18.07.2012
Beschnittene DebatteKonservative Revolution?
11.07.2012 12:54 | von Michael Fleischhacker
Armin Thurnher hat ein Problem mit Frank Stronach, denn der will, schreibt Thurnher in seinem aktuellen Leitartikel, dem Staat an den Kragen. Wer Respekt für Stronach im Allgemeinen und keinen Schaum vor dem Mund angesichts Stronachs letzten TV-Auftritts im Besonderen hat, ist demnach für Thurnher ein potenziell gefährlicher Mensch. Ich zum Beispiel. Antietatistisch, antiegalitär und überhaupt.
In Österreich, schreibt Thurnher im letzten Absatz seines Leitartikels, kurz vor dem ceterum censeo, bahne sich eine "konservative Revolution" an.
Die letzte Konservative Revolution wird im Allgemeinen als Vorlauf zum Nationalsozialismus interpretiert, ihre intellektuellen Protagonisten waren der Schriftsteller Ernst Jünger und der Rechtsphilosoph Carl Schmitt.
In diesem Sinn: Danke für die Blumen, Kollege Thurnher.
Neue Politik Revolution
Neue Politik, bedarf geschichtlich betrachtet nicht selten einer Revolution.Eine Konservative Revolution, daran glaub ich nicht. Wer denn auch? Die Tea Party? Heute müssen wir ja die Revolution immer im großen Rahmen sehen. Die Schuldenkrise der EU schlägt ja Wellen auch nach West und Ost, nach Süden und Norden.
Die Konservativen sind für eine Revolution einfach zu satt. Sorry Folks!
Ich tippe eher auf Russland, irgendwann wird sich dort etwas mit starker Dynamik formieren, das stark genug ist um auf Europa zu färben. Außerdem spielt Russland eine Schlüsselrolle in der Nah Ost Politik und besonders wenn es um den Iran geht.
Und: Russland gehört zu den Rohstoff Priviligierten. Ich tippe auf die russische Jugend, die wie in Ägypten aufwachen wird. Mit einem demokratischen Russland wäre die EU in vieler Hinsicht aus dem Schneider. Mit einer starken Achse und langfristig muss man über EUrasien nachdenken.
Ich glaube nicht, dass eine Revolution aus Europa zu erwarten ist.
Frank Stronach
Ich habe Stronach im ZIB2 Interview gesehen. Er hat völlig recht. Mit allem. Obwohl eine Rückkehr zum Schilling eher ein Rückschritt wäre, als eine Verbesserung. Bevor man aber mit dem Euro und allen anderen untergeht, ist ein Rettungsboot Schilling sicher denkbar. Nur: man muss jetzt Italien und Spanien abwarten.Wenn wir zulange warten, zieht uns der Sog mit nach unten und dann wird es noch schlimmer.
Entscheidend sind nach allem Gekreische ja nur eines: die Banken. Kriegt man die mit demokratiepolitischer Initiative politisch in den Griff, oder nicht?
Wenn die aktuelle Politik weiter im Bankendiktat geknebelt wird, sieht es schwarz aus, für die EU. Wir brauchen ein konkretes Bankenkonkursabkommen.
Die Banken sind zu viele und viele sind zu groß geworden. Da gibt es viel Arbeit für die Politik, bis die Banken wieder für die Menschen da sind und nicht wie jetzt: wir die Melkkühe der Banken sind.
Nur: wer wird diese Politik die noch fehlt, am Ende umsetzen? Die Parteien? Brüssel? Krieg?
Stronach ist vl. schon zu alt für den Job, und die Praten sind auch nur eine neue Partei im Parteienspektrum.
Wir brauchen keine neuen Parteien, wir brauchen neue Politik.
Na ja
das ist aber auch Haarspalterei. Höchstwahrscheinlich hat Thurnher doch keine Ahnung von Jünger und Schmitt, so wie ja ich auch nicht. Also hat ers bestimmt nicht persönlich gegen FLE gemeint.Eine "konservative Revolution" ist aber schon ein witziges Konstrukt. Denn die Konserven sind ja im Ggs. zu den Blauen rechts, also wollen das althergebrachte bewahren. À propos Konserven: Inzersdorfer Dosen sind jetzt beim Billa wieder in Aktion. Gute Sache für das Krisendepot, das jeder haben sollte in Zeiten wie diesen...
Re: Na ja
Inzersdorfer Dosen? Da muss man sich auskennen. Essen Sie mal das Reisfleisch. Da hilft auch kein Nachwürzen mehr.Es bräuchte eine kleine Krisen Fibel für den Fall das Israel doch den Iran bombardiert und den ganzen Nahen Osten in ein flammendes Inferno verwandelt und außer Bio Diesel uns nichts bleibt.
Dann braucht es Ratgeber, die den Namen verdienen. Gerade wenn es um Dosenkost geht. Da zieh ich die Gösserdose vor. Die steht ganz oben auf der Liste. Und Wodka.
