Sorry, meine Herren, nicht fähig dazu!

23.08.2012 17:58 |  von Anneliese Rohrer

Kommt in den Medien scharfe Kritik von einer Frau wird sie oft als bösartig, hasserfüllt und verbissen wahrgenommen. Kommt sie von einem Mann gilt sie als scharf, objektiv und nachhaltig. Ein Erfahrungsbericht mit dem nicht ganz so kleinen Unterschied im Journalismus.

Sorry, meine Herren, nicht fähig dazu!

Manche Aspekte des journalistischen Berufs sind gleichbleibend und über lange Zeit hin interessant. Da gäbe es viele. Nur so zum Beispiel die über Jahrzehnte ewig gleiche Frage, warum so viele Politiker ab einen gewissen Punkt in die Außergewöhnlichkeits- und Unantastbarkeits-Falle tappen und jedes Gespür dafür, was sie ihren Wählern zumuten können und was nicht, verlieren? Das ist keine regionale österreichische Frage, aber dennoch faszinierend.

Auch jene Frage, die sich mir aus aktuellem Anlass jüngst wieder aufgedrängt hat: Warum wird in den Medien – ob TV oder Print – scharfe Kritik und Hartnäckigkeit einer Frau von den Medienkonsumenten so anders auf- und wahrgenommen als jene von Männern? Immer negativ, natürlich!

Was bei weiblichen Journalistinnen als persönliche Abneigung, Bösartigkeit und Verbissenheit gesehen wird, gilt bei den männlichen Kollegen als objektiv,  erbarmungslos und konsequent.

Zur Verdeutlichung ein Beispiel:  Jüngst meldete sich auf Facebook eine Isabel Kopper als Reaktion auf ein Interview mit der „Kleinen Zeitung“ („Ich bin keine Kärntnerin“)mit folgenden Worten:  „Einen kleinen Nachtrag hab ich noch. Aus Ihnen spricht sehr viel Hass, das sollten Sie einmal für sich klären. Die "Weisheit des Alters" hat SIE definitiv noch nicht erreicht. Sie werden Ihre Gründe haben, so zu agieren/reagieren. Das hat für mich mit Journalismus nichts mehr zu tun, das sind rein persönliche Gründe.“

Es war ihr in der Folge partout nicht klar zu machen, dass meine nun schon viele Jahre anhaltende Kritik an der politischen Entwicklung in Kärnten mit Hass nicht das Geringste zu tun hat und die aktuelle Situation ja wohl die früher geäußerte Kritik mehr als nur bestätigt. Frau Kopper blieb dabei. Es fehlte gerade noch, dass sie meine Sicht auf Kärnten irgendwelchen frühpubertären Liebeskummer zugeschrieben hätte. Das dann doch nicht! Aber viel fehlte eben nicht.

Dieser Austausch erinnerte mich dann stark an etliche andere Phasen im Beruf. So verfolgte ich – auch in den Augen des damaligen Chefredakteurs der „Presse“, Thomas Chorherr, in den späten siebziger und frühen achtziger Jahren angeblich Vizekanzler und Finanzminister Hannes Androsch mit „Hass“, nur weil ich die Meinung vertreten habe, dass ein Finanzminister nun doch wirklich nicht Steuern hinterziehen sollte. Als Androsch dann fast zehn Jahre später dafür verurteilt wurde, war das natürlich eine andere Sache. Da hatte ich schon längst den Versuch aufgegeben, den Vorwurf des Hasses ernst zu nehmen.

Ich gestehe, dass mir damals der gar nicht so kleine Unterschied zwischen Mann und Frau in der Wahrnehmung der Medienkonsumenten kein Thema war. Die tieferen Ursachen habe ich damals gar nicht reflektiert und auch später nicht, als die Reaktionen auf meine Kritik an Jörg Haider immer tiefer und immer persönlicher wurden. Ich hatte mich damit abgefunden, dass meine Ablehnung einer Politik,  die auf die Herabwürdigung einer Gruppe in der Gesellschaft unter lautstarkem Gejohle aller anderen hinauslief, als hasserfüllt Haider gegenüber abgetan wurde. Die Gründe, die da oft angeführt wurden, hatten mitunter schon kabarettistische Züge. Viel interessanter in dieser Zeit war für mich die Frage, die sich auch heute wieder stellt: Warum merken jene Menschen, die bei der Herabsetzung anderer freudig Beifall klatschen, dass sie die nächsten Objekte der Herabwürdigung sein könnten? Haider gab Ausländer, Lehrer, Juden, Richter, Beamte etc. der persönlichkeitsverletzenden Lächerlichkeit preis, seine Anhänger klatschten vor Vergnügen – und merkten nicht, dass es sie genau so treffen könnte.

