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Was versteht die ÖVP unter einer sinnvollen Bildungsreform?

19.11.2010 16:00 |  MaximilianBrustbauer

Eigentlich müsste die Frage anders lauten: Was versteht die ÖVP VON einer sinnvollen Bildungsreform? Nicht viel! Die Länder sollen die...

Eigentlich müsste die Frage anders lauten: Was versteht die ÖVP VON einer sinnvollen Bildungsreform? Nicht viel! Die Länder sollen die Kompetenzen über Organisation, Ausführung und Personalmanagment erhalten.

Wir, und hier ist jede/r gemeint, beschweren uns seit Jahren über den Proporz. Verteufelt wird die Tatsache, dass über lange Zeit in unserer Republik Posten nach der politischen Zugehörigkeit vergeben wurden. Und nun? Nun sollen Kompetenzen in die Hände der Landeshauptleute gelegt werden, die es ihnen erlauben, im Bildungsbereich dergleichen zu veranstalten und das nahezu uneingeschränkt und unkontrolliert (wird sich die Opposition in Niederösterreich beschweren, wird E. Pröll sehr unwahrscheinlich nervös werden)! Selbstverständlich, niemand wird das tun von den honorigen Landeshauptleuten; nach Eignung und nicht nach Parteizugehörigkeit wird ausgewählt werden. Hat es aber nicht unlängst in Kärnten ein Inserat von Uwe Scheuch im Gratis-Mitteilungsheft gegeben? Wird sich die ÖVP mit ihren Forderungen durchsetzen, so ist dieser Vorfall nicht mehr als eine Randnotiz auf dem Weg zum Totengrab unseres Bildungsystems.

Man kann jetzt sagen, alles Schwarzmalerei von mir. Was aber ist mit Deutschland? Dort liegen die Kompetenzen in Sachen Bildung bei den Ländern. Absolut unzufriedenstellend ist diese Situation! Unterschiedliche Standards in den Bundesländern; schafft man das Abitur nicht in dem einen, wechselt man einfach in ein benachbartes, "einfacheres" Bundesland. Es ist ein schlechtes Beispiel, das uns Deutschland in diesem Fall gibt. Dennoch wollen die Vertreter der ÖVP diesem Beispiel folgen.

Zum Wohle der Bildung? Das kann ich nicht glauben!

Für Einsparungen? Man möge mir erklären, wie neun Landesabteilungen günstiger arbeiten, als eine Bundesabteilung.

Eine "echte Bildungsreform"? Die wird dann bundesweit zukünftig nicht mehr möglich sein, wenn jeder Landeschef sich querstellen kann; und eben diese Möglichkeit würde ihnen die ÖVP nun geben wollen. Alles noch langsamer, noch mehr Rücksichtnahme auf Wahltaktische Landesinteressen, noch mehr sinnlosen Föderalismus.

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2 Kommentare
Gast: 'Grummelbart'
22.11.2010 16:58
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Vollste Zustimmung. Sogar ich als (ehemals) tiefschwarzer Niederösterreicher muss sagen: Ein bildungspolitischer Wahnsinn, den uns unser Landeserwin da präsentiert - das würde ihm meine Stimme kosten, wenns ernstzunehmende Konkurrenz in NÖ gibt. Naja, wird eben auch auf Landesebene weiß gewählt in Hinkunft.

Insofern dann doch bezeichnend der Freudsche Versprecher des Herrn Khol bei "Talk of Town" unlängst, als er treffend formuliert: "Die Budnesregierung wird geführt von Josef Pröll und Erwin... Faymann!".

Übrigens traurig, wenn in einer Diskussion ein FPÖler ehrlicher wirkt als ein ÖVP-Politiker.

Naja, mal schauen, was als nächstes kommt. "Verländerung" des Bundesheeres? Der Polizei? Der Justiz (Kärnter "Landesrecht" bei Gericht ist übrigens jetzt schon durchaus fragwürdig)?

Das wird nicht gutgehen auf Dauer...

mfg
Grummel

Gast: 'Tholex'
19.11.2010 17:18
0 0

Und schwups, ist die Spitäler Reform kein Rülpser mehr!

Biete Spitäler gegen Lehrer!

Ein Hoch auf den Föderalismus!

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