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Die JVP - mit den richtigen Argumenten kann man auch viel Dummes sagen!

14.09.2010 13:20 |  MaximilianBrustbauer

Die Argumente stimmen zwar, doch die Lösungsvorschläge der JVP wären katastrophaler als der Ist-Zustand.

Die Argumente stimmen zwar, doch die Lösungsvorschläge der JVP wären katastrophaler als der Ist-Zustand. 

 

Ach wie schön ist doch ein Urlaub. Kein Handy, nur Bücher, keine Straßenbahn, nur Fahrrad, keine Politik, nur Entspannung. Und dann kommt man zurück, schlägt die Zeitung auf und Herr Kurz will die "alten" Lehrer aussortieren!

 

"Es geht nicht ums Geld", in dem Vorschlag, den die JVP in die Bildungsdebatte reingeworfen hat. Klar doch. Nein, mit ihrem Papier sollen die SchülerInnen in den Fokus gerückt werden. Endlich, jetzt wissen wir endlich um wen es sich in unseren Schulen drehen soll. Es geht um die Schüler, warum hat sich das bloß früher noch nie jemand gedacht?

Nein, Spaß beiseite, denn es ist wirklich nicht witzig, was hier von der JVP produziert wurde! Sie fordern: neue Lehrinhalte - bitte, konkrete Vorschläge; neue Fächer - "Politische Bildung" und "Bewegung und Ernährung" sollen sie heißen (wie, das haben Sie schon gehört? Kann nicht sein, denn das sind jetzt brandneue Ideen der JVP); und damit das alles funktioniert, benötigt es ein neues LehrerInnenbild. Denn im Gegensatz zu allen jetzt arbeitenden LehrerInnen, der Generalverdacht ist ziemlich leicht zwischen den Zeilen zu erkennen, müssten die neuen LehrerInnen sich "laufend weiterbilden, flexibel und offen sein und sich für den Erfolg seiner Schüler stärker verantwortlich fühlen". Kombiniert wird das alles noch mit der Forderung, dass die Schulen mehr Autonomie erhalten sollen, das Recht sich LehrerInnen auszusuchen und "in letzter Konsequenz zu versetzen und auch wieder zu entlassen". Dass im Übrigen junge LeherInnen weniger kosten als ihre älteren Kollegen, steht nirgends - ist aber so! Es geht also doch ums Geld, lieber Herr Kurz!

Was sind das für Forderungen? Das ist doch bloßes Gewäsch und in keinster Weise etwas Neuartiges. Die Frustration in der LehrerInnenschaft, die in der Beschreibung der "alten Lehrer" durch die JVP mitschwingt, wie soll diese bekämpft werden? Einfach in dem man jene rauswirft, die ausgebrannt sind. Durch neue ersetzt und diese ebenfalls nur so lange behalten will, bis auch diese "fertig" sind? Denn das wird sicherlich passieren, ändert man nichts an den Bedingungen und an den Möglichkeiten, mit denen LehrerInnen arbeiten müssen. Weiters ist die Behauptung, dass sich die LehrerInnen nicht verantwortlich fühlen für den Erfolg ihrer SchülerInnen, fahrlässig! Ja, fahrlässig! Eine arrogantere und dümmere Äußerung habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Unweigerlich denke ich dabei an die fälschlicherweise Marie Antoinette zugeschriebene Phrase "S'ils n'ont plus de pain, qu'ils mangent de la brioche."

Würden diese Vorschläge etwa vom Seniorenbund kommen, ich wäre weniger verwundert. Sie wurden aber von jungen Menschen formuliert, deren eigene Schulzeit noch nicht lange zurück liegen dürfte. Sie sollten es besser wissen!


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