Aber zurück zum gar nicht so kleinen Unterschied in der Beurteilung dessen, was journalistisch verbissen ist.

So bin ich ganz sicher, dass es als konsequent und hartnäckig  gesehen wird, wenn zum Beispiel Andreas Unterberger in seinem Blog dazu aufruft, ihm beim Nachweis, dass mit der Schulkarriere von Bundeskanzler Werner Faymann etwas nicht stimmt, zu helfen: „Die Berichte des Wiener Gymnasiums Henriettenplatz sind seltsamerweise nirgendwo auftreibbar. Und zwar ausgerechnet für jene Jahre, da ein gewisser Werner Faymann dort Schüler gewesen sein soll. Ein Suchaufruf. “

Unterberger Hass auf Faymann in der selben Tonart vorzuwerfen, wie dies bei weiblichen Journalistinnen der Fall wäre – auf diese Idee kommt man in der SPÖ wahrscheinlich gar nicht.  Bei den „Freunden“ des Blogs so wie so nicht.

Wie gesagt, diese unterschiedliche Betrachtung war mir jahrzehntelang keine Ursachenforschung wert.  Erst als ich im März 2005 in der „New York Times“ das Thema von der Kolumnistin Maureen Dowd aufgegriffen sah,  stieß ich auf die Gender-Frage.

Dowd, die sich da und dort anhören muss, ihre beißende Kritik sei jener einer  „frustrierten alten Jungfer“, schrieb sinngemäß: Wenn Männer über Politik und Macht schreiben, wird das als ihr „Job“ angesehen, sie gelten als Autoritäten; wenn Frauen dies tun, gelten sie als Männer-Hasser. Weibliche Journalisten würden bei harter Kritik oft gefragt werden, wie sie denn so bösartig sein können. Männliche Journalisten bekämen diese Frage nie zu hören.

Inzwischen denke ich, dass die Kritisierten ganz gerne auf  „Hass“ zurückgreifen. Er macht sie bedeutend. Schließlich handelt es sich um eine intensive Emotion. Sorry, meine Herren, nicht fähig dazu!

100 Kommentare
 
12 3
Gast: Gerne nur Gast
07.09.2012 23:26
1 0

Der Vergleich mit Unterberger ist falsch


Er greift Faymann nicht hasserfüllter an als sie Fr Rohrer zB die ÖVP, sondern profunder, sachlicher, genauer, fundierter.
Das ist deutlich spür- und lesbar.


Gast: Gast01
02.09.2012 13:20
0 1

Die ewig gleiche Leier..

"Kommt in den Medien scharfe Kritik von einer Frau wird sie oft als bösartig, hasserfüllt und verbissen wahrgenommen. Kommt sie von einem Mann gilt sie als scharf, objektiv und nachhaltig."

Alleine diese Eingangssätze sind die Quintessenz...ewig gestrig & in Österreich zumindest vollkommen obsolet. Frau Rohrer reflektiert ihre Vergangenheit und wendet sich nicht der Gegenwart bzw. der Zukunft zu. Mit einem Wort: lächerlich.

Gast: erwin staudacher
31.08.2012 08:10
1 1

lob

Sehr geehrte Frau Rohrer,
seit vielen Jahren fallen mir Ihre scharfsinnigen Artikel und geistreichen Diskussionsbeiträge äußerst positiv auf. Ich gratuliere zu ihrem Mut, Ihrer Intelligenz und Ihrem treffenden Realitätssinn. Hoffentlich darf ich mich noch viele Jahre von Ihnen auf Umstände hinweisen lassen, die mir vorher nicht aufgefallen waren. Schade, dass in unserem Land der Neid so ausgeprägt ist. Dieser ist ohne Zweifel der Grund für die Kritik an Ihnen.