Re: Re: Na ja
Bei einer galoppierenden Hyperinflation werdens froh sein, wenns ein Reisfleischdoserl haben. Man muss nur wissen, wie es gedacht ist. Mind. die Menge Doseninhalt ist Wasser hinzuzufügen oder noch mehr, dann kocht man es auf und zerdrückt die Reisklümpchen mit der Gabel. Da der Reis sehr bissfest ist, kann er dann ruhig noch etwas nachziehen. So ist das Reisfleisch zwar immer noch etwas zu viel gewürzt, aber gut essbar. Dazu könnten Sie Efko Kartoffelsalat essen und schon haben Sie eine tadellose Dosenmahlzeit, jedenfalls ein sehr luxuriöses Krisenessen.Um das Erdöl muss man sich weniger Sorgen machen. Das sprudelt ja nicht nur im Iran, sondern z.B. auch in Lybien (das ist ja schon "befriedet" zum Zwecke der Einführung der Demokratie, nicht wahr?). Es wird noch mehr kosten. Darauf kann man sich halbwegs einstellen. E-Autos haben keinen Sinn, da Strom aufgrund unserer sektoiden AKW-Abschalter auch immer teurer wird.
Bier in der Krise gibts keins und wenn, dann selbstverständlich nur ein Stiegl aus der Flasche. Mit Wodka hat man sich in der Sowjetunion beholfen. Der war dort immer billig. Vielleicht wiederholt sich das ja auch in der EU. Wenn die Leute sich billig zudröhnen können, halten sie alles leichter aus. So ein Schnaps wärmt ja auch von innen her. Man könnte damit aber auch einen Verbrennungsmotor antreiben, s. Wodka-Auto...
Re: Re: Re: Na ja
Ob Sie Libyen so oder so schreiben, stört hier niemanden. Für Lybien ist das schon egal.Aber zum Reisfleisch: Sie glauben also als einzige zu wissen, dass man dem Reisfleischdoserl Wasser dazugeben muss. Wie auch immer Sie das Doserl zubereiten, bleibt es Hundefutterniveau. Was nicht heißen soll, dass alle Dosen nichts taugen. Die wenigsten, nur einzelne und da muss man sich eben auskennen.
Auch in Restaurants kann man nicht alles ala carte essen, sondern muss wissen, was im Restaurant gut schmeckt.
Mit dem Erdöl liegen Sie auch falsch. Zumal ich zugeben bereit bin, genausowenig ein Experte zu sein wie Sie keiner sind. Also: wenn dort der Krieg ausbricht, wird es kanpp mit dem Öl. Da geht´s ja dann um mehr als nur um den Konflikt zweier Länder. Da werden alle Position beziehen. Nicht alles im Nahen Osten ist von dem Amerikanern gekauft. Und auch wenn: selbst Sadam Hussein wurde von den Amerikanern gekauft, hochgerüstet und groß gemacht. Ein Status Quo zählt nur in Friedenszeiten. Sobald es dort kracht, weren die Karten neu gemischt. Darauf können´s ein Doserl essen!
Und AKWs gehören abgeschaltet. Alle. Der Strom wird dann eben teurer, was gut ist. Spare Strom und gehe wandern - auch im Regen und in der Nacht. Eine Gesellschaft von Weicheiern sind wir geworden.
Re: Re: Re: Re: Na ja
OK, Sie suchen offenbar Streit. Sorry, mit mir nicht. Suchen Sie sich ein anderes Opfer...Re: Re: Re: Re: Re: Na ja
Streit? Ich bitte Sie. Wie soll man hier den gscheit streiten können...Kein Geschirr, keine Vasen, nichts als reine Virtualität.
Nein! Nein! Vielmehr verehre ich ihre flotten Kochrezepte und hoffe insgeheim, einmal von ihnen bekocht zu werden.
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Na ja
Kochrezepte? Das muss aber lange her sein. Tuns mich schon lang beobachten? Und jetzt haben Sie sich sogar einen extra Nick zugelegt für diesen Zweck. Na ja, beobachten Sie mich ruhig weiter. Jedenfalls DEN Nick könnens gleich vergessen...:)Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Na ja
Beobachten? So weit würde ich es nicht spinnen. Wem sind sie letztes Jahr ihre Rezepte nicht aufgefallen, nachdem sie FLE´s Blog damit zugepflastert haben?Beim Fleischi haben Sie offensichtlich ein Stein im Brett, weil er das zulässt. Vl. kocht seine Frau regelmäßig, nach ihren Vorgaben. Oder er selbst.
Spaß beiseite. Ihr Mann ist ein Glückspilz, so gern wie sie kochen. Und die Rezepte klingen jedesmal wirklich sensationell.
