Innovation: Raus aus der Komfortzone

Neue Wege zu gehen, ist für Projekt- und Unternehmenserfolge entscheidend, Führungskräfte müssen für die richtigen Rahmenbedingungen sorgen.

Seminare geben Einblicke in verschiedene Vorgangsweisen zur Förderung der Kreativität von Mitarbeitern und Führungskräften.
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Seminare geben Einblicke in verschiedene Vorgangsweisen zur Förderung der Kreativität von Mitarbeitern und Führungskräften.
Seminare geben Einblicke in verschiedene Vorgangsweisen zur Förderung der Kreativität von Mitarbeitern und Führungskräften. – (c) Creative Process

Führungskräfte müssen ihr Ego zurückstellen können. Dann kann Kreativität Teil der Unternehmenskultur werden“, sagt Udo Müller, Geschäftsführer des Beratungs- und Verlagshauses Creative Process. Nicht alle Führungskräfte könnten laut dem Experten mit dem Thema Kreativität etwas anfangen. „Doch sie müssen es aushalten und zulassen können, dass etwas Neues entsteht“, ist er überzeugt. Für schöpferische Impulse ist abteilungsübergreifendes Denken und das Arbeiten an einem gemeinsamen Ziel wichtig. Müllers Fünf-Welten-Modell steht auf der Basis von schöpferischen und intuitiven Prozessen, die alle Potenziale von Organisationen, Teams und Menschen wecken und Transformation ermöglichen wollen. Vermittelt werden die entsprechenden Herangehensweisen in Potenzialwerkstätten und Methodenlabors. Letztere bieten Einblicke in verschiedene Vorgangsweisen, die man zur Förderung der Kreativität anwenden kann. Erstere nehmen sich Zeit, um an eigene Fragestellungen aus dem beruflichen Kontext schöpferisch heran- und ihnen nachzugehen. Die Zielgruppe: Unternehmer,Geschäftsführer und Manager, Bereichs- und Teamleiter, Berater sowie Start-ups und Jungunternehmer.

Eine Studie des Softwareunternehmens zum Thema Kreativität hat Ende 2016 ergeben: 70 Prozent der 1000 Befragten aus fünf Ländern meinen, dass Kreativität Menschen zu besseren Mitarbeitern macht, wohingegen nur 31 Prozent das Gefühl hatten, ihr kreatives Potenzial voll auszuschöpfen. Von den Befragten sahen sich 85 Prozent dem Druck ausgesetzt, möglichst produktiv statt kreativ tätig zu sein – 2012 sahen das nur 73 Prozent so.

Kreativitätsfreundliches Klima

Um ein kreativitätsfreundliches Klima zu erzeugen, braucht es laut Uwe Pölzl, Innovationsexperte am Institut für angewandte Kreativität (IAK), drei Voraussetzungen: methodische Kenntnisse, das Verständnis von Innovation als Prozess und Mitarbeiter mit der richtigen Einstellung. Sich bei Ersterem auf Brainstorming zu beschränken, greife zu kurz, sagt Pölzl. Beim Innovationsprozess sei darauf zu achten, „dass man unterschiedliche Typen von Mitarbeitern ins Boot holt. Anfangs braucht man den Ideensprüher, dann den tüftelnden Entwickler und schließlich den Vollblutverkäufer“. Und sie alle müssten eine konstruktive Haltung zu einer veränderten Vorgehensweise einnehmen. Das IAK hat ein Navigationssystem entwickelt, das Menschen bewegen, Wandel gestalten und Chancen realisieren helfen will. Dazu gehen Seminare und Workshops auf die Ebenen Persönlichkeit, Kooperation und Methodik ein. Beim Thema „Agile Kre-Aktionen“ geht es beispielsweise darum, dass klassisches Projektmanagement für viele Vorhaben heutzutage zu starr geworden ist. „Jedes sechste Projekt scheitert, weil man am Anfang eines Prozesses gar nicht wissen kann, was auftaucht“, weiß Pölzl. Um das Projektmanagement agil zu halten, hat das IAK verschiedene Methoden in petto. „Scrum“ zum Beispiel. Dabei werdenFortschritte und Hindernisse eines Projektes turnusmäßig überprüft und beurteilt und, falls sich Parameter geändert haben sollten, Pläne und das Vorgehen angepasst.

Führung gefragt

Dass Kreativität ein Kernelement für Unternehmenserfolg ist, haben auch Forschungen an der WU Wien ergeben. Am dortigen Institut für Unternehmensführung widmete man sich der Frage, wie Kreativität in Unternehmen gemanagt werden sollte. Dabei zeigte sich, dass Mitarbeiter nicht am kreativsten sind, wenn sie sich selbst überlassen werden, sondern dass Kreativität eine zentrale Führungsaufgabe ist. „Klar kommunizierte und begründete Regeln und Zielvorgaben sind von hoher Bedeutung, bekommen aber eine neue Rolle. Sie dienen der Führungskraft dazu, für das Team den Raum und die Richtung für die freie Entfaltung von Kreativität zu definieren und eine gezielte Entwicklung der Teamfähigkeiten zu unterstützen“, erklärt Gerhard Speckbacher, Vorstand des Instituts. Die WU Executive Academy bietet in diesem Bereich unter dem Titel „Dirty Innovation“ maßgeschneiderte Workshops an, die Führungskräfte dazu ermutigen wollen, die Komfortzone zu verlassen – wenn sieetwas bewegen wollen. Dabei wird zum einen die Logik des Innovierens vermittelt, zum anderen ein Methodenbaukasten entwickelt, um neue Geschäfts- und Entwicklungsideen zu suchen, weiterzuentwickeln und den potenziellen Erfolg zu evaluieren. Drittens wollen diese Workshops zu einer neuen Denkhaltung im Umgang mit zieloffenen Projekten inspirieren und die dafür notwendige Strukturierung, Organisation und das Management von Projekten weitergeben.


Web: www.creativeprocess.at
www.iak.at
https://executiveacademy.at

 


[NDJE1]

(Print-Ausgabe, 11.03.2017)

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