Ein Goldverbot wird es nicht geben

31.07.2013 10:25 |  von Nikolaus Jilch

Ein freier Goldmarkt ist gut für den Euro - auch wenn die Rolle der Goldreserven oft massiv missverstanden wird.

Die Angst vor einem staatlichen Goldverbot gehört zu den großen Neurosen der Goldcommunity. Das macht auf den ersten Blick auch viel Sinn. Immer wenn es in der Geschichte brenzlig wurde, griff der Staat nach den Goldreserven seiner Bürger. Besonders auffällig waren die brutalen Goldverbote der Nationalsozialisten, der Kommunisten und anderer diktatorischer Totaler-Staat-Regime. Aber auch in demokratischen Staaten wurden Menschen durch Goldverbote in ihrer Freiheit beschnitten. In den USA zum Beispiel. 

Aber ich glaube trotzdem, dass wir uns vor einem Goldverbot nicht fürchten müssen. Woher aber dieser Optimismus? Immerhin ist die Situation der Staaten derzeit wieder brenzlig, oder?

Ich habe in diesem Blog schon mehrmals erwähnt, dass ich vor allem die ideologische Verbohrtheit sowohl des Pro- als auch des Anti-Gold-Lagers als Problem sehe. Viele sehen vor lauter festgefahrener Meinung die Realität nicht mehr. Und weil im Zentrum dieser geldpolitischen Realität die Zentralbanken stehen - und diese sich beim Gold immer gerne betont kryptisch geben - wird es umso schwieriger, sich auf eine Version zu einigen. Es war auch für mich schwierig, mich vom Pro-Gold-Lager weit genug zu emanzipieren um zu sehen, was die ganze Zeit direkt vor meinen Augen war.

 

Der Euro und Gold sind gute Freunde

Wer die Welt als Kampf zwischen Papier und Gold versteht, wird dieses Statement für verrückt halten. Ich hatte auch eine Phase, in der ich voll Verachtung auf die Geldscheine geschaut habe, die aus dem Bankomaten kamen. Aber das ist vorbei. Ja, ich halte die Institution einer Zentralbank immer noch für eine relativ plumpe Erfindung, die den Ansprüchen, denen sie vorgibt gerecht zu werden, natürlich niemals gerecht werden kann. Aber das ist eine andere Geschichte. Gott weiß, ob wir noch mal ein anderes System sehen werden. In the long run we're all dead, right? Also konzentrieren wir uns auf das Hier und Jetzt.

Wir leben in Europa heute im Eurosystem - dem wahrscheinlich modernsten Geldsystem derzeit, das zu seinen Vorgängern einige entscheidende Unterschiede aufweist. Da wäre zuerst die klare Trennung zwischen Notenbank und Nationalstaat - die in dieser Form zwar keine vollkommene Unabhängigkeit garantiert; aber schon mehr als beispielsweise bei der Federal Reserve oder gar der PBoC. Auch die Trennung zwischen Gold und Geld ist bei der EZB weiter vorangeschritten als irgendwo anders.

Dieser letzte Satz klingt jetzt counterintuitiv, ich weiß. Aber bleiben Sie dabei! Tatsächlich ist der Goldstandard in Form der Goldbindung des Dollars nur "vorübergehend" aufgehoben. Die Fed bewertet Gold bis heute mit 42,22 Dollar pro Unze. Fix.

Im Eurosystem ist das anders. Da werden die Goldreserven alle drei Monate nach Marktwert bewertet. Die Bedeutung des Goldes in der Reserven-Zusammensetzung des Eurosystems ist deswegen durch den Anstieg des Preises stetig gestiegen und liegt jetzt bei mehr als 60 Prozent - dem gegenüber steht die fallende Bedeutung der "Papierreserven" (die hauptsächlich aus Dollars bestehen.)

 

Die Schweiz, das halbe Euromitglied

Das Eurossystem verfügt über 41 Prozent alle Zentralbank-Goldreserven der Welt. Aber warum? Gemeinsam mit der Schweiz, die dank der Frankenuntergrenze bereits zu 50 Prozent dem Euro beigetreten ist, hätte man sogar 45 Prozent. Und die Schweizerische Nationalbank hat gerade ihre erste Auslandsfiliale überhaupt eröffnet - in Singapur. Begründung: Bisher musste die Franken-Untergrenze (1,20) in Nachtschichten verteidigt werden. Jetzt übernimmt das ein Team in Asien während wir in Europa noch friedlich schlummern. Sieht so eine provisorische Einrichtung aus? Fehlt nur noch die Euro-Obergrenze und dann dürfen wir die Schweiz schon zum Euroraum zählen. 

