Kommt jetzt die deutsche HuffPo?

24.04.2013 17:12 |  von Anna-Maria Wallner

Gerüchteküche: Seit zwei Jahren sucht das Online- und Bloggerportal "Huffington Post" einen deutschen Partner. Nun soll einer gefunden sein.

"Gib mir einen Punkt, wo ich hintreten kann, und ich bewege die Erde" - dieses Zitat des griechischen Mathematikers Archimedes hat Ariana Huffington Mittwochabend via Twitter gepostet. Beinah zeitgleich hat das deutsche Branchenmagazin "Horizont" ein Gerücht gestreut.

Es sehe nämlich so aus, dass die deutschsprachige Ausgabe des Online- und Bloggerportals "Huffington Post" nun bald Realität werden könnte. Vielleicht hat Arianna Huffington, die Gründerin und Chefin mit dem Archimedes-Zitat versteckt andeuten wollen, dass sie und ihr Team weiter daran arbeiten, "die Erde zu bewegen". Nicht sehr wahrscheinlich, das stimmt. Aber der Zufall ist zumindest erwähnenswert.

Schon seit zwei Jahren sucht das in den USA durchaus erfolgreiche Webprojekt (mit rund 44 Millionen Lesern pro  Monat) einen deutschen Partner. Internationale Ableger der rein werbefinanzierten Seite gibt es seit 2011 bereits in Kanada, England und Frankreich, 2012 kam auch eine spanischsprachige Ausgabe dazu. Die französische HuffPo leitet übrigens Anne Sinclai, die aparte Frau von Dominique Strauss-Kahn. Nur in Deutschland war die Suche nach einem Geschäftspartner bisher äußerst zäh. Das liegt laut Experten vor allem daran, dass die Marke HuffPo im deutschsprachigen Raum weitgehend unbekannt ist und erst mit viel Marketingbudget bekannt gemacht werden müsste. 

Horizont.net will nun erfahren haben, dass die Digitaltochter von Burda, Tomorrow Focus (ToFo), die deutsche "HuffPo" vermarkten wird. Und immerhin hat das Unternehmen eine ähnlich eingängige und kurze Abkürzung. Es sei jedoch völlig unklar, ob es bei der Vermarktung bleibe oder ob die Konzernschwester Burda auch gleich die Redaktion übernehmen werde, schreibt Horizont.net. Bisher sollen sich bereits Axel Springer und Bertelsmann/Gruner+Jahr für die HuffPo interessiert haben. Doch die Angst, den eigenen Nachrichtenportalen damit zu große Konkurrenz zu machen, hatte offenbar überwogen. Es wird spannend, ob sich der eher im Klatsch ("Bunte"), TV- und Illustrierten ("Superillu")-Bereich etablierte Burda-Verlag auf so ein nachrichtenfokussiertes Internetmedium einlässt.

Nachtrag: Nur wenige Tage nachdem der deutsche Horizont das Gerücht über den Start der deutschen "Huffington Post" gestreut hatte, wurde es bestätigt. Aus dem Gerücht wurden Tatsachen: Die Burda-Tochter Tomorrow Focus und die "Huffington Post" machen gemeinsame Sache. Anregungen zu meinem Blogeintrag gabs übrigens auch: Der Burda-Verlag sei durchaus logischer Partner für den deutschen "HuffPo"-Start. Einerseits weil er bereits das Blogportal Science-Blogs.de betreiben, Erfahrung im Blogwesen gäbe es also, meinte @fatmike182 auf Twitter. Und Eco-Kollege Nikolaus Jilch findet sowieso, dass die "Huffington Post" ein reines Boulevardmedium ist, der Weg zu Burdas bunten Gazetten sei da ja wohl nicht weit.

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  • Maciej Palucki
    arbeitet seit Mai 2011 bei DiePresse.com und schreibt über Medien, Marvel und Mode. Apatow-Anhänger. Generalist und Geek.

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  • Anna-Maria Wallner
    Feuilleton-Redakteurin. Seit Abschluss der "Lehrredaktion" 2006 bei "Die Presse". Seit 2010 für die Medienberichterstattung zuständig. Medienjuristin. Viel-Leserin. Vernarrt in Sonntags-Zeitungen. Freundin von Deadlines. Glaubt an die Zukunft von Printprodukten. Liebt Fashion-Blogs.

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