Re: lob

Ja, immerwieder herzlichen Dank für Ihr Engagement und "Ende des Gehorsams"
Frau Dr. A. Rohrer.

Ihre Beiträge im ORF sind ebenfalls für mich ein wahrer Genuß und hoffe dass Sie uns noch sehr, sehr lange erhalten sein können.


Gast: house4ever
30.08.2012 13:36
0 1

Faymann

war Schüler des Piaristengymnasiums! Unterberger ist wirklich noch dümmer, als ich angenommen habe!

Will uns wer belongan, plädier ma auf Unzurechnungsfähigkeit.

I bin lei a Kantna

I bin lei a Kantna, a klana Falott,
A lustiger Kampl, patent und kamot.
Passiert ma wos Potschats, und wird gaach wos hi,
||: No donn kenans mi nit strofn, weil zu deppat bin i. :||

Üban Berg geht die Sunn auf, üban See waht da Wind.
Üba’d Bank hob ma olle uns fleißig bedient.
Üba ochtzehn Milliarden hobma locka vasenkt.
||: I bin lei a ormes Tschopalle, dos si dabei nix denkt. :||

Jo, und amol im Joahr, do is scho laut uman See.
Du kumens von übaroll mit de feschesten VW.
Bis auffi auf den Ulrichsberg fohrt der Gummi-Gummi-Zwerg.
||: Wir tanken Kraft durch Freude, und vom Himmel locht da Jörg. :||

Als Kantna bist gwohnt, doss di da Steira auslocht.
Jetzt hom aus der Not mir a Tugend gemocht.
Will uns wer belongan, plädier ma auf Unzurechnungsfähigkeit.
||: Mir san a Lond volla Tokan, und hoftpflichtbefreit. :||

© Leo Lukas & Simon Pichler, Juli 2012
lei: nur
Kantna: Kärntner
klana Falott: kleiner Gauner
Kampl: Kerl
kamot: gemütlich
wos Potschats: etwas Ungeschicktes
gaach: eventuell, auf die Schnelle
deppat: blöd
Tschopalle: (geistig behindertes) Kind
belongan: belangen
Toka: Trottel



1 0

Hachlerei

Diese geschlechtsspezifische Hackerei amüsiert mich als Senior. Im Wesentlichen hat Rohrer Recht, weil die Männer sich an die neue unabhängige Rolle der Frau gewöhnen müssen.
Ich höre es halt von manchen Akademikerinnen, die sagen sie müssten angeblich doppelt so viel arbeiten wie Männer um anerkannt zu werden.
Meines Wissens ist das Mobbying der Frauen untereinander und ihr Intrigenspiel vielfach weit schlimmer als das was sich zwischen den Geschlechtern abspielt!
Wir sitzen alle im Glashaus und müssen halt schauen, dass wir zusammenkommen.

Gast: frauenhasser
28.08.2012 23:07
3 0

he he he

"Warum merken jene Menschen, die bei der Herabsetzung anderer freudig Beifall klatschen, dass sie die nächsten Objekte der Herabwürdigung sein könnten?"

fragt sich nur, was unter herabwürdigung zu verstehen ist. vielleicht eine P'ltik die nicht den eigenen interessen entspricht?

"nur ein toter mann ist ein guter mann" haben die fruaen mit begeisterung aus den regalen gerissen und zum bestseller gemacht. das staatsfernsehen in einem staate, in welchem die frauen die mehrheit der wahlberechtigten stellen, fand den auch ganz toll und verfilmte ihn.

und jetzt also betreiben dieselben jenes menschenschlages eine P'ltik, die darauf hinausläuft, den nachwuchs möglihcst früh aus den familien zu nehmen damit die mutter arbeiter muss... äh... kann. denn arbeit ist ja der himmel.

feminismus kommt als krätze an der frau zurück.

und mir gefällt das, denn die frau hat keinen einspruch eingelegt, als der mann herabgesetzt wurde, sondern sie haben freudig beifall geklatscht.

heul doch und kauf dir einen dauerlutscher

Re: he he he

Wer immer von den Kommentatoren hier glaubt, ich verstünde oder akzeptiere den Gender-Unterschied nicht, reagiert genau auf die im Blog beschriebene Weise: Danke für die Bestätigung!

