23.05.2012 23:32 | Meine Presse Merkliste 0

Jetzt kommt Bewegung rein - China rührt sich.

05.12.2011 17:17 |  von Johannes Wahlmüller

Erst letzten Freitag hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Videobotschaft die Erwartungen an die Klimakonferenz stark gedämpft und gemeint, dass bei der wirklich wichtigen Frage – dem Kyoto-Protokoll – keine Bewegung in Sicht ist. Das war ein Rückschlag für alle, die die Hoffnungen in die EU setzten, dem einzigen gültigen Klimavertrag eine Zukunft zu geben. Jetzt scheint sich aber etwas zu bewegen: China hat sich offenbar erstmals bereit erklärt ein verbindliches Klimaabkommen zu unterzeichnen, nennt dafür aber Bedingungen: Die Industriestaaten sollen dafür eine zweite Verpflichtungsperiode im Kyoto-Protokoll eingehen, Klimafinanzierung für Entwicklungsländer soll fließen, die Cancun-Beschlüsse sollen umgesetzt werden und es soll 2015 ein Review geben, um zu überprüfen, ob die Anstrengungen auch ausreichen. China zeigt sich somit solidarisch mit den Armen der Welt, die wohl am meisten davon profitieren würden, wenn Gelder zu ihrer Unterstützung locker gemacht würden. Fast alle diese Bedingungen wurden auch schon einmal beschlossen - nur noch nicht umgesetzt. Jetzt liegt es als auch an der EU den nächsten Schritt zu machen.

Unklar ist noch wie die Industriestaaten antworten werden, die bisher die größten Bremser waren: Werden sie eine neue Ausrede fürs Nicht-Handeln finden oder in den Detailverhandlungen auf ein Scheitern hinarbeiten? Insidern zufolge agieren die Bremserstaaten, allen voran die USA, zunehmend nervös und versuchen angeblich hinter den Kulissen die EU und andere Staaten davon abzubringen voranzupreschen. Schließlich wollen auch sie nicht als Blockierer wahrgenommen werden und befürchten einen großen Image-Schaden. Ein Scheitern der Konferenz würde vor allem denjenigen helfen, die nichts tun wollen, nur um dann am Ende die Schuld anderen in die Schuhe zu schieben. Anlass zu vorsichtigem Optimismus gibt es aber: So machen auch die Bemerkungen der Präsidentin der UN-Klimarahmenkonvention, Christiana Figueres Hoffnung, die meinte, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass das Kyoto-Protokoll eine Zukunft hat, aber es geht noch um das „Wie“. Dieses „Wie“ ist nicht ganz unbedeutend sondern entscheidend dafür, ob das Ergebnis auch tatsächlich das Papier wert ist auf dem es steht. Schließlich wären wohl auch Bremserstaaten wie die USA bereit einen inhaltslosen Vertrag zu unterschreiben... Vier Tage noch – und eines ist sicher: Die Spannung steigt.

 

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6 Kommentare
Gast: Mojib Latif der dritte
06.12.2011 16:11
4 0

lol

lassen wir den bloedsinn. co2 verursachte kimaerwaermung, eine behauptung wie vergleichsweise HIV ist eine strafe gottes.

roger
06.12.2011 06:25
5 0

Klimafinanzierung für Entwicklungsländer

Das heißt, wir sollen nicht nur unsere eigenen CO2-Zertifikate kaufen, sondern auch für die Heiße Luft der Entwicklungsländer aufkommen.

Man kann wirklich nur hoffen, dass nicht nur diese, sondern auch alle weiteren "Klimakonferenzen" scheitern.

Falsch!

Es geht darum, daß die Entwicklungsländer viel Geld bekommen, damit sie Fabriken ohne Umweltauflagen bauen können, die dann die durch hohe Auflagen gehandikapte Industrie in den Geberländern niederkonkurrenzieren kann!!

Gast: Smiley
05.12.2011 23:56
0 4

Super

Sehr gut geschrieben
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Mein Gott, Herr Wahlmüller, sind Sie ein Naivling!

Oder halten Sie die Leser für so blöd, daß sie dieses durchsichtige Manöver der chinesischen Kommunisten nicht durchschauen?

Mein Gott, Herr Wahlmüller, sind Sie ein Naivling!

Oder halten Sie die Leser für so blöd, daß sie dieses durchsichtige Manöver der chinesischen Kommunisten nicht durchschauen?

Der Autor

  • Johannes Wahlmüller
    wurde 1982 geboren. Nach dem Studium der Sozialwirtschaft in Linz war er zwischen 2008 und 2010 Klima- und Energiereferent beim Umweltdachverband. Seit 2010 ist er bei GLOBAL 2000 als Klima- und Energiecampaigner beschäftigt.