(UPDATE: User "Monte Rosa" hat recht, die Schweiz schon zum Euro zu holen ist übertrieben. Ich glaube aber schon, dass die Schweiz den Euro solange bedingungslos unterstützen wird, solange sie irgendwie kann.)

Zurück zum Eurosystem. Die rund 10.000 Tonnen Gold ergeben rund eine Unze pro Eurozonen-Bürger. Ein Zufall? Und wo steht dieses Gold in der "Bilanz der EZB" (Consolidated Financial Statement of the Eurosystem)? Genau: auf Platz eins der Aktiva-Seite.

Weiter im Text...

Wie lautet der erste Satz der "Central Bank Gold Agreements", die vor Euroeinführung von den Euro-Zentralbanken UND der Schweizerischen Nationalbank unterzeichnet wurden - und durch die Drosselung und spätere Einstellung der Goldverkäufe den Bullenmarkt im Goldpreis eingeläutet haben?

Da steht: "1. Gold remains an important Element of international Reserves"

Noch ein Zufall?

 

Gold ist der "Stoßdämpfer"

Eher nicht, wie wir dem Buch "Mein Geld" von Rudolf Trink entnehmen können. Trink ist nicht irgendwer, sondern seit mehr als 10 Jahren Direktor der "Hauptabteilung Treasury" der Österreichischen Nationalbank und damit zuständig für die Devisen- und Goldreserven zuständig.

Trink schreibt in seinem (im Echo-Verlag erschienenen Buch): "Während Gold ursprünglich für die Geldpolitik von entscheidender Bedeutung war, weil es eine monetäre Rolle hatte, hat es heute Bedeutung als internationale Reserve."

Ok, das wussten wir schon.

Weiter im Text: "Dabei kommt es für die Notenbanken auf die richtige Mischung der verschiedenen Reservewährungen wie US-Dollar, Pfund, Euro etc. und auch des Goldes an. (…) Gold dient nämlich den Notenbanken unter anderem zum Ausgleich von Schwankungen des Dollar-Wechselkurses gegenüber dem Euro und wirkt dadurch wie ein Stoßdämpfer. Wenn der Dollar im Wert gegenüber dem Euro fällt, dann steigt meistens das Gold im Wert gegenüber dem Dollar und umgekehrt."

Interessant, ja? Das "barbarische Relikt" hat also doch noch eine Funktion - mehrere gar? Wow. Wer hätte das gedacht.

 

Unser Gold gaben wir für Philharmoniker

Trink schreibt auch über die berühmt-berüchtigten Goldverkäufe der Nationalbank rund um die Euroeinführung. Nicht vergessen: diese wurden durch den Anstieg des Preises seitdem qualitativ wett gemacht - und zwar mehrmals. Aber quantitativ nicht, die Tonnenanzahl blieb seit Ende der Verkäufe gleich: sie liegt bei 280 Tonnen.

Trink: "Mit der Reduktion ihrer Goldbestände hat die OeNB schon vor der Einführung des Euro begonnen. Die ursprünglich sehr strenge Bewirtschaftung der Devisen- und Goldbestände nach dem Zweiten Weltkrieg hatte nämlich unter anderem Privaten den Ankauf von Gold in größeren Mengen untersagt. Die Grundidee dahinter war, Gold und die knapp verfügbaren Devisen für nur ganz wichtige Zwecke im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung des Staates zur Verfügung zu stellen. Anlagewünsche von Privaten gehörte nicht dazu. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung konnte man sich später eine schrittweise Freigabe (=Liberalisierung) der vorher eingeschränkten Geschäfte leisten. Damit konnte auch jeder Österreicher frei nach seinen Wünschen Gold erwerben. Diese zusätzliche Nachfrage nach Goldanlagen hätte eine erhöhte Goldeinfuhr aus dem Ausland erfordert. Genau in dieser Zeit hatte aber Österreich ein erhebliches Leistungsbilanzdefizit, das sich durch die zusätzlichen Goldimporte weiter verschlechtert hätte."