Re: Re: Re: Na ja
Oh! Libyen.. :)wichtig ist:
dass Sie wieder bloggen.tysten
das lange schweigen des CR im bloggwellcome back FLE!!
zur causa
wer sich über den salonkommunisten thurnher ärgert ist selbst schuld.
im übrigen.
die konservativen revolutionen in den jahren 1925 bis 1930 waren allesamt staatserhaltend und kontrapunkt zu den diversen räterepubliken.
die auswahl war gering..demokratie war nicht darunter...diesmal schon..es gibt auch konservativ dominierte demokratien...nur der thurnher weis nichts davon
Re: tysten
Eigentlich hatte ich erwartet, Sie würden als bekennender Fan des Oxymoron eine „konservative Revolution“ als Widerspruch per se aufdecken!P.S.: Was bedeutet "tysten"?
Re: Re: tysten
tysten heisst "das Schweigen" ein berühmter schwedischer film(googeln!!)widerspruch?? oxymoron ?
aber nein...eine andere bezeichnung wäre die CONTERREVOLUTION
ein zurückrevolutionieren..
Re: Re: Re: tysten
correct...TYSTNADENwischen Sie sich den Schaum
ab und nehmen Sie zur Kenntnis, der Thurnher hat recht.Re: wischen Sie sich den Schaum
In welcher Friedhofsecke sind Sie denn auf Schaum gestoßen?Sie sollten damit konsequent ernst machen oder die Blumen retournieren. Linke Zeitungen gibt es ohnehin schon genug. Da gibt es für die Presse ohnehin keine Zukunft.
Sehr geehrter Herr Fleischhacker,es ist doch eine alte Masche der Sozis, linksgesinnten Medien(leuten) mit Hang zum Abweichlertum eine wirtschaftspolitisch rechte Haltung anzudichten, um auf diese Weise den "Anfängen" zu wehren. Ein gutes Beispiel ist der Kurier. Das Blatt gehört zwar teilweise zum Raiffeisen Konzern, doch die dortigen Redakteure (Knecht, Tartarotti, etc) vertreten ständig noch linkere Ansichten als jeder Sozi oder Grüne. Trotzdem wird dem Blatt von SPÖ, Grünen und der (ebenso sozialistisch kleingeistigen) FPÖ ständig unterstellt ein Parteiblatt der ÖVP zu sein. Genauso wie der Presse ständig unterstellt wird, nach der Pfeiffe von Kirche oder ÖVP zu tanzen, um auch hier die handelnden Personen zu bewegen aus falsch verstandenen Hygienegründen eine konsequent linke Haltung einzunehmen.
Richtig wäre es aber, erst recht eine echte Gegenposition zu diesen linken Strategen einzunehmen. Allerdings nur wenn man echt dazu stehen kann. Sonst sollte man es bleiben lassen und den symbolischen Blumenstrauß an Herrn Thurnherr retournieren, weil man ihn sich nicht verdient hat.
In diesem Sinne: "viva la revolution"! Nicht zuletzt deshalb, weil die ÖVP mit ihrem BllaBllaBlla-Parteichef ein Waterloo erleben wird und nach der nächsten Wahl in die Bedeutungslosigkeit verschwindet.
Hugh, ich habe gesprochen.
Frankie belebt den politischen Wettbewerb
Nach 1945 gab es sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks mehrere Neuauflagen „konservativer Revolutionen“ verschiedener Ausprägungen; dass Thurnher daher bezüglich Stronach und Österreich auf Parallelen zur Weimarer Republik anspielt, kann ich mir nicht vorstellen (hab den Artikel allerdings nicht gelesen).Vielleicht eher auf eine Entwicklung à la Blocher? Der ist ja auch der Meinung, der Bevölkerung frank und frei die reine Wahrheit zu verkünden, und das mit erstaunlichem Erfolg.
P.S.: So gewöhnungsbedürftig Frank Stronach und seine öffentlichen Auftritte auch sind, für gefährlich halte ich den alten Knaben nicht.
stahlgewitter aus ontario??
wer einmal mit stronach persönlich zu tun hatte, weis..hier predigt ein missionar..er allein hat den rechten glauben und nur er kann uns aus dem jammertal führen....ceterum..er glaubt das was er predigt..das könnte ihn also doch gefährlich machen
Re: stahlgewitter aus ontario??
Das Stahlgewitter ist eher Theaterdonner; er übertreibt maßlos und wird deshalb nicht wirklich ernstgenommen, obwohl er in vielen Dingen ja nicht falsch liegt.Menschen, die ein Monopol auf die Wahrheit zu besitzen glauben und unduldsam nur ihren eigenen Standpunkt gelten lassen, sind vielen Menschen von vorneherein suspekt, und das zu Recht.
Lustig, dass er sich Lou Lorenz D. gegenüber als kultiviert und konstruktiv bezeichnete, obwohl er sie kaum zu Wort kommen ließ und wie eine verbale Dampfwalze agierte.
Jupi.
Fleischhacker ist zurück.Das erhöht auf jeden Fall den Vergnügungsfaktor!

