Lachyoga, Stimmtrainings, Tanzkurse – das und andere Maßnahmen zur seelischen und körperlichen Gesundheit erwarten rund 450 Kinder und ihre 82 Pädagogen an sechs Kindergärten der Stadt Wien. Anfang November startete an diesen Einrichtungen das Projekt „Gesunder Kindergarten“. Im Zuge dessen gibt es eine Initiative der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) und der Wiener Gesundheitsförderung, bei der ernährungsspezifische Weiterbildungsmodule für die Kindergartenpädagogen durch Übungen ergänzt werden.
Austoben nach Plan
Auch an Schulen hat die ÖGE ein ähnliches Angebot – die Nachfrage erweist sich als enorm, die Kurse sind binnen kurzer Zeit voll. „Die Pädagogen lernen hier, Kindern beizubringen, sich altersentsprechend selbstständig und verantwortungsbewusst zu entscheiden, wenn es darum geht, was sie essen“, so die ÖGE-Ernährungswissenschaftlerin Alexandra Hofer. Sie betont, dass es auch um die Kommunikation mit den Eltern geht: „Nur so kann Nachhaltigkeit erreicht werden. Das gelingt zum Beispiel durch gemeinsame Eltern-Kind-Kochkurse, Elternabende und entsprechende Informationsangebote.“
„In der Praxis wird allerdings oft zu Fast Food und Fertigprodukten gegriffen“, sagt Gregor Rossmann. Der Sportwissenschaftler ist Leiter des Lehrgangs zum diplomierten Kindergesundheitstrainer am Wifi Steiermark. In 132 Stunden vermittelt diese Ausbildung in Modulen wie „Toben und Tanzen mit Musik“, „Outdoorfun“ oder „Ernährung von Kindern und Jugendlichen“ theoretisches und praktisches Wissen zu Nahrungsmitteln, Bewegung und Entspannung. Der Lehrgang richtet sich an alle, die professionell mit Kindern im Alter von vier bis 13 Jahren arbeiten wollen.
Diese Zielgruppe und die der Eltern sprechen die Ausbildungen der body&health academy an. Kinderspezifische Kurse zu Gesundheit, Yoga oder Rückentraining wollen helfen, mehr Aktivität in den Alltag zu bringen. „Es geht um Gesundheitsförderung, um Vorbeugung und darum, gemeinsam Zeit zu verbringen“, so Johannes Kainberger, Direktor der body&health academy.
Auch bei den BFI-Ausbildungen zur Kindergartenassistenz, Nachmittagsbetreuung für Schule, Hort und Freizeitklubs sowie zu Tagesmutter oder -vater finden sich inhaltliche Schwerpunkte auf Ernährung, Bewegung und Gesundheit.
Das Prinzip Freude
Weil all das unter Druck und Drill nicht funktioniert, muss die Motivation stets im Vordergrund stehen. „Bewegung und Sport sollen Spaß machen“, fordert Kainberger. Dem kann die Spielpädagogin Elfriede Hofer beipflichten: „Kinder lernen nur spielerisch.“
Daher wird diesem Aspekt bei dem einjährigen Spielpädagogik-Lehrgang des Grazer Vereins Ludovico Rechnung getragen: „In circa 100 Stunden lernen die Teilnehmer verschiedenste Spielformen zu Bewegung, Entspannung und Ernährung kennen. Wichtige Impulse erhalten sie auch durch das Praxisprojekt am Abschluss“, so Elfriede Hofer, die den Lehrgang als Geschäftsführerin von Ludovico leitet. Verfügt man über pädagogische Vorkenntnisse, kann man anschließend als Spielpädagoge tätig werden, sonst als Spielberater. Der Grazer Verein bietet auch Seminare zu unterschiedlichen spiel- und autopädagogischen Themen an, die ab zehn Interessierten zustande kommen.
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