Und weiter: "Also wurde das nachgefragte Gold von der OeNB, die ohnedies ihren im Vergleich mit anderen Notenbanken sehr hohen Goldbestand reduzieren wollte, den österreichischen und internationalen Anlegern im Wege der Münze Österreich zur Verfügung gestellt, die mit sehr großem Erfolg ihre neuen Philharmoniker-Goldmünzen verkaufte." 

 

Nie war der Goldmarkt freier

Und auch dieser Erfolg kam nicht ganz von alleine. Nicht nur haben die Nationalbanken den Goldmarkt stabilisiert indem sie die Verkäufe einschränkten - und Gold für Anlagemünzen zur Verfügung stellten (soweit sie konnten). In der EU wurde zudem jede Form von Mehrwertsteuer auf Gold abgeschafft.

Und zwar mit der "Richtlinie 98/80/EG" mit dem Titel "Sonderregelung für Gold".

Da steht: "Um die Verwendung von Gold als Finanzinstrument zu fördern, sieht diese Richtlinie eine Steuerbefreiung für Anlagegold vor. Zuvor galt auch für Anlagegold die normale Steuerregelung. (…) Die neue Richtlinie beseitigt diese Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Mitgliedstaaten und stärkt gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des Goldmarkts der Gemeinschaft."

In Österreich war damals der Markt schon weitgehend liberalisiert. Heute haben wir wohl weltweit den offensten Goldmarkt aller Zeiten. Sogar die Kommunisten in China fordern ihre Bevölkerung aktiv dazu auf, Gold zu kaufen! Warum tun sie das? Weil sie es nachher wieder wegnehmen wollen?

 

Reserven brauchen einen Markt

Kommen wir zur entscheidenden Frage: Selbst wenn es so was wie ein globales Goldverbot gäbe - welchen Wert hätte das Metall in Abwesenheit eines Papiergeldsystems auf Goldbasis? Wozu brauchen die Zentralbanken in so einem System Gold? Als Reserven! Ganz banale Reserven. Und Gold ist die Reserve auf die sich der Markt schon lange vor Auftauchen unserer lieben Zentralbanker geeinigt hat. Aber diese Reserven machen nur einen Sinn, solange es einen Markt zwischen Gold und Papier gibt, der auch durch private Aktivität "bestätigt" wird.

Folgen Sie? Es hat keinen Sinn, das Gold der Menschen zu sammeln, solange das staatliche Papiergeldsyste ohne Goldbindung besteht und funktioniert. Und es funktioniert je besser, desto freier und verbreiteter der private Goldhandel ist.

Ultimativ könnte die EZB oder etwa die SNB sagen: "Uns passt dieser Goldpreis nicht. Wir glauben, der Wert des Metalls wird nicht mehr korrekt reflektiert, wir bieten deshalb XXXX Franken/Euro pro Unze mit dem Plan, zwei Tonnen am Markt zu kaufen."

Oder der von Trink beschriebene Gold-Stoßdämpfer kommt zum Einsatz, weil der Dollar crasht.

 

Unwahrscheinliche Szenarien? Vielleicht. Aber meiner Meinung nach wahrscheinlicher als ein Goldverbot. Dagegen gibt es auch noch viele andere, simplere Argumente. Aber auch vor dem Hintergrund der "furchtbaren Buchverluste" der Zentralbanken durch den "Goldpreiszerfall" ist es mir ein Anliegen, ein bisschen zur Lichtung des verwirrenden Goldreserven-Waldes beizutragen.

68 Kommentare
 
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geläutert ?

Ich habe den Eindruck ,
der Beitrag versucht ,
alle brisanten Klippen zu umschiffen

Re: geläutert ?

Welche Klippen? Der Beitrag gibt nur einen Ausschnitt der Argumente wieder, aber wenn Sie konkreter werden, dann werde ich es auch versuchen!

Re: Re: geläutert ?

