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Darf's ein bisschen Kultur sein?

29.12.2010 15:14 |  MaximilianBrustbauer

Für was ist Österreich im Ausland bekannt? Momentan wieder ganz aktuell, der Wintersport. Wolfgang Ambros singt jedes Jahr aufs Neue sein...

Für was ist Österreich im Ausland bekannt? Momentan wieder ganz aktuell, der Wintersport. Wolfgang Ambros singt jedes Jahr aufs Neue sein "Schifoan" und mit dem Singen sind wir auch schon beim zweiten Punkt angelangt: Kultur. Wie das jetzt am Beispiel der Museen konkret aussieht, dafür lohnt sich ein Besuch in der aktuellen Michelangelo Ausstellung in der Wiener Albertina.

 

Für den Eintritt sind entweder 9,50 Euro (Erwachsene), 8 Euro (Senioren) oder 7 Euro (Studierende) zu entrichten. Ist das teuer? Das kann sich nicht jeder leisten? Aber es sind doch nur etwa drei Bier oder zwei Schachteln Zigaretten, mögen einige sagen. "Das sollte nicht zuviel verlangt sein" wurde mir von einer Besucherin geantwortet. Es darf aber erwähnt werden, dass in der 2007 von Frau Ministerin Schmid gestarteten Museumspolitischen Initiative davon gesprochen wird, neue Gesellschaftsgruppen einzubeziehen, denn bisher gab es "zu wenig Beteiligte"; weiters wurde erkannt, dass Museen stärker ihrer Rolle als "zentrale kulturelle Bildungs-, Vermittlung- und Forschungseinrichtung gerecht" werden müssen. Die Tatsache, dass sich die Eintrittspreise seit 2003 nun sogar verteuert haben, unterstreicht die Ziele der Initiative jedenfalls nicht. 

Wer geht nun in die Albertina? Bei meinem Besuch sah ich Touristen, Senioren und Mitglider der, dieser englische Begriff trifft es wohl sehr gut, "upper class". Es kann jetzt angenommen werden, dass diese unter die in der Initiative angesprochene Gruppe der "zu wenig Beteiligte" einzuordnen sind. Sprich: jene, die es sich leisten können. Welche neuen Gesellschaftsgruppen möchte man nun aber ansprechen? Welche Gesellschaftsschichten sollen mit solchen Preisen zur Partizipation an den Bildungs-, Vermittlungs- und Forschungseinrichtungen gelockt werden? Um den Faktor der Finanzierung gleich vorweg anzusprechen: Für das British Museum ist es günstiger, unterm Strich bleibt mehr für das Museum übrig, dass keine Eintrittspreise mehr verlangt werden.


 

 

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8 Kommentare
Gast: Grummelbart2
03.01.2011 15:53
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Nur kurze Antwort (werd später ausführlicher drauf eingehen):

Wie definieren sie "Ziele der Initiative füllen"? Ich vermute, Sie möchten Kultur attraktiver machen? Nur, wie soll das gehen? Opern kürzen, um sie mainstreamtauglich zu machen? Kusntwerke "überarbeiten"? Wieviel bleibt dann noch von der eigentlichen Kunst übrig, wenn man versucht, die Kunst derart zurechtzustutzen, dass sie quasi der "kleinste gemeinsame Nenner" wird?

Im Übrigen: Die Finanzierung der britischen Museen ist mir nicht bekannt; ein Generalvergleich ist aber auch hier nicht geboten, da die Briten beispielsweise viele Unis in Privatbesitz haben, und massig Studiengebühren verlangen - die Verteilung der Leistungen ist also eine etwas andere. Kurz gesagt: Gratismuseen könnens auch bei uns werden, dafür eben die Studiengebühren der Briten - oder so. Sich aus jedem Land die Rosinen herauspicken und sagen "das geht dort aber auch!", ist nicht zielführend - kein Kuchen besteht nur aus Rosinen, und irgendwo muss man auch die Kapazitäten ansparen, um derartige "Rosinen" bereitzustellen.

Gast: 'MaximilianBrustbauer'
03.01.2011 13:02
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@Grummelbart2: laut Initiative sollen ja nicht bloß die Eintrittpreise die Menschen in die Museen locken; was steht da aber in der Initiative, mir erscheint es ein wenig hohl;
dass Kultur, wie Sie sagen, "fad" ist für jene Menschen, naja, dann sollte man vielleicht die Ziele der Initiative ein wenig füllen, damit es attraktiv wird ins Museum zu gehen;
die Altersgrenze übrigens mit 19 zu setzen, ist in meinen Augen schlecht bis falsch; warum nicht auch für Studierende? die wären ja dann eigentlich doch eine sehr interessante und interessierte Zielgruppe; hier spielt dann der Eintrittspreis sehr wohl eine Rolle;

Und was heißt hier alles muss gratis sein; und wie können Sie das mit der Erhaltung gleich setzen? Weshalb ist es für das British Museum rentabler keine Eintrittspreise für die Besichtigung ihrer Sammlungen zu verlangen? Bei funktioniert Wirtschaft anders?

