Arbeitsmarkt und Allgemeinbildung

An Bildungseinrichtungen werden von Gesellschaft und Wirtschaft hohe Anforderungen gestellt. Damit diese erfüllt werden können, braucht es Experten in der Führung.

Für eine effiziente Aus- und Weiterbildung müssen verschiedenste Aspekte und Stakeholder berücksichtigt werden.
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Für eine effiziente Aus- und Weiterbildung müssen verschiedenste Aspekte und Stakeholder berücksichtigt werden.
Für eine effiziente Aus- und Weiterbildung müssen verschiedenste Aspekte und Stakeholder berücksichtigt werden. – APA/HELMUT FOHRINGER

„Wesentlich für alle Institutionen ist eine Haltung der ,engagierten Beweglichkeit‘“, sagt Rudolf Egger, Leiter des Arbeitsbereichs für Angewandte Lernweltforschung an der Universität Graz. Dazu gehörten laut Egger nicht nur das Organisieren von Begegnungen oder Inhalten, sondern auch Professionalität, Evaluationen und Marktorientierung: „Beweglich sind Menschen, die mehr wollen. Wer darauf verzichtet, die Beweglichen reinzulassen, wird als Bildungsinstitution verlieren.“ An der Universität Graz ist Bildungsmanagement innerhalb des Studiums Erziehungswissenschaften ein Thema. Vertiefen kann man die verschiedenen Facetten im Masterstudiengang Erwachsenen- und Weiterbildung, der seit 2016 angeboten wird.

 

Vielfältige Ansprüche erfüllen

„Bildung muss in Form von Schulen, Universitäten, Werkstätten organisiert werden, um den gesellschaftlichen Anforderungen der Allgemeinbildung nachzukommen und das erforderliche Spezialwissen für viele Berufstätigkeiten sicherzustellen“, sagt Klaus Rückert, Leiter der Arge Bildungsmanagement. Diese führt in Kooperation mit der Sigmund-Freud-Privatuniversität den Universitätslehrgang Beratungswissenschaften und Management Sozialer Systeme mit dem Schwerpunkt Bildungs-, Berufsberatung und Bildungsmanagement durch. „Aktuell besteht ein steigender Bedarf an Beratung infolge der rasanten Entwicklung von technischen Innovationen und der damit verbundenen neuen beruflichen Qualifikationen“, erläutert Rückert. Mit der Ausbildung, die auch als dreisemestrige Fachausbildung abgeschlossen werden kann, finden die Studierenden Jobs unter anderem in der Leitung von (Weiter-)Bildungseinrichtungen sowie in der Programmplanung für Schulen und Universitäten.

Anfang November startet an der Donau-Uni Krems und am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung in Strobl der Universitätslehrgang Bildungsmanagement. Laut Bifeb-Lehrgangsleiter Christian Kloybe braucht die Erwachsenenbildung „an den Schnittstellen zwischen Zivilgesellschaft, Arbeitsmarkt und Politik gut ausgebildete Bildungsmanager, die mitwirken, entsprechende Aus- und Weiterbildungen zu entwickeln und vor allem ein klares Angebot und Wirksamkeit für alle Beteiligten zu erreichen“. Das viersemestrige Studium soll Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen sowie Bildungsverantwortliche in Unternehmen und Organisationen auf die Tätigkeit in lernenden Organisationen vorbereiten. Dabei sollen sie sich mit verschiedenen Anspruchsgruppen austauschen und deren Sichtweisen berücksichtigen. „Zukunftsfähige Bildungseinrichtungen haben langfristige Perspektiven und leiten daraus Strategien und Handlungsfelder ab. Interne und externe Kommunikation spielen hierbei eine große Rolle, und strategisches Führen hat das bloße Verwalten abgelöst“, sagt Roland Humer, Lehrgangsleiter vonseiten der Donau-Universität.

 

MBA im Fernstudium

Einen viersemestrigen MBA in Bildungsmanagement kann man durch ein Fernstudium an der KMU-Akademie absolvieren, die mit der Middlesex University London kooperiert. Neben den klassischen Inhalten eines MBA lernen die Studierenden Bildungsökonomie und Bildungspolitik, Bildungsmarketing und qualitatives Bildungsmanagement. „Seit zwei Jahren bieten wir diesen MBA an, aktuell haben wir rund 100 Studierende, die großteils aus dem mittleren Management kommen“, sagt Christian Oberwagner, verantwortlich für das Thema Bildungsmanagement an der KMW-Akademie.

Aus einer sehr eingeschränkten Zielgruppe heraus hat sich der Lehrgang „Basics für das Bildungsmanagement“ am Forum Katholische Erwachsenenbildung entwickelt. Durch die Zertifizierung der Weiterbildungsakademie Österreich hätten auch Interessenten außerhalb des pfarrlichen Bildungsbereichs den modularen Grundkurs attraktiv gefunden, erzählt Qualitätsbeauftragte Ingrid Pfeiffer: „Managen im Zusammenhang mit Bildung bedeutet, für den Lehr-Lern-Vorgang den ihm entsprechenden Rahmen zu schaffen. Dieser Rahmen reicht von der Planung eines Bildungsangebots bis hin zu seiner Evaluierung.“ Die vier Module befassen sich mit Themen wie dem roten Faden in Organisationen, der Finanzierung von Veranstaltungen, der Öffentlichkeitsarbeit und Moderation.

www.kmuakademie.ac.at

www.forumkeb.at

www.donau-uni.ac.at

www.bifeb.at

www.uni-graz.at

www.bildungsmanagement.ac.at

www.sfu.ac.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.10.2017)

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