Der Wert bei Gold
ist der physische Wert und seine Verfügbarkeit .
Ein Versprechen auf Gold ist
das Gegenteil von Gold .
Staatsgold muss vom Staatsbbürger einsehbar sein und glaubwürdig und jederzeit überprüfbar sein .
Behauptungen haben keinen Wert (speziell bei Gold) .
Österreich ,Deutschland haben in .... ,
die USA haben angeblich ,.... aber niemand darf es und die Beauftragten wollen es nicht überprüfen .
Gut ,mag sein ,der Leser hält die Behauptungrn der FED oder der ÖNB für glaubwürdig ,aber vielleicht hat (nur als Beispiel) China mit seinen $ Reserven bereits das Gold der Welt gekauft
oder das Gold ist in privater Hand ....
Gold kann bedeutungslos geredet werden ,zum passenden Zeitpunkt kann Gold enorme politische Bedeutung haben .

Die Transparenz bei Gold geht gegen Null ,
und ,das unterstelle ich der "fiat money clique" , ist Absicht .
Intransparenz diskreditiert Gold .

Wer oder was hat Österreich veranlasst ,
seine Goldreserven bei Niedrigstpreis von 800 t auf 250 t zu verkaufen ?
Glaube kaum ,die 500 t wurden für die Münzprägung verwendet .

Wenn ,wie im Beitrag geschrieben ,
die reduzierten Bestände heute den Wert der einst hohen Bestände haben ,
ist das nur mit Sarkasmus zu lesen .


Re: Re: Re: geläutert ?

Lesen Sie noch mal meinen Beitrag zur Frage, ob wir die Goldreserven ins Meer werfen sollen! :)

Ich glaube nicht, dass Bewertungs-Zugewinne beim Gold, die die Verkäufe wettmachen, mit Sarkasmus zu betrachten sind. Es zeigt für mich eher, dass die Notenbanken Gold als eine nicht zu missachtende Realität betrachten.

Die "Fiat-Money"-Clique braucht Gold! Die Goldreserven der Notenbanken sind eine Art Hommage an Mises' Regressionstheorem :)

Ich sehe es so: ja, Gold wurde eine Zeit lang diskreditiert - und ja, das war Absicht. Und ja, es ging darum, das System zu schützen! Man muss das System nicht mögen um zu sehen, dass ein Zusammenbruch katastrophale Folgen hätte - ein Zussamenbruch ohne Plan B that is.

Die Welt würde ja weiter Handel treiben, aber wenn man plötzlich pures Gold für Öl bräuchte, Chaos würde die Welt regieren.

Wenn der Hass der Fiat-Clique auf Gold so groß ist, warum haben Sie es dann noch nicht "zerstört"? Sie könnten ja das ZB-Gold weiter auf den Markt werfen. Sie könnten leichtgläubigen Schreiberlingen wahrscheinlich sogar einreden, die Alchemie hätte gewaltige Fortschritte gemacht :)

Re: Re: Re: Re: geläutert ?

"warum haben Sie es dann noch nicht "zerstört"?"

Ich billige der "Fiat-Money"-Clique
einige Macht zu ,
aber Gold ist sogar gegen Königswasser resistent . Da muss man sich arrangieren .


Re: Re: Re: Re: geläutert ?

zum letzten absatz, betreffend "alchemie":

man hat tatsächlich versucht, den leuten einzureden, die usa würden einen asteroiden "einfangen" und auf diesem wäre unglaublich viel gold, so dass es wertlos wird.

ich habe völlig ernst gemeinte postings zu diesem "vorhaben" bspw. im handelsblatt gelesen.

man kann den leuten zu einem gewissen teil alles einreden! :)

andererseits aber gilt der berühmte spruch: "Man kann alle Leute einige Zeit und einige Leute alle Zeit, aber nicht alle Leute alle Zeit zum Narren halten." - Abraham Lincoln

ich glaub, das trifft's zur zeit, beim thema gold.

Re: Re: Re: Re: Re: geläutert ?

Ja Space Mining oder so ähnlich, da gabs mal Profitrolls die nur darüber geschrieben haben, ich erinnere mich...

Re: Re: Re: Re: Re: Re: geläutert ?

ein aehnlicher alptraum ist die transmutation von gold aus quecksilber oder blei ... alchemie ist real dank neutronenbeschuss, nur noch nicht wirtschaftlich.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: geläutert ?


