Haben Journalisten zu wenig Respekt vor Politkern?
30.03.2011 16:23 | MaximilianBrustbauer
Politiker haben in ihrer Funktion die Aufgabe einen Staat zu führen und zu repräsentieren. In der Staatsform, wie wir sie kennen, vertreten...
Politiker haben in ihrer Funktion die Aufgabe einen Staat zu führen und zu repräsentieren. In der Staatsform, wie wir sie kennen, vertreten sie nicht sich selbst, sondern die Mehrheit der Bevölkerung. Dadurch nahmen sie seit jeher eine äußerst exponierte Stellung ein und hierin liegt auch die Crux der Thematik.
Schlage ich das Wort "exponiert" in einem Wörterbuch nach, so finde ich eine Beschreibung, die zeigt, dass es sich um eine herausgehobene Position handelt, die deshalb äußeren Einflüssen sowie Kritik, Angriffen und Vorwürfen besonders stark ausgesetzt. ist. Mit anderen Worten, Politiker bieten eine breite Angriffsfläche. Denn obwohl sie durch die Mehrheit der Bevölkerung zu Handlungen legitimiert sind, scheint es oftmals so, dass eben diese Mehrheit mit der jeweiligen Entscheidung der Politik nicht übereinstimmt. In diesem Zusammenhang kommt Journalisten die Aufgabe zuteil, die größeren Zusammenhänge zu erkennen und selbige zu transportieren. Daher darf die eingangs aufgestellte Frage überhaupt nicht existieren, sondern vielmehr muss der Satz ausgerufen werden, dass Journalisten ein geringes, jedoch gesundes Maß an Respekt vor Politikern haben müssen. Sie tragen Sorge, der Bevölkerung die Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit aufzuzeigen und glaubhaft können sie dem nur gerecht werden, wenn sie den Verdacht von Parteiergreifung vermeiden. Politkern wird oft Nepotismus vorgeworfen, einem Journalisten darf dies niemals passieren, will er nicht seine Integrität verlieren.
Mehrheit ist nicht gleich Mehrheit
Wenn ich Ihre Kolummne lese komme ich bezüglich der "Mehrheit der Bevölkerung", lt. welcher die derzeitige Regierung ihre Legitimation verleiht, ins Grübeln.Ja - lt. den ausgezählten, gültigen Stimmen der letzten Nationalratswahl verfügt diese Regierung bzw. die hinter ihr stehende Parteien über die Legitimation der "Mehrheit der Bevölkerung".
Nein - rechnet man den hohen Anteil an Nichtwählern mit hinein, verfügt diese Regierung NICHT über den Rückhalt der "Mehrheit der Bevölkerung".
Und noch ein Ansatz: wenn für die Lösung A 40 % stimmen, für die Lösungen B und C jedoch je 30 % - wer hat dann die Mehrheit? Die 40 %, welche sich (glücklicherweise für diese) eher einig waren, als die 60 %sich (welche unglücklicherweise) nicht auf eine einzige Alterntive einigen konnten?
Journalisten und Journalistinnen haben vor Politikern den selben Respekt zu haben wie vor jedem anderen Menschen auch. Nicht mehr und nicht weniger. Denn auch Politiker sind nur Menschen!
Haben Politiker wirklich einen Staat zu "führen"? "Führer" hatten wir doch wohl genug (zum Beispiel den einen, der nicht einmal einen Führerschein hatte).
In einer Demokratie sind Politiker "primi inter pares", man schuldet ihnen daher den Respekt, den man einander schuldet - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das gilt für Journalisten wie für andere Bürger.
In Österreich ist die Situation in der Politik ein wenig seltsam. Zum einen bemühren sich in der Politik alle um die spezielle Form der sozialen Interaktion, für die man ein wenig anatomische Kenntnisse und sehr viel Vaseline benötigt, zum anderen beschweren sie sich darüber, dass sie ständig nur Ä....e sehen.
