Audimax reloaded!
19.10.2010 23:27 | MaximilianBrustbauer
Das Audimax der UniWien ist vor wenigen Stunden erneut besetzt worden! Nach den großen Demonstrationen des heutigen Tages, an denen...
Das Audimax der Uni Wien ist vor wenigen Stunden erneut besetzt worden! Nach den großen Demonstrationen des heutigen Tages, an denen Studierende, Professoren und viele weitere Universitätsmitarbeiter teilgenommen haben, zogen Teile der Abschlusskundgebung zurück zur Uni und ein in den, von einem Mitarbeiter geöffneten, größten Hörsaal des Gebäudes.
Wie es schon ein Professor von der MedUni in der ZIB 2 betont hat, war diese Aktion, der Schulterschluss zwischen Professoren, dem Mittelbau und den Studierenden, einzigartig in der Geschichte. Diese Tatsache sollte man nicht aus den Augen verlieren. Vorallem nicht, die damit einhergehende Kraft, den Druck und die Möglichkeiten.
Es ist ein "Alternative Vollversammlung", die momentane Besetzung des Audimax. Wo sind aber die anderen Teilnehmer einer Vollversammlung? Jene Teilnehmer, die auch schon am Nachmittag, etwa im Wiener Juridicum waren? Gut, wer anwesend war, weiß, dass dort nicht sonderlich viel Bewegendes geschah. Es wurde geredet, ohne aber, dass diejenigen, an die die Botschaften gerichtet waren, diese vernehmen konnten. Leider. Bemerkenswert war allein das Impulsreferat des Wirtschaftsexperten Karl Aiginger, das tatsächlich sehr gute Ansätze für Problemlösungen in seinen 12 Punkten lieferte.
Jetzt das Audimax zu besetzen, sollte hingegen nicht mehr als eine kurze Aktion sein, so finde ich. Auf keinen Fall darf passieren, dass die Ereignisse des heutigen Tages in ein schlechtes Licht gerückt werden und somit in Misskredit geraten. Aber vor einer Wiederholung der Fehler des letzten Jahres wurde ohnedies durch unzählige Redner heute schon gewarnt.
Was es sein könnte, die wirklich nur temporäre Besetzung des Audimax, ist, dass man abzieht, mit dem eindringlichen Statement: Schaut her! Wir können es erneut! Die Kraft und die Probleme sind nicht weg. Aber es soll nun gehandelt, diskutiert werden mit dem klaren und vorab fixierten Ziel: am Ende wird eine Lösung stehen. Dies sollte eine Grundbedingung sowie ein Grundversprechen für Verhandlungen sein. Bis dahin wird dieser einmalige Schulterschluss fortgesetzt, wie es auch schon heute Abend im Audimax gefordet haben. In Form von wöchentlichen Demonstrationen oder in anders.
Das Potenzial, das durch die vergangene Besetzung geschaffen wurde, darf nicht aufs Spiel gesetzt werden.
Krönender Abschluss der Demo war es. Und schlussendlich sind sie ja nicht mehr im Audimax und das Studieren wird nicht (wie letztens) unnötig aufgehalten.
Gegen eine kurzzeitige in-Beschlagnahme des AudiMax sage ich nix - das wär kein schlechter Abschluss gewesen: Rein, sagen: "Schauts, wir schaffen das immer noch!" - und dann wieder raus. Nur hat das mit dem "wieder raus" nicht geklappt.
Und wenn dann zehn Hanseln und -innen das Audimax für eine Vorlesung sperren wollen, die mehrere hundert Studenten besuchen wollen (Mayers Einführung in die Rechtswissenschaften ist immer sehr gut besucht, weiß ich aus eigener Erfahrung), hört sich der Spaß auf.
Und die Begründung "öffentlicher Raum" ist gut - öffentlicher Raum ist auch die Autobahn. Ein Sitzstreik dort hält aber auch nicht lang, weil nicht widmungsgerechte Nutzung.
Im Übrigen wird durch diese "Besetzung" die Sache A) auch nicht länger in den Medien sein, und B) überschattete diese Besetzung die Demo am Vortag, und wirft damit die ganzen Studenten in ein schlechtes Licht. Bei der arbeitenden Bevölkerung kommen derartige Aktionen nämlich ganz schlecht an.
Was die Entscheidungsträger angeht: Dass hier eine gewisse "Beratungsresistenz" herrscht, ist bekannt. Klar ist aber auch, dass der Grund dafür eine gewisse Spannung zwischen Anspruch und Realität ist. Die Verantwortlichen der roten Reichshälfte haben sich den "Freien Hochschulzugang" schon vor ewigen zeiten auf ihre Banner geheftet; gleichzeitig wissen sie, dass dieser real nicht so ausfinanzierbar ist, dass ein gewisses Level erreicht werden kann. Anstatt die notwendigen Schritte zu ziehen, verkriecht man sich ins Nichtstun, da man die Wähler nicht mit gebrochenen Versprechen (die von Anfang an unrealistisch waren) zu vertreiben. Also im Prinzip das gleiche Grundproblem wie bei Pensionen, Mindestsicherung, etc.
Ich bin nicht der Meinung, dass die "Besetzung" des Audimax so unnötig war wie ein Kropf; es war die richtige Signalwirkung am Ende eines Aktionstages; es hat, vielleicht gehe ich jetzt einigen zu weit, sogar eine derartige Besetzung gebraucht, um ein erneutes starkes Zeichen zu setzen; dass ich aber auch der Meinung bin, dass eine längerfristige Besetzung momentan nicht sinnvoll gewesen wäre, habe ich ja schon geschrieben;
wäre das Audimax nicht besetzt worden, hätten gestern die ZIB über die Demonstrationen berichtet und heute die Zeitungen darüber geschrieben, aber übermorgen? so, mit der Besetzung wurde jede Gruppe bedient; jene, die völlig dagegen sind, jene, die sich damit anfreunden können, jene, die es verstehen und gemacht haben; jeder spricht nun wieder darüber und somit bleibt es länger aktuell; hoffentlich auch bei den Entscheidungsträgern;
Als ehemaliger Jusstudent erfreut es das Herz zu sehen, wie meine zukünftigen Kollegen auf eine derartige Audimax-Besetzung reagieren: "Da drüben ist der McDonalds"... herrlich.
Auf Probleme beim Studium aufmerksam zu machen ist eine - berechtigte - Sache. Andere - eine Mehrzahl - am Studieren zu hindern, nicht.
Insofern war die neuerliche AudiMax Besetzung (oder besser: Der Versuch der neuerlichen Besetzung) so unnötig wie ein Kropf, und das Produkt einiger weniger verwirrter, die anscheinend keine Lehrveranstaltungen zu belegen haben.
Dass auf dem Unisektor was geschehen muss, dürfte jedoch mittlerweile jedem - nur nicht der Regierung, scheints - klar sein.
Dass "einfach mehr Geld" jedoch auch keine Lösung ist, weiß man als gelernter Österreicher aber auch - spätestens seit den ÖBB.
Cheers,
-Grummel
Fest- und durchhalten sollts heißen!
Schlussenldich wurde die Oeffentlich wieder damit konfrontiert, dass Frau und Herr Politiker alla Oesterreich innerhalb eines Jahres nicht wirklich viel geleistet haben und Studenten zeigen offen auf, dass das Warten auf leere Versprechen ein Ende finden muss.
Also an euch Koepfe des Landes - des kann doch nit sein.
Zeit um euren Job ernst zu nehmen!