Mein Gott - transmutation - klingt mir nach Horrorfilm , die Fliege mit Jeff Goldblum.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: geläutert ?

GOLDblum ... Zufall ...oder ????
;o)

OK, der physikalische Fachausdruck ist 'Nukleare Transmutation'. Dass Gold auf diese Art allen Wert verliert und die Gesellschaft voellig umkrempelt kommt auch in Science Fiction vor, etwa in 'Gold' mit Hans Albers (1934, sehenswert). Wertloses Gold auch in Twilight Zone ('Rip Van Winkle Caper' 1961).

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: geläutert ?

Ich lese Ihre Kommentare immer sehr gerne.
Man sollte nicht immer alles so ernst nehmen.
Jeder soll mit seinem Geld machen , was er will.
Belehrungen und Beschimpfungen bringen null - keiner von uns weiß , was kommt.

Ob wir das Präventiv mitbekommen????

Die wirkliche Möglichkeit ist die des Dollar Crash. Ich weiß, da spekulieren schon etliche von, und so wirklich "bewegt sich derzeit kaum was bei G&S etc". Aber ich wette, dass sich hier Indizien ableiten lassen, dass 24h vor dem Dollarcrash G&S und andere Banken massive Änderungen ihrer Geschäftsprozesse erwarten lassen... Mal sehen. Und dann ... dann wird der Goldbarren massiv steigen!

Re: Ob wir das Präventiv mitbekommen????

Es kann auch anders kommen: dass zuerst der Goldmarkt einfriert (weil einerseits das Papiergold Interessenten verliert, andererseits zum gegenwärtigen Preis nicht genügend Gold aus den Tresoren gelockt werden kann, um die Nachfrage der ganz Großen zu befriedigen).
In diesem Fall würde zuerst eine Neubewertung stattfinden (durch die BIS? weil sie den Goldhandel unter den Staaten administriert) und anschließend der Dollar in die Hyperinflation getrieben werden.

Dieses Einfrieren des physischen Goldmarkts aber wird keine Vorzeichen voraussschicken. Allenfalls ließe sich von zwei, drei Parametern die VERMUTUNG ableiten, dass es inzwischen eng geworden ist in London …

Eine extreme Form des Goldverbots gab es erst unlaengst:

Ghaddafi (in Phase 2) war Liebkind der USA bis er anfing, an einem Goldstandard fuer die afrikanisch/arabisch/muslimisch kontrollierten Erdoelindustrie zu arbeiten (siehe Gold und Silberdirhams, Finanzsharia). Der Westen haette also mit Gold statt $$$ zahlen muessen, eine Situation die den Eigentuemern des Dollardruckgeschaeftes nicht akzeptabel war und Ghaddafi musste gehen. Siehe auch Iran/Irak und Bestrebungen, Erdoel in Euros zu handeln.

Nie war der Goldmarkt freier

Offenbar wird der Zugang des "kleinen Kunden" zum Gold erschwert.

Meine Bank handelt seit einiger Zeit nur mehr mit sehr wenigen Goldmünz-Typen - und das auch nur in "ausgewählten" Filialen. Laut Mitarbeiter soll dieser Geschäftszweig mit der Zeit völlig eingestellt werden.

Naja - bei Goldan- und verkauf verdient die Bank eben "nur" zweimal (Bei den An- und Verkaufsgebühren) - ohne jährliche Gebühren etc.

Re: Nie war der Goldmarkt freier

Ich glaube nicht, dass hinter diesem Verhalten mancher Banken System steckt. Vielmehr ist die Vermutung zutreffender, dass dieses Geschäft für die Banken zu zeitaufwendig und zu wenig lukrativ ist.
Bei den derzeit so massiv schwankenden Goldpreisen ist es für Händler riskant, Vorräte zu lagern, die teurer eingekauft wurden als sie verkauft werden können. Die Händler müssen vielmehr Bestellungen auflaufen lassen, dann mit Zwischenhändlern Preise vereinbaren, diese Preise an den Kunden weitergeben und den Kaufvorgang verbindlich machen - und können erst dann bestellen.
Das lohnt sich für Firmen, die nur mit Anlagemünzen handeln – für Banken, die nur gelegentlich auch Anlagemünzen verkaufen, lohnt sich dieses Geschäft meistens nicht.
Das würde sich ändern, wenn es zu einer Neubewertung käme, bei der die Unze Gold fünf- und sechsstellige Werte erreichen könnte (Konjunktiv, lieber A.D.). In diesem Fall könnte sich das Geschäftsfeld von Banken an dieser Stelle ändern: eventull auch zum Schaden zumindest kleinerer Münzhändler vor Ort.