Gast: Grummelbart2
03.01.2011 12:44
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Nette Illusion, dass es rein an den Eintrittspreisen liegt, wenn "bildungsferne Menschen" nicht in die Albertina, sondern lieber ins Cineplexx gehen.

Aber wie bereits die Vorposter treffend ausgeführt haben: Ein Familienausflug in die Albertina ist - trotz Preiserhöhungen - für eine Familie mit Kindern unter 19 tatsächlich billiger als zuvor - und billiger als viele andere Aktivitäten, die man als Familie unternehmen kann.

Traurige Wahrheit ist, dass nicht der Eintrittspreis die Leute abhält, sondern ganz einfach die Tatsache, dass Kultur "fad" ist - zumindest in den Augen eben jener "bildungsfernen" Schichten, die Sie ansprechen möchten.

Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen; wenn die Leute lieber ins Cineplexx gehen und dort ihr Geld ausgeben bzw. ihre Zeit verbringen, muss das genauso akzeptiert werden. Kulturelle Aktivitäten mit der Familie sind größtenteils bereits billiger als beispielsweise Kinobesuche oder Flugshows; aber dennoch laufen die "bildungsfernen Schichten" lieber dorthin, wo sie mehr zahlen.

Diese größere Anziehungskraft von - ich sag einmal - nicht gerade Hochkultur"events" kriegen sie auch nicht mit Gratiseintritten weg. Da müssten sie schon Freibier drauflegen, und die Frage ist dann, welchen Preis ist man bereits zu zahlen, Leute ins Museum zu locken, die es nicht interessiert.

Ich bin auch ein Anhänger der "Hochkultur", und trotzdem geh ich nicht so oft ins Museum - die Eintrittspreise sind mir egal, und Gratiseintritt würd nix daran ändern.

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Im Übrigen: Was soll diese Illusion, dass alles gratis sein muss? Auch die Erhaltung von Kulturschätzen kostet Geld, das irgendwie reinkommen muss - und da ist es mir als Steuerzahler immer noch lieber, die Leute, die sowas sehen wollen, zahlen einen Anteil daran, als gleich alle gleich (im Sinne des Verteilens von Steuergeldern) daran zu beteiligen.

Gast: 'Tholex'
31.12.2010 12:09
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Naja, eine Familie mit zwei Kindern im Teenageralter zahlt nun € 19 anstatt € 33 Eintritt.
Wie von Lala schon erwähnt, Preispolitik allein macht's auch nicht und es bedarf sicher noch mehrerer Schritte, aber freien Eintritt muss man jetzt auch nicht notgedrungen schlecht reden, da dadurch mehr Leute die Möglichkeit erhalten, sich Zutritt zu Kultur zu verschaffen.
Aber es stimmt, die dies interessiert gehen sowieso und die dies nicht interessiert gehen auch nicht nur weil es gratis ist. Es gehört definitiv früher angesetzt und Kultur wieder für eine breitere Menge interessant gemacht.

Gast: 'conzept'
31.12.2010 09:02
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für was soll so ein gratis-eintritt gut sein? sorry, WOFÜR soll er gut sein...

Gast: 'Tholex'
30.12.2010 18:04
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Meines Erachtens ist es wenig zielführend eine Initiative aus 2007 mit Zahlen aus 2003 zu bedienen (um nicht erst anzufangen: "in schilling war alles billiger").
Nehmen wir doch eher die für die Initiative relevanten Zahlen. Seit 2007 wurden die Preise nicht erhöht, sondern, ganz im Gegenteil, FREIER EINTRITT für unter 19-jährige In Albertina, Belvedere, MAK, KHM, etc. eingeführt!
Wohl kein so schlechtes Mittel um junge Menschen den Kultureinrichtungen näher zu bringen und so evtl mehr Beteiligte zu gewinnen, oder?

Gast: 'lala'
30.12.2010 17:32
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für schülerinnen und schüler bzw. jugendliche unter 19 sind die eintritte an sich ja gratis... zum beispiel. die preispolitik allein macht's nicht.

Gast: 'saddam'
29.12.2010 16:40
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Keine Eintrttspreise? Das kriegen Sie nie in Beamtenhirne!

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