Anfang Februar feierlich eröffneteEntrepreneur-Base, ein gemeinsames Projekt der Kepler Society und des Instituts für Unternehmensgründung und Unternehmensentwicklung der JKU. „Die Entrepreneur-Base soll eine Anlaufstelle für alle – nicht nur Studierende, sondern auch Mitarbeiter und Alumni – sein, die Gründergeist in sich tragen“, so Johannes Pracher, Geschäftsführer der Kepler Society.

Die Entrepreneur-Base wurde in den Räumlichkeiten der ehemaligen BA-Filiale im Zentrum des JKU-Campus eingerichtet, als offener Raum für die Entwicklung kreativer Ideen, für Beratung, Vernetzung, zum Aufbau einer Entrepreneural Community sowie für Workshops, Meetings und Expertenvorträge. „Nutzen kann den Raum grundsätzlich jeder – ein Slot von einem halben Tag kann einfach via Internet gebucht werden“, so Pracher. Das Angebot wurde bislang gut angenommen. Die Entrepreneur-Base soll aber nur ein erster Schritt hin zu einem noch umfangreicheren Start-up-Programm an der JKU sein. Derzeit wird etwa am Konzept für eine Summer School gearbeitet. Am 24. Mai ist mit „STEP > one“ an der JKU ein Start-up-Event mit Workshops und Pitch-Contest angesetzt. „Wir wollen mit diesen Aktivitäten ein Bewusstsein für den Start-up-Gedanken fördern und Studierende, Mitarbeiter und Alumni dazu ermutigen, sich etwas zu trauen und auszuprobieren“, so Pracher.


[NB6QS]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.02.2017)

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