goldverbot?

nachdem nun doch die anzeichen sich verdichten, dass die finanzkrise mit aller wucht zurückkehren wird, die währungen weltweit devaluiert werden (und damit einhergehend der vertrauensverlust immer größer wird), steht für mich eines außer zweifel: man muss/soll GOLD besitzen.

dazu nun folgende frage an's forum: wie sicher ist gold in einem bankschließfach, konkret in einem privaten fach in einem SAFE einer bank?

wäre es unter umständen jetzt angebracht, das gold privat zu lagern?

das wort "verstecken" will mir nicht in den mund, weil ich an und für sich nicht zu paranoia neige, aber es wohl das, was ich meine..

zu viele vorgänge in dieser welt werden mir mittlerweile recht unheimlich..

Re: goldverbot?

Man muss wissen, dass die Existenz jeden Bankschließfaches dem deutschen Fiskus gemeldet wird.
Wer ist also paranoid? Der Bürger der keine Lust darauf hat, oder der Staat, der in jedem Bürger einen Terroristen und Steuerhinterzieher sieht?

Ich habe persönlich alle 3 Lösungen: lokales Bankschließfach (u.a. aber für Festplatten), privaten Safe, als auch andere "Unterbringungen".
Das Bankschließfach gibt einfach ein gutes Gefühl für die historische Goldmünzensammlung, wenn man in den Urlaub fährt, ansonsten würde ich es nicht benutzen, weil:
1.) Es wurden auch schon komplette Bankschließfacheinrichtungen von Räubern ausgeräumt.
2.) Private Lager würde ich niemals nehmen, a.) Risiko des Anbieters.
b.) In England wurden letztes Jahr 7000(?) Schließfächer vom Staat einer privaten Lagerfirma leergeräumt, die Besitzer mußten im Umkehrschluss beweisen, was Ihnen davon gehörte.
Man kann also sagen, auch hier sollte an mögliche Diversifizierung und Gegenparteirisiko gedacht werden und natürlich kommt es auf die persönlichen Lebensumstände drauf an.
Wenn man nur auf den Preis spekulieren will und in EUdSSR&Fiskus vertraut (<=ein Vollidiot ist), kann man auch ruhig Papiergold nehmen.
Gruß, AD

privatverstecke finden ist doch der halbe spass

am goldbesitz. fremdverfahrung kommt aus den von dir erwaehnten gruenden nicht in frage.

Re: privatverstecke finden ist doch der halbe spass

fremdbewahrung ...

Re: Re: goldverbot?

danke für die ausführliche antwort, advocatus :)

papiergold nehme ich natürlich nicht, beruhigend zu wissen also, dass man kein vollidiot ist :)

Gold in einer Bank

schreckstein,
wie sicher ist Gold in einem Bankschließfach?
Das hängt von dem Vertrag ab, den Du schließen kannst! Enthält er einen Passus, der den Wert Deines Goldes benennt? Und ist dieser Wert versichert? Wenn nicht, gibt es Risiken. Insbesondere, wenn der Goldpreis plötzlich stark ansteigt (FOFOAs Freegold-Szenario, das eine MÖGLICHKEIT kommender Ereignisse formuliert). »Oh, das tut uns leid, da muss sich wohl ein Mitarbeiter vergriffen haben. Wir haben ihm gekündigt, wir haben in angeziegt, er wurde schon verurteilt und sitzt.« Ob Sie dadurch Ihr Gold zurückerhalten, bleibt offen.
Ohne Werbung zu machen: aber Logistikunternehmen à la ViaMat sind hier sicher die bessere Wahl.
Wenn allerdings Freegold Wirklichkeit werden sollte, werden die Banken sehr schnell diese Dienstleistung ausbauen: *vesicherte* Einlagerung in ihren (sowieso vorhandenen) Tresoren. Denn dann wird kaum jemand mehr seine 10 oder 20 Unzen zu Hause lagern wollen. Zu wertvoll!