Re: Re: he he he

diese reaktion kenne ich aus der kindergarten pädagogik
ein ätsch-syndrom

Antworten Antworten Gast: ttt
29.08.2012 12:47
3 0

Re: Re: he he he

Auf hatespeech reagieren Sie, auf sachliche vorgetragene Beiträge nicht?

Wenn ihre Wahrnehmung genauso selektiv ist, muss man aber Zweifel an ihrer Beobachtung anmelden.

Kann ich im Übrigen auch nicht teilen. Meine Beobachtung, von der ich einfach mal behaupte, dass sie gleichberechtigt neben ihrer steht, ist, dass es eher Vertreter des angeblich sozial kompetenten Geschlechts sind, die sich im Tonfall vergreifen und dann, wenn man sie auffordert, das zu unterlassen, mit heiliger Selbstgerechtigkeit und Empörung reagieren.

Antworten Antworten Antworten Gast: kenntmanja
29.08.2012 19:17
1 0

Re: Re: Re: he he he

'heiliger Selbstgereichtigkeit': kennt man ja.

Re: Re: he he he

Dass Sie von "Gender" reden und nicht von "Sex" bzw. "Geschlecht", entlarvt Sie als die Ideologin, die Sie sind.

Da helfen auch keine Comebacks auf "Ätsch-Bätsch"-Niveau.

Gast: gehbiite
28.08.2012 20:57
1 2

Geh bitte

Frau Rohrer, wir haben alle die gleichen Rechte! Feminismus ist passé!

Gast: FrauX
28.08.2012 15:56
2 1

Ganz verbissen...

... mache ich darauf aufmerksam, dass hier wohl ein entscheidendes Wörtchen fehlt:

"Warum merken jene Menschen, die bei der Herabsetzung anderer freudig Beifall klatschen, dass sie die nächsten Objekte der Herabwürdigung sein könnten?"

Zum Thema: Ich glaube, dass die wenigsten, die die Kritik von Journalistinnen als "Hass" fehlinterpretieren, dies vernunftgesteuert tun. Nein, es ist eine Empfindung, die tief aus dem Bauch heraus kommt.

Interessant wäre zu erfahren, wie der gleiche Kommentar, die gleiche Kritik aufgenommen würde, käme sie von einem Mann. Und umgekehrt, wie eine männliche Kritik aufgefasst würde, wenn sie unter weiblichem Namen veröffentlicht wäre.

Ein solches Geschlechtertauschexperiment wäre aber höchstens punktuell möglich und könnte so keine breite Datenbasis erbringen.

Und so stellt sich mir die Frage: ist der Eindruck, dass weibliche Kritik vom Publikum anders aufgenommen wird als männliche Kritik, vielleicht auch nur ein subjektiver Eindruck?

0 5

Kommentar zum Artikel

Ich sehe das überwiegend wie Frau Rohrer, wobei dieses seltsame Phänomen aber nicht nur auf den Journalismus zutrifft, sondern sehr oft auch auf politischer Ebene etc. Zum Glück sieht ansonsten die Lebensrealität teilweise anders aus, zB in meinem Arbeitsumfeld. Kollegen, die sich geschlechtermäßig anfeinden bzw dem jeweils anderem Geschlecht irgendwelche (aus meiner Sicht eher absurden) Sachen wie Inkompetenz, Hass etcetc unterstellen, gibt es schlicht nicht. Auch im gewerkschaftlichen Umfeld ist das eher nicht zu beobachten.

Ich mag Pauschalurteile nicht und deswegen ist mit Sicherheit die SChreibe (ich weiß ein schlimmes Wort ;) ) von Frauen nicht per se hasserfüllt, nur weil sie journalistisch tätig sind. Kritiker, die solche Argumente "nötig" haben, beweisen doch eher, dass sie wirkliche Kritik nicht an der Sache festmachen wollen. Ich sehe auch nicht wirklich, wo Frauen sich selber zum angeblichen Opfer stilisieren, wobei diese Nichterkenntnis natürlich etwas mit dem nicht vorhandenem Kapital zwischen meinen Ohren zu tun haben kann. Letztere Aussage bitte der Rubrik Ironie zuordnen.

