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Die richtige Frage an die Muppet Show der Republik und warum kein/e Junge/r den Revoluzzer-Job möchte

27.06.2011 15:08 |  Maximilian Brustbauer

Hannes Androsch tourt dieser Tage von Pressekonferenz zu Pressekonferenz und mokiert sich über das krachende Bildungssystem. Er will es verbessern und das ist auch notwendig. Sein schwarzes Pendant ist Veit Sorger, der ebenfalls zur Riege der Alten Herren seiner Partei zu zählen ist. Sein Windmühlenkampf ist jener für eine echte Staatsreform. Auch das, notwendig und seit Jahren überfällig. Neben den Genannten gibt es noch weitere - etwa Gerd Bacher, der seinerseits mit scharfen Worten an die Politik und an seinen Nachnachfolger appelliert.
Die Aufmerksamkeit, die dieser "hochkarätig besetzten Loge der Muppet Show" zukommt, ist heute enorm groß, mancher möchte sagen - sie sei faszinierend. Dies erscheint doch aber nicht schwierig zu erreichen zu sein. Sie alle verfügen über ein großes Netzwerk, haben die finanziellen Voraussetzungen. Und noch etwas eint sie, die "logische Frage": Was hat diese zornigen Senioren abgehalten, das System zeitgerecht zu ändern?
Aber, diese Frage ist doch naiv - und zwar aus mehreren Gründen:
In der Politik geht es um Zuständigkeiten, wer hat welchen Aufgabenbereich, was ist in der jeweiligen Funktion möglich. Hannes Androsch als Finanzminister hätte nie eine Bildungsreform anzetteln, geschweige denn durchboxen können. Selbst wenn er Minister für diesen Zuständigkeitsbereich gewesen wäre, wäre dann auch damals eine Alt Herren Riege hinter ihm gestanden und hätte gegebenenfalls am Gängelband gezogen. Logisch ist daher nicht die oben genannte Frage zu stellen, sondern logisch ist vielmehr einzusehen, dass das Verhalten dieser Herren nur folgerichtig ist. Denn ein weiterer Aspekt eint sie und dies ist gleichzeitig für diese Gruppe charakteristisch: sie sind alte Herren, vielleicht schon Senioren. Sie müssen nicht mehr ihre Schritte bedacht setzen, parteipolitisch überlegen oder karrieretechnisch denken. Ja, hart gesprochen, sie haben vielleicht nichts mehr zu verlieren, wenn sie sich mit ihren Forderungen so weit aus dem Fenster lehnen. Das würde man als junger Mensch zu hören bekommen: „Du lehnst dich damit aber ganz schön weit aus dem Fenster.“ Eventuell noch mit der Ergänzung: „Pass auf, dass du nicht rausfällst.“
Womit wir bei der Frage angekommen sind, warum sich die Jungen nicht nach dem Revoluzzer-Job sehnen. Kein/e Einsteiger/in in eine Partei (und dieser Schritt ist notwendig, um die Probleme lösen zu können) hat die Plattform, die diese Alten Herren haben und auch nicht das Standing diese Fragen ernsthaft stellen zu können. Wer würde oder wohl eher wer könnte das dann hören, wenn doch die Alten Herren den Ton angeben. Die Frage, die man nun tatsächlich logisch stellen muss, lautet: Warum machen diese Senioren es den Jungen genau so schwer, wie es ihnen gemacht wurde? Besser wäre es mit der Erfahrung junge Menschen zu unterstützen und selbst machen zu lassen. Denn es stimmt, sie haben nichts mehr zu verlieren, wir Jungen hingegen schon!

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1 Kommentare
Gast: Dieser Gastname kann nicht verwendet werden
09.08.2011 06:23
0 0

Alt Herren Riege (sic)

also eine Altherrenriege - viel flüssiger zu lesen.

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