Re: Gold in einer Bank

übrigens, das freegold- szenario:

ein_anderer, bist du immer noch so überzeugt davon? ich verfolge dieses blog schon seit einiger zeit.

ich persönlich akkumuliere gold seit 2008, habe vorher kein interesse für dieses thema gehabt, seit 2008 ist das gänzlich anders.

mir war plötzlich klar, dass währungen devaluiert werden müssen, weil es anders gar nicht mehr geht, habe aber nicht gewusst, in welch extremen ausmaß der goldmarkt manipuliert wird. da hat's einige aha- effekte gegeben :)

ich bin mittlerweile völlig davon überzeugt (von gold), allerdings denke ich mir, dass der staat zu äußerst restriktiven maßnahmen greifen wird, vor denen man sich schützen sollte.

Re: Re: Gold in einer Bank

Ja, immer noch überzeugt. Das Dollar-geleitete Weltwährungssystem hat keine Chance, zu überleben. Alle auf Dollar aufgebaute Vermögen werden in Rauch aufgehen.

Gold aber muss weiter fließen. Große in dieser Welt verlangen danach. (Viele Kleine auch, aber deren Gewicht ist unbedeutend.)

Und also muss, wenn der Goldmarkt unter heutigen (Papier)goldpreisen ausgedörrt sein wird, Gold aus seinen Tresoren herausgelockt werden – durch Neubewertung.

Das einzige, was unsereins hier nur berücksichtigen muss: Wir können an nichts sicher erkennen, wann der Markt zum Stillstand kommt. Es wird keine Vorwarnung geben.

Dass die physischen Bestände des größten Goldfonds drastisch schrumpfen seit Dezember 2012, ist lediglich ein Indiz, dass es eng geworden sein KÖNNTE. Ebenso die negativen GOFO-Raten.

Was hinter den Kulissen aber wirklich passiert, wissen wir nicht. Wo Hunderte und Tausende von Tonnen bewegt werden (auf dem Papier natürlich vorwiegend, von Buch zu Buch), haben andere das Sagen als Öffentlichkeit, Presse und Fernsehen.

Re: Re: Re: Gold in einer Bank

ich sehe das auch so!

aber warten wir ab, was der advocatus einbringt :)

er hat ja ein tiefes wissen über die zusammenhänge, aber ich vermute, er sieht das zu sehr aus einem rein finanztechnischen blickwinkel, geht von der prämisse aus, dass das system weiter funktionieren wird.

ich glaube das nicht. ich vermute, dass wir tatsächlich vor einem finanzcrash ungeahnten ausmaßes stehen, der alles verändern wird. auch in gesellschaftlicher hinsicht.

und was mir heute beim biken (ja, auch bei der hitze :)) so durch den kopf gegangen ist: wenn die ZB's in europa soviel gold haben, wie jilch schreibt, dann wäre es doch in deren ureigenstem interesse, den goldpreis steigen zu lassen, und zwar massiv. oder ihne eben gleich neu zu bewerten, wie es auch jilch in einem posting angedeutet hat. sie können das ganz einfach bewerkstelligen, sie brauchen nur mit geld "out of thin air" gold zu wesenlich höheren preisen kaufen, mit dem effekt, dass das zb- gold an wert gewinnt.

oder?

Re: Gold in einer Bank

ein_anderer, danke für deine antwort.

ja, mein schließfach ist versichert. das ist aber nicht was ich befürchte oder gemeint habe (diebstahl z. bsp).

ich befürchte eher ein szenario, in dem man nicht mehr an den inhalt herankommt, oder beispielsweise nur in gegenwart eines finanzbeamten.

wenn man ein paar tage nicht in die bank kann, im extremfall eines bankencrashes bspw., wäre mir das egal.

ich sehe eher die gefahr, dass der staat zugriff auf den inhalt der schließfächer haben will. hat es ja alles schon gegeben.

 
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Der Autor

  • Nikolaus Jilch
    ist seit 2011 Economist-Redakteur der "Presse"; berichtet über Geld, Gold, Zentralbanken und von den Fronten des internationalen Währungskrieges.



Hinweis

  • Der Inhalt von Blogbeiträgen spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung der "Presse".

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