Gast: hiro
28.08.2012 09:01
2 1

Gibt es auch Kommentare zum Artikel?

So viele Kommentare, und die wenigsten beziehen sich auf den Artikel. Die meisten Kommentatoren nutzen nur den Aufhänger, um (mal wieder?) ihre Meinung über Frauen und Männer kundzutun.

Zum Thema: Es wären auch andere Erklärungsansätze denkbar.

Vielleicht sehen es die Kritiker richtig, und die kritisierten Autorinnen sind tatsächlich haßerfüllt, ohne es zu bemerken? Es ist nicht leicht, sich selbst objektiv wahrzunehmen.

Vielleicht werden Männer als ebenso haßerfüllt gesehen, aber man kommentiert das nicht weiter, weil "alle Männer so sind"? Im Journalismus könnte man das dann lakonisch mit "Hund beißt Mensch" erklären.

Vielleicht kommen Frauen mit solcherlei Kritik weniger gut zurecht als Männer? Oder - um von diesem Gender-Thema wegzukommen - die, die ein Problem mit dem "Haß"-Vorwurf haben, sind zufällig Frauen und beziehen sich auf ihr Geschlecht? Korrelation ist keine Kausalität.

Das war jetzt nur das, was mir spontan schon beim Lesen des Artikels einfiel.

Ich weiß nicht, ob diese Erklärungen tatsächlich zutreffender sind als die im Artikel implizierte. Ich bin aber der Meinung, daß eine monokausale "Viktimisierung" von Journalistinnen, die sich Kritik ausgesetzt sehen, nicht der Weisheit letzter Schluß ist.

Zumindest ist zu kritisieren, daß die Autorin mit der Beschränkung auf den Gender-Aspekt und durch den Vorwurf, solche Kritik sei per se unberechtigt, die Diskussion auf eine Mann-gegen-Frau-Schiene lenkt und damit eigentlich von vornherein ausschließt.

Re: Gibt es auch Kommentare zum Artikel?

na endlich ein posting mit hirn
bravissimo!!!
das wird zazura bestimmt freuen :-)

Antworten Gast: Kinch
28.08.2012 09:41
0 2

Re: Gibt es auch Kommentare zum Artikel?

Die erste Hypothese ist also, dass Frauen in der Tendenz deutlich hasserfüllter sind aber eine Selbstwahrnehmungsstörung ihnen verunmöglicht dieses zu erkennen?

„Vielleicht werden Männer als ebenso haßerfüllt gesehen, aber man kommentiert das nicht weiter, weil "alle Männer so sind"?“

Ändert das irgendwas? Auch an diesem Ende bleibt bestehen, dass Frauen anders bewertet bzw. verurteilt werden, als Männer.

Ich persönlich halte (intuitiv) folgendes für wahrscheinlicher: Hass gilt für Männer in der Tendenz eher als eine Tugend, weil Aggressivität und Dominanz als männliche Attribute angesehen werden. Auch das ist kiritisierenswert.

„Korrelation ist keine Kausalität.”

Na ja, wenn die Korrelation nicht durch Zufall erklärt werden kann schon. Könnten Sie ein Modell liefern, indem es eine Korrelation zwischen Geschlecht und der Bewertung von Verhalten gibt, ohne dass beides ursächlich zusammen hängt?

„Zumindest ist zu kritisieren, daß die Autorin mit der Beschränkung auf den Gender-Aspekt“

Wie soll man denn das Thema „Ich vermute, Frauen werden anders bewertet, als Männer” anders thematisieren, als auf den Gender-Aspekt beschränkend? Der Gender-Aspekt IST hier das Thema.

Die Frage, ob Frauen tatsächlich anders bewertet werden ist schwer zu beantworten. Aber es passt zu seiner Gesellschaft in der die Einstellungschancen für Frauen größer sind, wenn diese in der Bewerbung ihr Geschlecht verschleiern.

