Souveränität auch ohne Studium

Wer ohne akademische Managementausbildung in die Chefetage aufsteigt, kann sich in Kurzprogrammen wirtschaftliches Wissen und vor allem persönliche Führungskompetenzen aneignen.

Techniker und andere fachliche Experten übernehmen in ihrer Laufbahn meist immer mehr Managementaufgaben.
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Techniker und andere fachliche Experten übernehmen in ihrer Laufbahn meist immer mehr Managementaufgaben.
Techniker und andere fachliche Experten übernehmen in ihrer Laufbahn meist immer mehr Managementaufgaben. – (c) Bilderbox

Nicht immer sind Chefs und Chefinnen betriebswirtschaftlich ausgebildet. Speziell in Gewerbebetrieben wachsen sie oft durch Unternehmensnachfolge in ihre Rolle hinein oder klettern, aus technischen oder anderen Abteilungen stammend, die Karriereleiter hinauf. Kompakte Weiterbildungen können Kenntnisse vermitteln, die den Umstieg in die Führungsebene erleichtern.

Einen neuen Führungskräfte-Lehrgang speziell für Klein- und Mittelbetriebe bietet das Institut Huemer im oberösterreichischen Laakirchen. Hier wird ohne betriebswirtschaftliche Vorbildung vorauszusetzen Führungswissen vermittelt, etwa strategische Unternehmensführung, Unternehmensentwicklung, Grundlagen des Controllings und der Budgetierung, Mitarbeitergespräche und effiziente Führungsmethoden. Ebenso wichtig ist es den Kursleitern, mit Zeit- und Selbstmanagement, Werkzeugen für Work-Life-Balance sowie zur Entwicklung der eigenen Souveränität auf die Lebensqualität der Teilnehmer zu achten.

Der Lehrgang wird gemeinsam vom Institutsleiter, Gottfried Huemer (Unternehmens- und Führungskräftecoach, Lebensberater), und von dem Psychotherapeuten und Organisationsberater Markus Göschlberger abgehalten. „Mein Part ist der des Praktikers“, sagt Huemer, der selbst früher mehrere Betriebe unterschiedlicher Art aufgebaut und erfolgreich verkauft hatte, bevor er sein Weiterbildungsinstitut gründete. „All diese Erfahrungen fließen in den Lehrgang mit ein“, so Huemer, der auf Stress- und Zeitmanagement spezialisiert ist. Die vier Module finden zwischen April und November 2017 jeweils donnerstags und freitags in der Kleingruppe statt. Am 27. März gibt es einen Informationsabend.

Trendthema Achtsamkeit

Zwei kompakte Führungskräfte-Formate hat auch die WU Executive Academy konzipiert. Das allgegenwärtige Schlagwort Achtsamkeit wird in dem Special Workshop „Rethink Leadership – BE mindful!“ aufgegriffen und für Manager nutzbar gemacht. „Wie sind Unternehmen strukturiert und gehen miteinander um? Wie erkennen wir die eigenen Stärken, aber auch die Stärken der anderen? Wie gestalten wir Beziehungen in Organisationen in der Hektik des Alltags? Was brauche ich, um Leistung zu bringen?“ Um solche und andere Fragen geht es in dem Workshop laut Helga Pattart-Drexler, Head of Executive Education, die die Special-Workshop-Reihe mitentwickelt hat. Prinzipiell werde der Kurs nur für Unternehmen angeboten und an deren Zielen orientiert, so Pattart-Drexler.

Achtsamkeit ist ein Trendthema, eignet sich aber gut, um sich Führungsthemen aus einer anderen Perspektive anzunähern. „Teams sind heute sehr divers. Für diese Workshop-Reihe war uns daher wichtig, Vortragende zu finden, die aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen.“ Für den Leadership-Workshop konnte man den ehemaligen buddhistischen Mönch und Achtsamkeitsexperten Erwin Glatter sowie die Psychologin und Verhaltenstherapeutin Anna Werksnies gewinnen.

Ein längeres Führungskräfte-Format der Executive Academy, das im Herbst dieses Jahres erstmals starten soll, ist das Programm Pioneers of the 21st Century, in dem es unter anderem um die zukünftigen Herausforderungen für Führungskräfte gehen soll. Im Oktober startend, wird das neue Leadership-Programm an zwölf Tagen (in fünf Modulen) abgehalten und im Frühjahr 2018 enden. Auch hier sei dem Entwicklerteam wichtig, sich an den Erwartungen der teilnehmenden Personen zu orientieren und für den Transfer in deren berufliches Umfeld zu sorgen, so Helga Pattart-Drexler.

Im Gegensatz zu den neuen Angeboten kann der heuer bereits zum elften Mal stattfindende Lehrgang Management kompakt des Instituts für Management (IfM) in Salzburg als gut eingeführt bezeichnet werden. „Unsere Zielgruppe besteht zum einen aus Teilnehmern, die schon über mehrere Jahre Berufserfahrung verfügen und sich – kaufmännisch wie menschlich – auf eine Führungsaufgabe vorbereiten wollen, zum anderen aus schon als Führungskräfte Tätigen, die sich updaten wollen“, sagt IfM-Geschäftsführer Wolfgang Reiger.

Mit Modul vom Masterlehrgang

Angeboten werden die vier Module Markt, Geld, Mitarbeiter und Personal Skills. Eine Besonderheit ist ein fünftes Modul, das als Wahlmodul aus dem Executive MBA in General Management des IfM angeboten wird. „Wenn jemand zum Beispiel Change Management oder Intercultural Management in englischer Sprache hören möchte, kann er das als Gasthörer im MBA-Programm tun“, so Reiger.

Sehr gut angenommen werde auch die Möglichkeit, freiwillig eine circa 20-seitige Projektarbeit zu verfassen. Etwa 90 Prozent der Teilnehmer nützen laut Reiger diese Chance, zusammen mit dem Betreuer als Sparringpartner ein für den eigenen Betrieb wesentliches Thema zu bearbeiten. Der Lehrgang beginnt Anfang Mai und dauert mehrere Monate. Auch zu diesem Programm gibt es einen Info-Abend am 27. März.

Web: www.unternehmerkraft.at, www.ifm.ac.at, www.executiveacademy.at

 


[NDJEM]

(Print-Ausgabe, 11.03.2017)

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