Antworten Antworten Gast: ttt
29.08.2012 13:45
0 1

Re: Re: Gibt es auch Kommentare zum Artikel?

Umso grotesker eine Behauptung, umso schwieriger ist sie zu widerlegen. Was soll man zu dem sexistischen Bullshit, dass Männern Hass eine Tugend sei, sagen? Also jede mir bekannte, von Männern ersonnene Geistesschule, wie etwa der Buddhismus, lehren die Überwindung solcher "Tugenden".

Die Frauen-Geistesschule "Feminismus" hingegen lehrt den Hass. Auf Männer. "Ein bisschen Männerhass steht jeder Frau" (Buchtitel). Aber Frauen haben dafür auch gute Gründe, nicht wahr? Alice Schwarzer: "Was wäre eine Befreiungsbewegung ohne Hass?" oder etwas knackiger, die Bestsellerautorin Marilyn French: "Meine Gefühle gegenüber Männern sind das Ergebnis meiner Erfahrungen. Ich habe wenig Sympathie für sie. Wie ein Jude, der gerade aus Dachau freigekommen ist, sehe ich den hübschen jungen Nazi-Soldaten mit einer Kugel im Bauch, sich vor Schmerzen krümmend, niedersinken, und ich schaue nur kurz und gehe weiter. Ich muss nicht mal mit der Achsel zucken. Es geht mich einfach nichts an. Männer sind Nazis durch und durch; ihr Tod ist also historisch ge -
rechtfertigt."

Das Problem im "Geschlechterkrieg" ist, dass Männer leider nicht so sind, wie sie von Feministinnen gezeichnet werden. Deswegen verlieren die Männer, da Männer die Frauen mehr lieben als Frauen die Männer. Stell dir vor, es wär Geschlechterkrieg, und die Männer gingen hin, ein Traum...

Zu ihrer Andeutung, dass Frauen im Berufsleben benachteiligt seien:
http://tinyurl.com/cvxqmvv" target="_blank">http://tinyurl.com/cvxqmvv

Antworten Antworten Antworten Gast: Kinch
29.08.2012 19:27
0 0

Re: Re: Re: Gibt es auch Kommentare zum Artikel?

„Was soll man zu dem sexistischen Bullshit, dass Männern Hass eine Tugend sei, sagen?”

Möglicherweise den Text aufmerksam lesen und feststellen, dass da „in der Tendenz” steht?

Beim Rest des Beitrags sehe ich keinerlei Bezug zum Diskussionsgegenstand.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ttt
30.08.2012 09:46
0 0

Re: Re: Re: Re: Gibt es auch Kommentare zum Artikel?

Ach so! Da komme ich ihnen entgegen:

In der Tendenz neigen Feministinnen zu Männerhass. Besser?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Kinch
30.08.2012 11:04
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Gibt es auch Kommentare zum Artikel?

Wenn Sie meinen. Allerdings wäre mir eine Diskussion um den Diskussionsgegestand, nämlich ob Kritik von Frauen häufiger pauschal als emotional und hassgeleitet wahrgenommen wird, als bei Männer willkommener.

Ich kenne übrigens nicht wenige Feminstinnen und die wenigstens davon hassen Männer mit einer solchen Verve, wie Maskulinisten (und solche die es werden wollen) in der Regel Frauen. Jüngstes Beispiel wäre Anita Sarkeesian, die für das Verbrechen Rollenklichees in Videospielen dokumentieren zu wollen, mit einer ganzen Flut an Hass-Nachrichten, expliziten Mord- und Vergewaltigungsdrohungen bedacht wurde.

Also bitte verzeihen Sie, dass ich mir keine Träne wegdrücken muss, nur weil eine verstorbene Marilyn French vor 40 Jahren ein misandrisches Buch geschrieben hat.

Solange Männer nicht ernsthaft mit Drohungen und Gewalt rechnen müssen, nur weil sie Männer sind, sondern als Beleg für Männerhass ein paar uralte Einzelfälle rauskramen müssen, solange betrachte solche Beiträge wie Ihre als Jammern auf hohem Niveau.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ttt
31.08.2012 13:42
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Gibt es auch Kommentare zum Artikel?

1. Von welchen Maskulisten sprechen Sie? Arne Hoffmann. Michail Savvakis? Ach so, anonyme Großmäuler? Der Hass den, ich hier angeführt habe, wurde _verlegt_. Das erlaubt gesellschaftliche Aussagen.

2. Ihr Verjährungs-Argument (40 Jahre her...): Faschismus verjährt nicht. Und erst vor wenigen Jahren wurde die Hassschrift "Scum" von der Mädchenmannschaft, die eine Autorinnenschaft stellt, welche regelmäßig auch in Leitmedien veröffentlichen, als "subversiv" beworben. Und die SPIEGEL titelte "Eine Kranheit namens Mann", in welchen dem männlichen Geschl. eine genetische-biologische Minderwertigkeit untergeschoben wird. Wir hier in Deutschland sind _ansonsten_ sehr sensibel, wenn das mit irgendeiner Menschengruppe gemacht wird.

3. Dein "Jammern"-Vorwurf: Stell dir einfach mal vor, es wäre so, dass sich z.B. mehr Mädchen und Frauen umbringen würden. Wo eine Feministin das aber thematisieren will, wird ihr gesagt, dass sie "jammere", dass sie eine "Opferideologie" betreiben, oder auch: "Heul doch!" Das wären doch Schweine, oder?

3. Jungen und Männer haben mehr Gewalt in ihrem Leben, und das ist so weil sie: Männer sind. Schon als Kinder sind sie mehr Gewalt ausgesetzt, überwiegend durch die Hände der Mütter übrigens, und das ändert sich auch später im Leben nicht. Aber ich nehme an, du willst die Opfergruppe in die Tätergruppe schieben, indem du darauf verweist, dass ihnen diese Gewalt ja von anderen MÄnnern angetan wird. Das ist Victim-Blaming und typisch feministisch
ttt

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Kinch
02.09.2012 09:07
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Gibt es auch Kommentare zum Artikel?

3. Wieviele Männer bringen sich denn wegen Spiegel-Geschichten oder Bücher von Marylin French um? Ich behaupte: Keiner. Insofern thematisiert dein Beitrag auch in keinsterweise die höhere Suizid-Rate von Männern.

Ich stelle lediglich die offene Frauenfeindlichkeit der offenen Männerfeindlichkeit gegenüber: Mehr oder weniger harmlose Bücher dir vor Jahrzehnten (in einem ganz anderen kulturellen Kontext) geschrieben wurden und die lediglich ein krudes Weltbild transportieren stehen aktuellen gezielten Morddrohungen gegen Frauen gegenüber.

So zu tun, als seien beide Probleme gleich dringlich, bzw. Männer hier gar benachteiligt, ist für mich in der Tat ein aufbauschen eines konstruierten Leidens bzw. Jammern auf hohem Niveau.

4. Jungen und Männer erleben vielleicht mehr Gewalt. Aber die Gewalt kommt tatsächlich hauptsächlich von Männer. Diese Feststellung ist kein Victim-Blaming. Sie hilft dabei festzustellen, was die Ursache für männliches Leiden in der Gesellschaft sind: männliches Rollenkliches (Männer sollen erfolgreich, stark, dominant, aggressiv, etc pp sein) und männliche Aggressivität.

Wieviele Männer leiden wegen des Feminsimus? Ich behaupte: Keiner. Niemand leidet, weil Alice Schwarzer dummes Zeug von sich gibt, oder French Bücher geschrieben hat.

Insofern ist es eben auch nicht das Anliegen von Maskulinisten die Lebenssituation von Männern zu verbessern. Der Kampf gegen den Feminismus ist ein reines Scheingefecht, dass von Maskulinisten selbsterwählt ist.

 
12 3
Rohrers Reality-Check

Die Autorin

  • Anneliese Rohrer
    geboren 1944, war von 1974 bis 2005 bei der "Presse" als innenpolitische Journalistin, Ressortleiterin Innen- und Außenpolitik tätig. Seit 2009 ist sie Kolumnistin bei der "Presse".

Hinweis

  • Der Inhalt von Blogbeiträgen spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung der "Presse".

Weitere Blogeinträge

AnmeldenAnmelden